Dienstag, 6. Mai 2014

Broadway Danny Rose - Woody Allen - Retrospektive #5

© Twentieth Century Fox


You know what my philosophy of life is? That it's important to have some laughs, but you gotta suffer a little too, because otherwise you miss the whole point to life.“

Danny Rose ist ein erfolgloser Künstleragent. Trotz seines enormen Eifers scheint ihm der Durchbruch und das große Geld nicht gegönnt. Immer wieder Springen ihm seine Künstler ab sobald sie die Chance sehen den ein oder anderen Dollar mehr zu verdienen. Ständig ist Danny Rose von Rückschlägen geplagt, sein Engagement jedoch bleibt ungebrochen. Als er eines Tages die Chance sieht den Sänger Lou Canova eine aussichtsreiche Karriere zu ermöglichen überschlagen sich die Ereignisse jedoch. Am Tag des wichtigen Auftritts soll Danny Rose Persönlich Canovas Geliebte Tina zum Konzert begleiten. Doch dieser Auftrag entpuppt sich als ein deutlich mühseligeres Unterfangen wie es sich zu Beginn angedeutet hatte. Ein verzwickter Lauf gegen Zeit, Mafia und eine der wichtigsten Erkenntnisse dieses Lebens beginnt.

Es ist tatsächlich immer wieder faszinierend welche Ideen und Einfälle, ja wahre Geistesblitze, Woody Allen nicht nur hat, sondern wie er diese dann letztendlich auch wahrhaftig visualisiert. Im Falle von BROADWAY DANNY ROSE honorierte die Acadamy dies auch zumindest mit der Nominierung für den Oscar – Bestes Originaldrehbuch 1984. Allen erschafft auch in diesem Projekt wieder ein ungewöhnliches Milieu, welches wiederum die Basis für eine weitere spannende sowie amüsante Komödie ist, die wie man es vom gebürtigen New Yorker nicht anders gewohnt ist grundlegende Problematiken, Erkenntnisse oder auch Logiken aufgreift.
Thematik, Problematik sind in diesem Film wohl sehr nah beieinander. Es geht um Geld und Ruhm, es geht um Herkunft und Wurzeln, um Dankbarkeit und Schuld, um Loyalität. Und es geht schließlich und letztlich um die Frage „Inwiefern ist es in Ordnung illoyal zu handeln? Ist es überhaupt legitim?“

Allen verdeutlicht in BROADWAY DANNY ROSE den wohl wichtigsten Wert der Gesellschaft bzw. den Wert, der zumindest der Wichtigste sein sollte. Wir reden über Loyalität. Über Freundschaft, Partnerschaft. Über Abhängigkeiten, über Dankbarkeit und die Tatsache wie schnell ein Mensch die Vergangenheit vergessen kann. Allen bringt diese Aussagen ohne große Dramatik an den Mann. Er ist kein Fan von all den Tragödien und Trauerspielen, er bringt seine Botschaften auch ohne die Schwarzmalerei ans Publikum. Er bleibt locker ohne dabei den gebührenden Respekt vor seinem Streifen zu verlieren. Die Zuschauer nehmen seinen Film Ernst und das obwohl BROADWAY DANNY ROSE zu keiner Zeit auf die Tränendrüse drückt, sondern lediglich eine Geschichte erzählt wie sie jedem Menschen auf dieser Welt passieren könnte. Seine Natürlichkeit, auch die Natürlichkeit und Glaubwürdigkeit seiner Figuren sind beispiellos und daher essenziell für den Film.

© Twentieth Century Fox

Mit durchgehenden Schwarzweißbildern bahnt sich Woody Allen seinen Weg in eine Welt der Entertainer, der Talente. Nicht nur als Regisseur, sondern auch als Schauspieler der zentralen Figur Danny Rose. In gewohnter Manier, lässt er hier seinem aufgedrehten Schauspiel freien Lauf. Eine sehr gewöhnungsbedürftige Art des Schauspiels, das sicherlich nicht jedem Konsumenten zu Gefallen weiß, aber generell eine sehr authentische und gelungene Leistung darstellt. Die Beiden anderen erwähnenswerten Figuren Tina Vitale und Lou Canova, werden von Mia Farrow und Nick Apollo Forte gespielt. Beide können jedoch nicht wirklich von sich überzeugen, bleiben austauschbar und sind somit sicherlich ein Makel eines sonst ganz ordentlichen Filmes, der auch eine weitere sehr angenehme Tatsache in sich selbst beinhaltet, nämlich das die Laufzeit sehr angemessen ist. Keine unnötigen Ausschweifungen oder überflüssige Nebenhandlungsstränge um auf Länge zu kommen. Nein, kurz, prägnant arbeitet Allen seine Intentionen, seine Fragen, seine Probleme ab und sorgt so für ein angenehmes Filmerlebnis, welches der Zuschauer auf keinen Fall bereut.

BROADWAY DANNY ROSE ist eine weiteres gutes Werk Woody Allen´s und zeichnet sich typischerweise durch seine kecke Art aus, durch Allen´s Tatendrang und natürlich durch zahlreiche Gags, die den humoristischen Anspruch des Filmes ausreichend füttern.
Kein Höhepunkt in Allen´s Filmographie, aber ein mehr als nur solider Streifen, der Spaß macht!



It's very important to be guilty. I'm guilty all the time and I never did anything.“



Bewertung: 06/10



© Twentieth Century Fox

Genre: Komödie

Originaltitel: Broadway Danny Rose
Regisseur: Woody Allen
Darsteller: Woody Allen, Mia Farrow, Nick Apollo Forte, Milton Berle
Erscheinungsjahr: 1984
Produktionsland:  USA 
Laufzeit: 80 Minuten 
Originalsprache: Englisch, 
Altersfreigabe: FSK 12

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