Freitag, 13. Dezember 2013

Danny Trejo im Blutrausch - Machete

©Sony Pictures

Machete ist ein Schatten seiner Selbst. Früher ein mexikanischer Bundesagent, jetzt ein illegaler Einwanderer in Texas, auf der ständigen Flucht vor der Einwanderungsbehörde. Seine Familie, von Drogenbaron Torrez ausradiert, seine Identität verloren, seine Legende jedoch existiert. Als ihm der Geschäftsmann Michael Booth 150.000 Euro anbietet um den US-Senator McLaughlin zu erschießen, wird Machete in einen Komplott gezogen, der grenzübergreifend einigen Menschen Kopf und Kragen kosten könnte. Mit dem Rücken an der Wand sucht Machete Hilfe bei Agentin Sartana und der Chefin des sogenannten ´Netwerks´- Ché. Zusammen stellen sie eine Armee auf, die der Korruption und dem Drogenhandel in Texas und Mexiko Einhalt gebieten soll. Ein Pfad, gesäumt von Leichen entsteht...


An MACHETE scheiden sich womöglich die Geister. Der Zuschauer zweifelt nicht nur an seiner Integrität, sondern auch an seinem hoffentlich gesundem geistigen Zustand, wenn nach circa 100 Minuten die Credits über die Leinwand huschen. Exploitation-Kino at its best oder doch eher eine hirnlose Massenhinrichtung ohne Liebe und künstlerischen Wert? Wohl irgendwo dazwischen reiht sich dieser, um es gelinde auszudrücken, extreme Film ein.
Ein Mann der alles verloren hat und vor einem schwarzen, dunklen Abgrund steht. Eine Waffe, die dieser Mann beherrscht wie kein Zweiter. Eine Waffe, die er nicht scheut einzusetzen. Eine Machete.

Die üblichen abgedroschenen Phrasen erübrigen sich wohl von selbst. Natürlich, ist das hier mit das überzogenste was die Leinwand je gesehen hat, wenn sich Danny Trejo mit Hilfe eines Darmes eine Etage tiefer seilt. Aber genau über dieses ´Niveau´, diese Art von Film sprechen wir hier. Pure Action, pure Gewalt, purer Sex.
Natürlich verherrlicht MACHETE durch die Bank den Einsatz von Gewalt, preist die biblische Einstellung ´Auge um Auge, Zahn um Zahn´ in einer Tour an. All diese Tatsachen sorgen im Normalfall dafür, dass ein Streifen zum absoluten Flop, in manchen Fällen gar zu einem Hassobjekt mutiert. So unverständlich es auch klingen mag, aber Robert Rodriquez beweist hier einfach Charme. Die Gewaltszenen gehen so fließend ineinander über, das der Zuschauer teilweise nicht einmal realisieren kann was jetzt gerade passiert ist. Der Schrecken ist zwar in einer Art vorhanden, die sicherlich bedenklich ist, wird jedoch auf keinen Fall so inszeniert, dass der Zuschauer angewidert oder abgestoßen ist. Es ist die Schnelligkeit des Filmes und auch der Ideenreichtum, der ihn vertretbar erscheinen lässt. Es gibt mal hier einen lässigen Spruch, mal dort. In der nächsten Szene wird ein Soldat durch die Hydraulik eines Muscle Cars ins Jenseits befördert. Das ist schon alles sehenswert und auf irgendeine bestialische Art auch komisch. Regisseur Rodriguez hat schlicht und ergreifend die Gratwanderung gemeistert, indem er den Film in keinem Fall einen Hauch der Ernsthaftigkeit verliehen hat.

©Sony Pictures
Es muss eben dieses dann doch irgendwo überzeugende Konzept gewesen sein, welches Schauspielgrößen wie Robert de Niro dazu verleitet hat sich diesen reißerischen Spaß zu gönnen, denn unterm Strich ist MACHETE mit einem sehr klangvollen wie passenden Cast ausgestattet. Allen voran natürlich Danny Trejo, der dem Film ein Gesicht gibt welches wie die Faust aufs Auge passt. Jessica Alba und Michelle Rodriquez bekleiden die relevanten weiblichen Rollen. Dazu kommen noch Männer wie der oben schon genannte de Niro und Steven Seagal. Schauspielerisches Können ist in der Tat bei diesem Projekt nicht sonderlich gefragt, sodass es teilweise einem Schaulaufen der Stars gleicht, welches alle paar Minuten durch das Umherschwingen von Messern und Waffen unterbrochen wird.

MACHETE sollte man mit einem zugedrückten Auge sehen. Die Sprüche sitzen. Der Film hat Style und eine ungeheure Coolness. Die Actionsequenzen sind schnellebig, intensiv und ordentlich choreographiert. Und wenn das alles nicht hilft haben wir noch Danny Trejo, der zwar sehr gewöhnungsbedürftig ist, aber einmal in Fahrt wohl kaum einem nicht gefallen wird.

Es wird spannend zu sehen sein, wie die Macher den zweiten Teil kreieren und ob dieser noch genau diese positiven Facetten in die Kinos transferieren kann. Bis dahin heißt es - Machete Kills!  


Bewertung: 07/10


©Sony Pictures
Genre: Action
Originaltitel: Machete 
Regisseur: Robert Rodriguez
Darsteller: Danny Trejo, Jessica Alba, Michelle Rodriguez, Rober de Niro, Steven Seagal, Jeff Fahey
Erscheinungsjahr: 2010
Produktionsland: USA
Laufzeit: 105 Minuten 
Originalsprache: Englisch, Spanisch
Altersfreigabe: FSK 18

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