Freitag, 27. April 2012

Mit dem "Sturz ins Leere" beginnt das Survival-Drama




Alles ist weiß. Es ist kalt. Arschkalt. Es ist stürmisch. Verdammt stürmisch. Und es scheint auswegslos, oh so auswegslos. Klettern ist ein atemberaubender Sport, es ist ein Sport der höchste Faszination hervorruft, er ist majestätisch. Doch er ist auch extrem gefährlich, ein Fehler und man kann dem Tod hallo sagen. Wenn man zu zweit klettern geht, muss man sich vollkommen auf seinen Partner verlassen können, man muss sein Leben in seine Hände legen. Doch was macht man, wenn man in einer ausweglosen Situation steckt, und entscheiden muss, ob man das Leben seines Freundes, oder sein eigenes Leben rettet? Diese Entscheidung ist nur eine von vielen, die die zwei Bergsteiger Joe und Simon fällen müssen, während die nachgestellten Szenen laufen(perfekt inszeniert) reden die zwei darüber wie alles abgelaufen ist - schonungslos, ohne Kitsch. Sowas wie "ich habe alles getan um ihn zu retten" gibt es nicht, jeder hat an erster Stelle an seinen eigenen Arsch gedacht. Da die zwei von dem Erlebnis erzählen, weiss man das sie überlebt haben, das tut der Spannung dennoch keinen Abbruch, man bleibt angespannt, man gerät von einer "Wie soll der da blos rauskommen"-Situation in die nächste. "Sturz ins Leere" ist "127 Hours" im Eis und im Doku-Stil, es ist genauso nervenzerfetzend und fingernägelabbeißend spannend. Da hockt ein Kerl, und erzählt wie er mit einem gebrochenem Bein in einem Eisgletscher festsitzt, wie er verrückt wird weil er seit Tagen im Eis sitzt, bei -25°, wie er kurz vorm verdursten ist, wie er immer wieder daran denken muss das sein Freund wohl tot sei, und doch kämpft er. Er kämpft und sucht nach einer Lösung die es nicht zu geben scheint. Die verrücktesten Geschichten schreibt eben immer noch das Leben, diese Doku zeigt was für ein Überlebenswille im Menschen steckt, zu was er alles fähig ist. Man mag das alles nicht glauben, doch genauso entsteht eine "Der Mund ist und bleibt offen"-Doku. Kevin MacDonald ist wohl einer der besten Dokumentarfilmer, das beweist er hier, und das hat er spätestens mit "Life in a Day" bewiesen. 

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