Donnerstag, 22. August 2013

Little Miss Sunshine - 'Everybody just pretend to be normal'



Kleine, feine und herzvolle Filme wie LITTLE MISS SUNSHINE sind es, die immer wieder eine gelungenes Aufpush-Programm für die eigene Seele darstellen. Nach 100 Minuten Motivationsspruchdauerbestrahlung ist es auch schwer, dass völlig abzublocken. So wie Abigail Breslin (= irgendwie nervig aber auch ziemlich 'oho') hier den Schönheitswettbewerb rockt, könnte man es wohl auch selber. Denkt man. Fühlt man. Im Endeffekt wurde damit das Ziel erreicht, die Regisseure Dayton und Faris zeigen, dass egal was dir passiert, ob dich nun jemand verlässt, ob du bankrott, geschieden bist oder ob du grade deinen größten Traum verloren hast, es immer einen Weg gibt, das Beste draus zu machen und ein neues, noch besseres Ziel zu finden. 

Schön und gut, solche Filme bewirken damit etwas verdammt positives und sind nur weiter zu empfehlen, doch muss man sich nicht wundern, wenn man als Feedback zu hören bekommt, dass das ein total schnulziger, überzogener Karikaturenverschliss ist. Was auch ebenfalls richtig ist, denn solche Figuren kriegt man auf so engem Raum niemals in Wirklichkeit zu sehen. Nicht in der Art. In Schutz nehmen möchte ich aber Opa Alan Arkin, welcher hier zu Recht einen Oscar abstauben konnte und eine der coolsten Säcke überhaupt ist. Das er in Bruce Willis Grandparents-Gang R.E.D. nicht dabei ist/war wundert mich doch stark.





Ein vollkommen rundes Paket stellt das kleine Fräulein Sonnenschein für mich jedoch nicht dar, dafür hinkt das ganze Ding stellenweise einfach zu gewaltig, Running-Gag Versuche wie die klemmende Hupe sind der Tod jedes Nerves und die Ausdünnung des Casts wird an falschen Stellen begangen. 

Nichtsdestotrotz ist LITTLE MISS SUNSHINE das Mr.Goodlife der Filme, ein wandelnder Motivationsschub der nicht mehr will, als das Leben des Hinguckers zu bejahen und aufzupäppeln. Aber genau wie Ansporn-Papa Greg Kinnear (= schlimmer als die Hupe), kann genau das manchmal extrem nerven, "Zu viel des Guten" ist eine Phrase, die hier gerne als Untertitel hätte genommen werden können. 

"Jesus, I'm tired. I'm so fucking tired. You know how tired I am? If a girl came up to me and begged me to fuck her, I couldn't do it. That's how tired I am."

7.0/10


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