Dienstag, 19. November 2013

Scrubs - Season 1


Für John Dorian, Christopher Turk und Elliot Reid ist das Sacred Heart Hospital nun ihr neues Zuhause. Nachdem sie ihr Studium abgeschlossen haben werden sie jetzt als Assistenzärzte in die turbulente Welt des Krankenhaus-Alltags geschmissen und müssen nun in der Arbeitswelt Fuß fassen. Begleitet von einer mehr als einzigartigen Truppe von Kollegen, Chefs und Freunden entwickelt sich dieser zu einem Lebensabschnitt, welchen die Nachwuchs-Ärzte nie wieder vergessen werden.

SCRUBS ist eine dieser Serien zu denen man sich nicht beim ersten Mal traut etwas zu schreiben. Zu bedeutend sind die Momente, die dieses Projekt entwickeln, zu liebenswürdig die Figuren, zu legendär die Tagträumge eines John Dorian und zu komisch die Ideen der Macher.
Es muss schon ein besonderes erfüllendes Gefühl sein wenn ein Mensch wie Bill Lawrence merkt, dass seine Idee zu einer Serie taugt, die zumindest über Acht Staffeln verteilt ein gigantisches Niveau hält und durchweg gute Kritiken erhält. Liebt man die eine Staffel, liebt man die anderen auch, so ist das mit SCRUBS. Doch zunächst beginnen wir mit Staffel 1.

SCRUBS beginnt bei der Eingliederung und Umsetzung seiner Charaktere sehr schnörkellos. Keine zwei Gesichter, kein böses Erwachen. Die Eigenschaften der Figuren werden tauchen sofort an der Bildoberfläche auf, es gibt ´Gut´ es gibt ´Böse´ aber es gibt vor allem in jedem Fall urkomisch. Über die verschiedenen Rollen könnte man wohl stundenlang philosophieren und schreiben und das womöglich mit absoluter Freude. An vorderster Front agiert John Dorian, kurz J.D. Leitwolf und absolutes Aushängeschild. Die liebenswürdige Hauptfigur beglückt das Publikum vor allem mit seinen verrückten Tagträumen, seiner Bromance zu Turk und seinem zutraulichen Verhalten seiner Mitmenschen gegenüber. Zach Braff stellt hier unter Beweis das er ein Ausnahmeschauspieler ist, da er zahlreiche Momente beschert die unter die Haut gehen und in jeder Sekunde der Staffel abliefert. Er wird zur Identifikationsfigur der Serie und zum absoluten Publikumsliebling. Dann gibt es den coolen Chirurg Turk gespielt von Donald Faison, der die Beziehung zu J.D entscheidend prägt und auch ansonsten für einige Lacher verantwortlich ist. Der heimliche Liebling Dr.Cox, zynisch, rhetorisch genial und trotz seiner konstant abgeneigten Haltung gegenüber nahezu jedem Wesen auf diesem Planeten durch und durch sympathisch. Es gibt einige weitere Namen, Elliot Reid, Carla oder auch fantastische Nebenrollen wie Todd, Ted und die des Hausmeisters. Allesamt zum Brüllen. Es ist eine wahnsinnige Stärke dieser Serie, dass das Fehlen eines Charakters sofort auffallen würde und es gibt wirklich viele Figuren, die im Sacred Heart Hospital ihr Unwesen treiben.


SCRUBS grenzt sich in vielen Belangen von der typischen US-Comedy-Serie ab. Zunächst einmal ist SCRUBS keine Sitcom. Kein blechernes Gelächter, kein vorgeschriebenes Lachen. Was hier einen ganz großen Pluspunkt darstellt ist die Tatsache, dass SCRUBS keine pure Comedy ist. Was hier passiert wird als Dramedy bezeichnet. Klar steht der Humor im Vordergrund, dennoch ist ein Wichtiges Element der moralische Fingerzeig, der nahezu am Ende jeder Folge vorgesehen ist. Zwischenmenschliche Beziehungen, Alltagsprobleme, Dinge die jedermann kennt und mit denen jeder zu kämpfen hat, werden in SCRUBS zwar humoristisch visualisiert, aber nie ohne die nötige Ernsthaftigkeit abgehandelt. So wird dieses Projekt auch inhaltlich, von Seiten der Charaktertiefe und der ganzen emotionalen Bandbreite zu einem ernstzunehmenden Ableger, der mehr als nur einmal den Zuschauer in seiner ganzen Wucht zu berühren weiß. Zwischen all der Fröhlichkeit, der Verrücktheit, des Humors bewahrt sich SCRUBS eine Menschlichkeit, die so in keiner bisherigen Serie in dieser Form umgesetzt wurde. Zwischen all den Fassaden, den verschiedenen Charakteren haucht immer wieder ein melancholischer Luftzug der Freundschaft, Liebe und Zuneigung durch die mit Patienten gefüllten Hallen des Krankenhauses. All das macht die erste Staffel zu einem wahrhaft leichten Auftakt in ein ganz großes Abenteuer, welches Sehnsüchte, Wünsche und Träume erweckt und anregt.


Zwischen sympathischen und unsympathischen Patienten, zahlreichen lustigen und spannenden Nebenhandlungen, sowie der Interaktion jedes einzelnen Charakters mausert sich SCRUBS zur komischsten und ernstzunehmendsten Serie der letzten Jahre. Eine Abhandlung aller bewegenden Momente und Situationen, die das Leben so bietet, angeführt von einem nachdenklichen Zach Braff, der wohl eine der bedeutendsten Figuren und Leistungen in der Serienlandschaft abgeliefert hat. SCRUBS wirkt auf positive Art und Weise nach, und das als Bonus zu den ganzen Lachern die Folge für Folge herausgekitzelt werden. Eine famose Leistung, die so ganz gar nicht in Worte zu fassen ist. Staffel 1 stellt den Auftakt zu etwas ganz großem dar und ist von Sekunde 1 an, wie man so schön sagt ´on fire´. 


Bewertung: 09/10


Genre: Comedy
Originaltitel: Scrubs
Idee: Bill Lawrence
Darsteller: Zach Braff, Sarah Chalke, Donald Faison, Judy Reyes, John C. McGinley, Ken Jenkins, Neil Flynn
Erscheinungsjahr: 2001
Produktionsland: USA
Laufzeit: ca. 24 x 22 Minuten
Originalsprache: Englisch

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