Sonntag, 7. August 2016

"Ghostbusters" – When there’s something strange, in the neighbourhood…



© Sony Pictures Releasing GmbH

Viel wurde bereits im Vorfeld über diesen Film diskutiert. Das Casting war einigen Fans ein Dorn im Auge. Man warf sich gegenseitig Sexismus oder überbordenden Feminismus vor. Die ersten Trailer besänftigten auch nur die wenigsten und spätestens bei der Neuinterpretation des Titelsongs durch die Band Falloutboy waren sich die meisten sicher, dass dieser Film das Franchise zu Grabe tragen dürfte.

Doch der neue Film von Regisseur Paul Feig wird dem Franchise mehr als gerecht. Die Geschichte ist nahe am ersten "Ghostbusters" Film. Verschiedene Wissenschaftlerinnen treffen zusammen, weil Geister ihr Unwesen in New York treiben. Am Anfang mag noch keiner so wirklich an die Existenz paranormaler Erscheinungen glauben, doch bald muss das frisch zusammengestellte Team von Geisterjägerinnen sich einer größeren Bedrohung stellen und die Bewohner New Yorks beschützen. Große Überraschungen bleiben aus, aber es handelt sich hier schließlich um eine Geschichte in der das Zusammenkommen der Ghostbusters im Vordergrund steht. Die neuen Geisterjägerinnen sind dabei allesamt sympathisch. Kate McKinnon als Ingeneurin Holtzmann unterhält mit ihrer verrückten, lässigen Art einfach perfekt und ist damit eine gesunde Mischung aus Dr. Egon Spengler und Dr. Peter Venkman (Harold Ramos und Bill Murray aus Ghostbusters 1+2). Selbst die mit viel Kritik belegte Melissa McCarthy schafft es in positiver Erinnerung zu verbleiben.
© Sony Pictures Releasing GmbH
Der Film selbst ist eine einzige Respektsbekundung an seine Vorgänger. Die Referenzen fallen mal offensichtlicher, mal versteckter, aus. Alle Anspielungen sind jedoch wundervoll eingesetzt. Fans haben hier sicherlich auch nach mehrfachem Schauen noch das ein oder andere Detail zu entdecken. Der Film ist aber nicht nur eine Reminiszenz an den ersten "Ghostbusters", sondern ein eigenständiges, unterhaltsames Werk. Die Effekte und Bilder sind großartig. Die Animation ist toll und abseits des Titelsongs, den ich immernoch fürchterlich finde, passt auch die Musik perfekt.

Man kann darüber diskutieren ob ein kompletter Geschlechtertausch das richtige Signal für die Gleichberechtigung darstellt. Doch schafft dieser Film es, dass über Gleichberechtigung im Film auf einer breiten Ebene diskutiert wird. Meistens leider wenig sachlich, doch dennoch sieht man diesen Film mit prüfenden Augen. Da ist es ein spannendes Detail, dass sexistische Sprüche hauptsächlich vom Bösewicht ausgehen. Mir geht es jedoch abseits dieses kleinen Absatzes nicht um die Debatte die den Film begleitet, sondern darum ob "Ghostbusters" seinen Vorgängern gerecht wird.

In meinen Augen wird "Ghostbusters" dem Franchise mehr als gerecht. Ich habe mich über die ganzen Referenzen gefreut, aber auch die neuen Ideen tragen zum überzeugenden Gesamterlebnis bei. Die Handlung hätte ein paar frische Ideen vertragen können, dennoch bin ich mehr als glücklich mit diesem Reboot. Das Gefühl, dass viele von uns beim ersten sehen der alten "Ghostbusters" Filme hatten, wird dieser Film nicht transportieren können. Aber vielleicht wird die nächste Generation von "Ghostbusters" Fans eben diese Mischung aus Spannung und Spaß erleben, die wir mit dem Team um Harold Ramis, Dan Akroyd, Bill Murray und Ernie Hudson hatten. Ich glaube der Film tut sein Möglichstes eben dieses Ziel zu erreichen und dennoch die alten Fans glücklich zu machen. Egal ob Neueinsteiger, oder Fan der ersten Stunde, "Ghostbusters" ist definitiv einen Kinobesuch wert! 

© Sony Pictures
 BEWERTUNG: 7,5/10

Titel: "Ghostbusters"
FSK: ab 12 Jahren freigegeben
Laufzeit: 117 Minuten
Erscheinungsjahr: 2016
Autor: Paul Feig, Kate Dippold
Regisseur: Paul Feig
Darsteller: Melissa McCarthy, Chris Hemsworth, Kate McKinnon, Kirsten Wiig, Leslie Jones, Charles Dance

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