Freitag, 24. August 2012

"The Cabin in the Woods". Und du denkst dass du die Geschichte kennst.


Ok. Was haben wir hier. Eine Gruppe von Teenies also. Und sie macht in einer Hütte, die in einer verlassenen Gegend steht, Urlaub. Natürlich darf der Wald mit dem angrenzenden See nicht fehlen. Es wurde einfach an alles gedacht. So, meine Freunde, hat ein Horrorfilm auszusehen. Naja, jedenfalls war das mal so. Man denke an "Freitag der 13.". Heutzutage aber nicht. Jetzt regt man sich über diese Konstellation auf. Doch der Film weiss das. Er weiss das und will uns verarschen. Zumindest etwas. Alles ist dabei. Die Schlampe, der typische Athlet, die Jungfrau, ein schlauer Kerl und natürlich ein Kiffer. So typisch. So unüberraschend. Doch warte, was ist das? Was für Typen sind das, die diese Gruppe beobachtet? Was haben diese Herren in den Anzügen damit zu tun, warum laufen immer wieder Professoren durch das Bild? Und wieso zur Hölle haben sie Kameras in der Hütte installiert? Ok, ganz ruhig. Das wird bestimmt schwach aufgelöst. Ist man doch nicht anders gewohnt heutzutage. Den Zuschauer immer schön heiß machen und dann mit einem lächerlichen Twist abspeißen. Jaja, das kennen wir. Ich mach mir ja schon gar keine Hoffnungen. Doch warte mal. Das ist kein normaler Horrorfilm. Das ist...!

Ja was ist es denn. Ich kann es selber noch gar nicht richtig registrieren. Nein, es war kein Film voller Komplexität der das Hirn des Zuschauers in Millionen von Fetzen zerreisst. Er ist sogar so schön blöd wie die meisten Horrorfilme gehalten. Doch das liegt daran weil man das unbedingt wollte. Man wollte die Klischees bedienen, hat für sie sogar Rituale und Opfer gefordert. Wollte ihnen huldigen. "So sei es", sprachen die Götter der Horrorfilmindustrie. Sie wollten eine Show geliefert bekommen, eine unvergessliche, so das sie zufrieden bleiben. Für's erste. Für diese Show hat man sie alle versammelt. Monster aus allen Mythen und Geschichten, aus allen nur erdenklichen Kulturen. Der Horror wurde gefangen und wartet nur darauf abgerufen zu werden. Er ist bereit.

Ok, ja, das hört sich alles etwas verrückt an. Doch genau das ist auch der Film. Er spielt einem zuerst vor so schön langweilig und unschuldig zu sein, doch wie sich immer mehr herrausstellt, ist er das nicht. Man macht sich sogar nicht einmal die Mühe auf Gruselschocker zu setzen, vielmehr lockt man den Zuschauer vorerst mit den stereotypischen Charakteren und ihren einfältigen Witzen. Dann beginnt der Horror. Jedenfalls zum Teil. Ein weiterer Witz hier, eine sexuelle Anspielung woanders, und warte mal, eine kleine außerplanische Beschwörung da. Man kennt den Scheiß. Nein, gruselig ist das schon lange nicht mehr. Das wissen auch die Macher. Deswegen wird das schnell abgearbeitet, währenddessen verfeinert man dem Zuschauer die Wartezeit mit weiteren amüsanten Vorkommnissen. Es wird so geschickt eingefädelt das man selber gar nicht mehr auf richtigen Horror aus ist. Ja klar, die Atmosphäre ist super, doch man will im Endeffekt nur zwei Sachen. 1. Die sympathischen Szenen in denen entweder etwas lustiges geschieht, oder etwas klischeehaft übertrieben dargestellt wird und 2. die Weiterführung der 'richtigen' Geschichte. Alles was nur so angedeutet wird, findet an einer bestimmten Stelle seinen spitzen Punkt. Von da an beginnt das wahrlich faszinierende von "The Cabin in the Woods". Man ist ehrlich mit der Welt und sich selber, verfälscht nichts und präsentiert all das so, wie man es sich vorstellt. Keine "Wieso zum Teufel tust du das?!"-Momente, sondern einfach nur Szenen zu denen man schmunzeln muss, bei denen man sich "Ja man, gute Entscheidung!" denkt. Und wie im Film mal gesagt wurde das die Menschheit eine Veränderung braucht, sage ich, dassdas Horrorgenre ebenfalls eine benötigt. Oder zumindest brauchte, "The Cabin in the Woods" hat einen atemberaubenden Schritt nach vorne gemacht.


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