Samstag, 14. Dezember 2013

Trejos Zweites Massaker - Machete Kills

©Sony Pictures

Machete hat einen neuen Auftrag. Um endgültig als US-Staatsbürger durch die Welt laufen zu können, soll Machete dem US-Präsidenten persönlich einen Gefallen machen. Er soll den Revolutionär Marcos Mendez töten, da dieser mit einem atomaren Angriff droht. Mendez hat eine gespaltene Persönlichkeit und eine Apparatur an seinem Herzen, die beim Aussetzen des Herzschlages eine Atomrakete direkt auf Amerika abfeuert. Fortan sorgt Machete dafür, das Mendez Pumpe weiterschlägt und sucht die einzige Person, welche die Mechanik entschärfen kann. Diese Person scheint Luther Voz zu sein. Doch der hat seine ganz eigenen, durchtriebenen Pläne...

Und wieder einmal scheitert eine Fortsetzung das Niveau ihres Vorgängers zu erreichen. In den meisten Fällen schon vorprogrammiert, ist es hier aufgrund des Storyverlaufes besonders ärgerlich. MACHETE KILLS will, wie sollte es auch anders sein, einfach viel zu viel. Gerade bei Exploitationfilmen stellt man sich die Frage wie man noch höher springen kann, noch weiter fliegen kann, noch härter vorgehen kann. Es muss alles noch extremer sein, noch krasser, noch unglaublicher. Genau so ist auch MACHETE KILLS aufgebaut. Es liegt in der Natur des Menschen sich weiterzuentwickeln, sich zu verbessern. Und auch bei Regisseur Robert Rodriguez ist eben nicht alles Gold was glänzt. So entwickelt sich aus diesem Zweiten Teil ein Film, welcher sich im Endeffekt zu keiner Zeit mit dem ersten Teil anfreunden kann, sondern seine eigene Erfolgsstory werden möchte. Denn Anstatt sich der Elemente des Ersten Teiles zu bedienen und einen neuen spannenden Plot zu basteln, bestehen die Macher hier auf eine noch härtere, noch abstraktere, noch überladenere und noch überzogenere Gangart. Und damit kann sich das Publikum zunächst auch noch anfreunden. Die ersten Minuten in MACHTE KILLS sind einfach spitze. Spannung, Spaß und Einfallsreichtum bestimmen hier das Spielgeschehen. Rodriguez´ Fabel für Hubschrauberpropeller kommt in dieser Phase häufig zum vorschein und mit ihm probiert er gleich einige sehr interessante neue Kameraaufnahmen aus. In neuen Winkeln werden die Gliedmaßen überall über die Leinwand gewirbelt und der Zuschauer wird zu dieser Zeit wirklich sehr gut unterhalten. Das ist das Niveau des ersten Teiles, das ist genau das was einem so Spaß an der Grundidee MACHETE gemacht hat.

Es ist wirklich entsetzlich wie das Team um den gebürtigen Texaner den Karren noch gegen die Wand fährt. Zu einem Zeitpunkt, wo der Film wirklich in Fahrt kommt und durch die Bank Spaß macht, verzichten die Macher hier fortan auf jeglichen Witz, auf jeglichen Humor, auf jegliche Sympathie und entfachen einen blutigen Marsch durch die Filmsettings, welcher nur selten von unnötigen Dialogen unterbrochen wird. MACHETE KILLS entwickelt sich trotz dem Wiedersehen mit den Figuren aus Teil 1 zu einem lieblosen Blutbad, das den Zuschauer zwar irgendwie bei Laune halten kann, aber keinesfalls zu überzeugen weiß. Innerhalb weniger Sekunden entwickelt sich ein Bruch in der Mache des Filmes, eine komplett andere Handschrift, die der Story und der Wirkung des Streifens nahezu das Genick bricht.
Da werden komplett unwichtige Handlungsstränge eingefädelt um Charaktere wie Lady Gaga auf die Leinwand zu bringen. Lächerliche Masken-Tricks, die schon in der MISSION:IMPOSSIBLE – Reihe einen faden Beigeschmack haben, geraten hier an die Tagesordnung. Es wird getrickst, verarscht und manipuliert wo es nur geht. Das alles hat nichts mehr mit protzigem Action-Splatter zu tun, sondern es ist eine Schlacht geworden. Eine Schlacht mit einigen coolen Momenten, dennoch ging der Flair des Vorgängers nahezu vollständig verloren.
©Sony Pictures
Score und Kameraführung gehen nach vorne und passen sich der Härte und der Schnelligkeit des Filmes an. In der Besetzung hat sich ein bisschen etwas getan. Während Charlie Sheen zum aller ersten Mal unter seinem bürgerlichen Namen Carlos Estévez schauspielert, gesellen sich mit Demián Bichir und Mel Gibson zwei neue Gegenspieler dazu. Demián Bichir spielt sich ein wenig in den Vordergrund, was aber bei der versteinerten Miene Danny Trejos kein besonders schweres Unterfangen ist. Bichir erwischt mit der Figur des Marcos Mendez einen Charakter, der in diesem Fall nicht unbedingt schwer zu spielen ist, aber trotzdem für Aufsehen sorgen kann. In einem gewissen Maße hat Bichir diese guten Voraussetzungen genutzt.
Auch Mel Gibson hat mit der Rolle des Bösewichtes Luther Voz eine angenehme Rolle erwischt, die er ausfüllt aber mit keinerlei Authentizität versehen kann.


So bleibt MACHETE KILLS unterm Strich zwar immer noch ein recht unterhaltsamer Film, der Fans des ersten Teils nicht komplett enttäuschen wird, aber dennoch ein gutes Stück hinter seinen Erwartungen und der Qualität des Vorgängers zurück. Die Macher verstricken sich teilweise in ein kleines Wirrwarr, welches letztlich von einer finalen Schlacht und einer Menge Blut zerbombt wird. Überflüssige Figuren und Handlungen sorgen letztlich dafür, das die ordentliche Anfangsphase nach voller Laufzeit kaum noch in Erinnerung bleibt. Schade, hat man doch so vielversprechend angefangen.


©Sony Pictures
Genre: Action
Originaltitel: Machete Kills
Regisseur: Robert Rodriguez
Darsteller: Danny Trejo, Jessica Alba, Michelle Rodriguez, Mel Gibson, Carlos Estevez, Demián Bichir
Erscheinungsjahr: 2013
Produktionsland: USA
Laufzeit: 107 Minuten 
Originalsprache: Englisch, Spanisch
Altersfreigabe: FSK 16

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