Sonntag, 4. August 2013

Star Wars: Episode III - Die Rache der Sith

"Krieg! Die Republik zerfällt unter den Angriffen des unbarmherzigen Sith Lords, Count Dooku. Es gibt Helden auf beiden Seiten. Das Böse ist allgegenwärtig.

Mit einem überraschendem Schachzug gelang es dem teuflischem Droidenführer, General Grievous, in die Hauptstadt der Republik einzudringen und den Vorsitzenden des Galaktischen Senats, Kanzler Palpatine, zu entführen.

Als die Droiden-Armee der Separatisten versucht, mit ihrer wertvollen Geisel aus der belagerten Stadt zu fliehen, führen zwei Jedi-Ritter die verzweifelte Mission zur Rettung des gefangenen Kanzlers an..."

(2005) / US/  OT: Star Wars - Episode III: Revenge of the Sith / Laufzeit: ca. 140 Minuten / FSK: 12 / Sci-Fi, Fantasy, Action, Drama
Wo in Episode IV eine neue Hoffnung geboren wird, stirbt sie hier erstmal einen qualvollen Tod. George Lucas hat mit dem Abschluss seiner neuen Trilogie gezeigt, dass seine neuen Star Wars Filme nicht alle schön aufpoliert sein und voller Humor und Romantik stecken müssen. Hätte er das nicht aber machen müssen? Der Böse Epos-Zerstörer? Nein, denn ich halte von diesem Mann mehr als ich gedacht habe, er hat hier an erster Stelle vielleicht eine Gelddruckmaschine hergestellt, doch an zweiter auch eine Reihe, die in ihrem Ganzen beinahe perfekt ist. Die Idee etwas anderes zu schaffen, als das was in den originalen Filmen zu sehen ist, gleicht einem Experiment. Eines, das wohl viele als gescheitert betrachten. In meinen Augen ist es das aber nicht. Mit Episode I inszeniert er einen beinahe idyllischen Kinderfilm in dem die Politik und die Sith-Lords nur eine geringe Position einnehmen, Episode II distanziert sich etwas von dieser Ansichtsweise, wird actionreicher, ernster. In Episode III findet man dann die nur logische und vor allem vernünftige Entwicklung - den totalen Zusammenbruch. 

Storytechnisch kommt nun das, wo alle drauf gewartet haben: der Kreis der Jedi zerfällt, die Republik stürzt in ein Dunkel, Anakin wird nicht der, der er laut der Prophezeiung hätte werden müssen. Freunde werden zu Feinden, Feinde werden immer stärker. Ein episches Trilogienfinale, das man einfach nicht verhunzt umsetzen darf. George Lucas tat es auch nicht. Er bietet den düstersten Star Wars überhaupt, imponiert mit einer Dramaturgie, die vor allem zum Ende hin an den Bildschirm bannt. Gemeint ist damit natürlich das finale Aufeinandertreffen zwischen Obi-Wan (Ewan McGregor) und Anakin (Hayden Christensen).

"Wenn ihr nicht auf meiner Seite steht, dann seid ihr mein Feind."

-"Nur ein Sith kennt nichts als Extreme. Ich werde tun was ich tun muss."

"Dann versucht es." 


Episode III bietet viele interessante Begegnungen, da wäre zum Beispiel Obi-Wans Kampf gegen General Grievous, Mace Windus (Samuel L. Jackson) Konflikt mit Palpatine, noch mehr Yodas Lichtschwertauseinandersetzung mit dem Imperator, doch im Endeffekt wird, wenn man fragt, welche man am spannendsten empfand, nur eine genannt: Nämlich die letzte Begegnung zwischen Obi-Wan und Anakin. Obi-Wan, der, der schon immer das pure Gute verkörpert hat, der, der sich immer in die schwierigsten Missionen gestürzt hatte, nur um etwas positives zu schaffen, steht nun seinem undankbaren, verblendetem Schüler gegenüber. Anders kann man es nicht sagen, denn auch wenn Anakin durch seine persönliche Hölle gehen musste, gab es nie einen Grund, seinen Meister, der wie ein Bruder zu ihm war, so sehr zu verraten. Anakin und Obi-Wan waren vor dem Finale lange auf getrennten Missionen unterwegs, diese Zeit hat Imperator Palpatine genutzt, um ihn mit (leeren) Versprechungen auf seine Seite zu ziehen - was entstand, war ein ehemaliger Jedi, der keine Grenzen mehr kennt, der nichtmal vor Jünglingen halt macht - der genau mit diesen Aktionen den frühen Tod von Amidala festigt. Wie machbar scheint es denn auch, in kürzester Zeit eine so mächtige Kraft zu erlernen, mit der er sie bei der Geburt ihrer Kinder (bei der sie laut Visionen von ihm stirbt) retten kann? Egal wie emotional man da angeschlagen ist, Obi-Wan als Bezugsperson schlechthin hätte nicht so leicht hintergangen werden dürfen. Was dann in den letzten Minuten geschah, war wohl einer der epischsten Endkämpfe, den man seit der Jahrtausendwende zu sehen bekommen hat. "Battle of the Heroes" ertönt und umso länger der Kampf geht, umso besser erkennt man, wie Darth Vader ensteht.

"Du warst mein Bruder Anakin. Ich habe dich geliebt!"




Was die Inszenierung angeht, hat man hier einfach das Idealmaß herausgeholt. Man spürt die Ernsthaftigkeit des Ganzen ideal - da können auch meist pathetische Dialoge, die wirklich manchmal an negative Grenzen stoßen, nicht mehr viel kaputt machen. Denn wenn man von Lucas erst in so ein Erlebnis geworfen wird, nimmt man das nicht so ernst war, wie man es vielleicht sollte. Doch das ist gut so, denn wenn man bei eigentlich schwerwiegenden Fehlern gerne mal ein Auge zudrückt, merkt man, dass das Gesamtpaket einfach genial zusammen passt.

Yoda versagt. Obi-Wans Sieg ist kaum etwas wert. Amidala steht dem Tod nahe. Den Rat der Jedi gibt es bald nicht mehr. Dennoch fühlt es sich richtig an. Es fühlt sich wie ein rundum gelungener Star Wars an. Was am Ende bleibt, ist eine zerrütete Galaxis, eine zwiegespaltene Fangemeinde - eine verlorene Hoffnung.

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