Sonntag, 18. August 2013

Sons of Anarchy - Das harte Leben eines Bikerclubs / Season 1

Die Überwindung war schwer. SONS OF ANARCHY wird immer wieder als eine der besten Serien der Welt bezeichnet, und dennoch wird es eine bestimmt Personengruppe schwer haben, sich überhaupt dazu durchzuringen, mit der Serie anzufangen. Nämlich die, in der auch ich bin. Diejenigen, die mit Harleys keine große Freude in Verbindung bringen und die mit Bikern in keiner Lebensweise was zu tun haben. Tja, im Endeffekt geht es aber genau darum.


Story:
Ein Waffenlagerhaus der 'Sons of Anarchy' wird von der Mexikanischen Gang 'Mayans' überfallen und abgefackelt, wobei zwei illegale Mexikanerinnen ums Leben kommen. Erbeutet wurde dabei auch die Lieferung an die One Niners aus L.A. Clay, der Chef (Ron Perlman) der SoA, setzt alles daran, die Waffen zurückzubekommen. Gemma, Clays Frau und Mutter von Gründersohn Jax, findet derweil Jax’ schwangere Ex-Frau Wendy mit einer Überdosis Crystal Meth regungslos auf und bringt sie ins Krankenhaus...


Nachdem man sich mal dazu überwunden und die erste Folge abgeschlossen hat: Wie konnte man so falsch liegen? Eine Motorradgang ist plötzlich dass, was im eigenem Leben wohl schon immer gefehlt hat und sympathischer hätte man sich die Jungs einfach nicht ausmalen können. Es ist trotzdem so, dass man eine gewisse Zeit braucht, um sich vollkommen in dieses Konzept vertiefen zu können. 

Staffel 1 kann man gut mit anderen großen Serienablegern vergleichen. THE SOPRANOS, BREAKING BAD und wie sie nicht alle heißen, beginnen recht anständig und langsam erzählt. Kann man von SONS OF ANARCHY nicht vollkommen behaupten, da man schon ziemlich früh auf die Kacke haut. Doch merkt man schon ziemlich genau, dass in den folgenden Staffeln noch so viel mehr kommt, als hier gezeigt wird. 

 "We gotta prepare ourselves for a truth we may not like."



Man vermag es nicht zu glauben, doch die Sons bieten mit das emotionalste Serienfutter, dass man auf dem Markt aktuell finden kann. Obwohl sich die Story oberflächlich um Gangs, Ballereien, Dealereien und harte Jungs dreht, ist es ein wahres Kunststück, auf so viel mehr zu verweisen. Da muss man einfach mal ein Lob an Schöpfer Kurt Sutter richten, denn er hat Figuren wie Jax Teller und Clay Morrow eine unglaubliche Balance an Gefühl und Männlichkeit verpasst, Gemma (=Katey Sagal, besser bekannt als Peggy aus "Eine schrecklich nette Familie") ist da eine sogar noch größere Überraschung - ein Wucht die Frau. Doch schafft man es noch nicht einmal ansatzweise, sich in der ersten Staffel in eine der Personen hineinzuversetzen, dafür war der Tiefgang der einzelnen noch zu kurz.
Storytechnisch bleibt man noch auf dem Bike und liefert verzehrungsleichte Kost, führt geschmeidig an die Club's ran und deutet schonmal leicht an, was da noch alles auf einen zukommt. Lauwarmer Serienauftakt, der spannender nicht hätte verpackt werden können.
"You feel all that, baby. You feel it here. You walk out that door...you be the man they all need you to be."

8.0/10


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