Dienstag, 10. September 2013

Forest Whitaker brilliert in DER LETZTE KÖNIG VON SCHOTTLAND


Der junge Mediziner Nicholas Carrigan möchte nach seinem bestandenen Examen in ein fremdes Land gehen und dort bei einem medizinischen Projekt vor Ort etwas Gutes tun. Der Zufall führt ihn nach Afrika in das Land Uganda, dass zur Zeit inmitten eines Machtwechsels steht. Der neue Präsident heißt Idi Amin und verspricht seinen Bürgern eine rosige und blühende Zukunft. Der freundliche und aufgeweckte Neupräsident, möchte Nicholas bald darauf als seinen Leibarzt engagieren, nachdem dieser ihn nach einem Verkehrsunfall verarztet hatte. Schon bald steigt Nicholas zu Amins engstem Berater auf. Doch nach und nach tauchen immer unschönere Gerüchte über den neuen Herrscher auf und Nicholas Carrigan sinkt nach und nach immer tiefer in den Sumpf der Diktatur. Eine höchstspannende und einnehmende Biografie nimmt ihren Lauf…

Diktaturen sind Schreckensherrschaften. Die Geschichte bietet uns zahlreiche Beispiele, wie solche Führungen in blutigen und Massakern enden und die Bevölkerung jahrelang mit Gewalt unterjocht werden. In allen Fällen spielen zahlreiche Faktoren eine Rolle, warum es bis zu diesem Punkt gelangt. Sei es die Vergangenheit des Herrschers, die Rolle des Auslands und deren Entscheidungen oder der Werdegang einzelner wichtiger Personen und deren Verlauf. In DER LETZTE KÖNIG VON SCHOTTLAND zeigt Regisseur Kevin Macdonald eindrucksvoll und beklemmend wie sich solche Regimes entwickeln können und das Beispiel des Ugandischen Diktators Idi Amin ist ein hervorragendes Exempel um diesen Stoff für die Leinwand tragbar zu machen.

Mit einem unerhörten Realismus und einem enormen Feingefühl für die Inszenierung bietet er hier einen Film an, der ein solch brisantes Thema spannend, beängstigend darstellt und somit den erwünschten Effekt herbeiführt. Die vereinzelten Phasen des Filmes sind sorgsam aufgebaut um die Wirkung, welche das Finale auf den Zuschauer hat, so intensiv wie möglich werden zu lassen. Beginnend mit der visuellen Darstellung der Umstände in Uganda, einem extrem armen Land, welches sich von der Regierung permanent aufbauen lässt, bis zur Entwicklung der Führung durch Amin, bekommt man ein eindrucksvolles, ernst zu nehmendes und spannendes Bild von der Thematik.


DER LETZTE KÖNIG VON SCHOTTLAND wird selbstverständlich auch immer mit dem Oscarpreisträger Forest Whitaker in Verbindung stehen, der für seine Rolle als Ugandischer Diktator Idi Amin den Goldjungen für den besten Hauptdarsteller gewinnen konnte. Mit einer enormen physischen Präsenz, gibt er dem Zuschauer die Chance, diese interessante und schwierige Rolle hautnah mitzuerleben und so wird sein Spiel zu einem virtuosen Geflecht aus schauspielerischen Fähigkeiten, aufopferungsvollem Schauspiel und absoluter Hingabe, dass den Zuschauenden gebannt an den Lippen Whitakers hängen lässt. An seiner Seite agiert der Jungschauspieler James McAvoy, der mit DER LETZTE KÖNIG VON SCHOTTLAND einen weiteren Top-Film in seiner Filmografie ausweisen kann und zum Streifen mit seiner Leistung einen gehörigen Beitrag zum Gesamtprodukt leistet. Die lange Screentime, die auf ihn einprasselt meistert er gut bis sehr gut und passt mit seinem gefühlvollen Auftreten perfekt in die Gesamtstruktur des Filmes. Besonders am Ende, kann er gemeinsam mit seinem Preisgekrönten Kollegen zu einem intensiven Schauspielkino aufwarten, dass das Herz des Zuschauers zum pumpen bringt.

Die Stärken des Filmes liegen aber nicht nur im Schauspiel, sondern auch in der bedingungslosen Fokussierung auf den Höhepunkt des Streifens, dem großen Finale. Hier gelten keine zwei Meinungen, denn die Spannung die bis hierhin angestaut wurde, entlädt sich in einem einschüchternden, enorm zugespitzten und brutalen Ende, welches dem Film seine Krone aufsetzt.

Der Film hat genau das gemacht, was er machen wollte, was er machen musste und was er machen konnte um das Optimum aus sich herauszuholen und ist somit ein klassisches Beispiel dafür, dass es möglich ist, sein Potenzial komplett auszuschöpfen. Eine spannende Verfilmung einer interessanten und geschichtsträchtigen Persönlichkeit, welche man nicht so wirklich einzuschätzen weiß. Empfehlenswert.   


Bewertung: 7,5/10


Genre: Drama
Originaltitel: The Last King of Scotland 
Regisseur: Kevin Macdonald
Darsteller: Forest Whitaker (Idi Amin), James McAvoy (Nicholas Garrigan), Gillian Anderson (Sarah Zach)
Erscheinungsjahr: 2006
Produktionsland: UK, USA, Deutschland
Laufzeit: 121 Minuten
Originalsprache: Englisch
Altersfreigabe: FSK 16

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