Montag, 19. August 2013

Jetzt haben wir alles gesehen: Sprechende Zombies in - PONTYPOOL

(2008) / CA / OT: Pontypool / Laufzeit: ca. 99 Minuten / FSK: 16 / Sci-Fi, Horror
von Bruce McDonald - mit Stephen McHattie, Lisa Houle

Hört, hört, etwas neues aus dem totgequetschtem Zombiegenre! In PONTYPOOL geht man völlig neue, unkonventionelle Wege und beschert somit ein schönes Gefühl der Erfrischung. Doch jedes Wagnis, birgt auch Gefahren. PONTYPOOL fungiert als Ausreißer, setzt Innovationen und besitzt somit auch einige Ecken und Kanten, die nicht sein müssten und hoffentlich im Laufe der Zeit mit Nachfolgewerken noch ausgebügelt werden.

Das Szenario bleibt dennoch bekannt: Radiomoderator Stephen McHattie (= 'ne alte Kante der guten Schule) sitzt an einem stürmischen Winterabend mit seinen zwei Kolleginnen im Studio und verfolgt per Außenreporter mit, wie sich im umliegendem Dorf langsam etwas komisches anbahnt. Menschenmengen sammeln sich und tun Dinge, die man alles anderes als normal bezeichnen würde.

PONTYPOOL experimentiert gnadenlos mit der altbackenen Story und nähert sich dem Zombietrubel nur über die Sprache an. Richtig, es gibt kaum einen Kontakt mit den untoten Beißern, denn der Infekt geht gar nicht von den Zähnchen aus. Die gesamten 99 Minuten spielen sich in dem kleinen Studio ab, somit wird man auch gerne mal an alte Horrorschinken erinnert, die ebenfalls nicht viel mehr Kulissen hatten. Das Prinzip funktioniert immer noch gut, denn mit richtig gesetzten Momenten kann man auch so grandiose Spannung aufbauen.

"Oh, God. You're gonna eat me soon, aren't you?"


Dieses Kammerspiel setzt aber eines voraus: Die wenigen Personen, die in eben diesem Raum spielen, müssen die Sache rocken. Leider sind es nur 2/4 des Casts, die hier überzeugen und mitreißen, die andere Hälfte ist nervtötender Abschaum den man nur zu gut aus Horrorfilmen kennt, Charaktere, die einzig allein dazu animieren, den Bildschirm einschlagen zu wollen.

Der Versuch PONTYPOOL glückt nur dank der perfekten Kombination aus Regisseur Bruce McDonald und Protagonist McHattie. Beide treten mit ihren Einfügungen unglaublich Selbstbewusst auf und verleihen dem Film somit das gewisse Etwas. Die Einfälle waren interessant und haben das Genre neu erfahren lassen, zukünftige Ableger dürfen hier gerne abschauen - und die Fehler bitte nicht übernehmen. Sie haben einfach zu viel der Spannung rausgenommen und die Höhepunkte etwas vergessen lassen. Nichtsdestotrotz ein Muss für jeden eingefleischten Zombie- und Horrorfan.


"You have to stop understanding! Stop understanding what you are saying! Stop understanding and listen to me!"


6.0/10


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