Donnerstag, 23. August 2012

Ein versauter Teddybär springt mit Marsbewohnern fast vor den Altar


Ted (2012)
(Genre: Komödie / FSK: 16 / Laufzeit: ca. 110 Minuten / Land: US)
Es war im vorhinein ein interessanter Gedanke das Seth McFarlane, der Schöpfer von "Family Guy", eine richtige Komödie ins Kino bringen möchte. Ich meine, er hat eine ungewöhnliche und dennoch so schön erfrischende Art frei aus der Leber reden zu können. Dabei wird er öfters mal vulgär, klar, doch ist das nie unpassend oder besitzen seine Witze gar Fremdschampotenzial. Das ist vor allem die Kunst, er wandert den Grat zwischen lachen und peinlichem schmunzeln unglaublich gut. Überraschend passend gelungen fand ich in erster Linie nicht einmal die witzigen Einlagen, sondern die skurrilen und dennoch vollkommen zutreffenden Persönlichkeitsprofile. Wir haben da auf der linken Seite zum Beispiel den Supermarkt-Filialleiter bei dem wohl alles in seinem Leben schief läuft und sich deswegen durch die Totalausfälle von Ted wieder lebendig fühlt und dem plüschigen Freund dann auf eine etwas ungewöhnliche Art seine Freude zeigt, oder auf der rechten Seite den ohnehin schon im Mittelpunkt stehenden John (Mark Wahlberg). Anhand von ihm und Ted möchte man nämlich zeigen, das wir für alles Ausreden finden, das wir die Schuld nur zu gerne auf andere schieben möchten. Man könnte Ted nämlich auch durch andere, wichtige persönliche Gegenstände tauschen. John heftet sich daran weil er damit nur gutes verbindet und es nicht mehr missen möchte. Das gleiche Prinzip würde auch mit einem nostalgischem Kopfkissen aufgehen. Das tolle an Seth McFarlane ist, das er immer eine nette Botschaft parat hat, hier kriegt er sogar süße, kleine, nachdenkliche Dialoge gegen Ende reingequetscht ohne das es abgedroschen wirkt. Aber das wichtigste, und vor allem das was ja sowieso über 90% der Zuschauer erwartet haben, ist ja das eine gute Komödie entstanden ist. Und für jeden mit dem entsprechendem Humor: "TED" ist es auch geworden. Das darf man behaupten obwohl hier bis auf den  Teddy nichts innovatives drin steckt. Doch wisst ihr was? Der Teddy ist genial. Jeder liebt Teddys, jeder hatte mal einen und so mancher hatte bestimmt auch mal den Wunsch das sein eigener lebt. Und niemand hätte sich einen langweiligen, Bücherleskumpelteddy gewünscht. Jeder hätte sich Ted gewünscht.
Wertung: 7/10


Fast verheiratet (2012)
(Genre: Komödie, Drama / FSK: 12 / Laufzeit: ca. 124 Minuten / Land: US)
"Fast verheiratet" hat mich die gesamte Laufzeit immer etwas an "500 Days of Summer" erinnert, zu einem ähneln sich die Geschichten phasenweise immer etwas, und zum anderen, zum auffälligerem Teil, gibt es keine großen 0815-Punkte die abgearbeitet werden. Nicholas Stoller hat den Cast, der unter anderem aus Jason Segel("How I met your Mother"), Alison Brie("Community") und Emily Blunt("Der Teufel trägt Prada") nahezu ideal genutzt und eine etwas andere Romcom geschaffen. Dabei wurden die Charaktere so wunderbar besetzt, dass jeder seine ganze Palette an Lieblichkeiten und Macken ausspielen kann. So enstehen vor allem zu dem Protagonistenpärchen große Sympathien und man fiebert der Hochzeit, die einfach keinen Termin findet, leicht entgegen. Achja, apropos "etwas anders", sehr nett fande ich auch die Idee, das man zwei Pärchen und ihre Liebesachterbahn über die gesamte Laufzeit immer wieder vergleicht. So kommt es immer wieder zu ulkigen Momenten die immer mal wieder für neue Lacher sorgen. Was mich auch verblüfft hat war die Inszenierung, es gab Szenen- und Zeitsprünge, bei denen man dann gedacht hat das es nur ein Witz sei, ein lustiger Blick in die Zukunft der aber so niemals in Erfüllung gehen werden. Man hat dann immer mit dem Ende der Vorblende gerechnet, doch sie trat nie ein. Das zeigt, dass auch Filme dieses Genres immer noch Überraschungen enthalten können. Nicholas Stoller hat in 2 von 3 Regiefällen mit Jason Segel zusammengearbeitet, ich hoffe da kommen noch ein paar mehr Projekte zusammen, das Team kann was.
Wertung: 7/10


Mars Attacks! (1996)
(Genre: Komödie, Sci-Fi / FSK: 12 / Laufzeit: ca. 102 Minuten / Land: US)
Tim Burton ist weniger für Nonsens als für feine Magie bekannt, doch kann er es mit grade genanntem ebenfalls aufnehmen, das präsentiert er mitsamt seinem unglaublichem Staraufgebot. Nonsens hat auf jeden Fall Daseinsberechtigung, vor allem wenn er mit spitzohrigem und ironischem Humor gehandhabt wird.  Sarah Jessica Parker Anti-Fans dürften hier auch ein paar unvergessliche Szenen verpasst bekommen, leider spielen Pferde darin jedoch keine Rolle. Nonsens kann außerdem kombiniert mit grenzenloser Kreativität so herrlich aussehen, alles wirkt so wunderbar skurril und einzigartig. Beeindrucken dürfte die meisten auch Jack Nicholsons Doppelrolle, der Mann hatte einfach schon immer ein gutes Schauspielwesen. Burtons kleines Regieexperiment hier ist alles andere als ein Missglück, es ist ein Beweis seines vielfältigen Talentes.
Wertung: 7/10


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