Montag, 12. Januar 2015

BANSHEE CHAPTER - Auf dem Drogentrip zum Alienbesuch

(2013) / US / Laufzeit: ca. 85 Minuten / Horror, Found-Footage
von Blair Erickson, mit Ted Levine und Katia Winter

Im Kalten Krieg wollte man der Sowjetunion in jeder Hinsicht immer ein paar Schritte voraus sein. Ein gewisses Projekt der CIA geht aber ein bisschen über das allgemeine Wettrüsten hinaus. Im Untergrund ging man der Forschung der Bewusstseinskontrolle nach, bei der es zur Nutzung einer halluzinogenen Droge kam, die Trips mit sich zieht, bei denen LSD noch einiges lernen kann. Ein Teil der Restbestände der sogenannten "MK-Ultra" kommen in die Hände eines Studenten. Kurze Zeit nach der Einnahme hört er Stimmen und verschwindet daraufhin. Reporterin Anna Roland (Katia Winter) macht sich auf die Suche nach ihrem Freund und merkt ziemlich schnell, dass man das Zeug gar nicht erst hätte erfinden dürfen.

Dann geht es auch schon los. Mit Handkamera natürlich! Und dann mal wieder mit einer Professionellen. So geht es hin und her, während man sich nicht ganz entscheiden kann, ob das ganz geil, oder wieder komplett beschissen ist. Denn man muss ehrlich sein, das Found-Footage-Genre hat in letzter Zeit nicht viel gutes gebracht. Mit "The Blair Witch Project" lief die Sache eigentlich sehr verheißungsvoll an, doch die miesen Ableger stellten die wenigen guten Filme meist in den Schatten. Auch spaltet diese Machart die Gemüter. Bestes Beispiel dafür ist die "Paranormal Activity"-Reihe, welche entweder wirklich anhängliche Fans hat, oder eben Kritiker, die sich jeden Teil anschauen, nur um ihn dann zu zerreißen.



Mir persönlich gefallen diese Filme. "Banshee Chapter" hat sich nun aber mal nicht mit der unendlichen Geschichte der Geister befasst, sondern einfach mal die zweitgruseligste Horrorfigur genommen: Aliens. Richtigen Aliens. Keinen "Scary Movie", "Paul" oder "Mars Attacks" Aliens. Wobei letztgenannte dann doch etwas creepy sind. Und man muss sagen: Für ein Debüt alle mal sehenswert. Regisseur Blair Erickson verpackt mit seinem geringen Budget eine aufgepeppte Story mit deftigen Schockern. Leider fehlt ihm aber noch das Händchen für einen konstant guten Film. Zu oft und viel verspielt man sich in Dialogen, die einen Gähner nach dem anderen herauslocken. 

Aber (!), wenn es dann zu den Hight-Intensity Momenten kommt, kann man sich auf einiges gefasst machen. Bösartig lässt man den Zuschauer minutenlang zappeln, bis er schlussendlich mit einem Jumpscare erlöst wird. Der Clou hier ist, dass man im Gegensatz zu den meisten anderen Genre-Vertretern auch visuell einige Ausschnitte zu sehen bekommt. Da kommt dann mal ein "The Grudge"-Feeling auf, fies durch und durch. Wäre am Gesamtprojekt etwas mehr gefeilt worden, hätte ein wirklicher Ausreisser der modernen Horrorfilme entstehen können.  So oder so: "Banshee Chapter" kann was und sollte für Fans auf jeden Fall mal vorgemerkt werden. 


6.0/10



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