Dienstag, 1. Oktober 2013

Ein Geheimtipp aus Großbritannien - Lachsfischen im Jemen


Als Anwältin Harriet Chetwode – Talbot den Angelexperten Dr. Alfred Jones um einen außergewöhnlichen Gefallen bittet, ist dieser zunächst sofort der Ansicht Opfer eines Scherzes geworden zu sein. Es geht um die Lachsfischerei in Jemen. Der wohlhabende Scheich Muhammad ibn Zaidi in die Tat umsetzen und möchte den angesehenen Dr. Jones unter seinen Mitarbeitern und Beratern wissen. Nach einiger Überzeugungsarbeit willigt der unterm Pantoffel seiner karrieregeilen Ehefrau stehende Professor ein und fasziniert sich immer mehr für das abstruse Unterfangen. Mit der sympathischen Harriet arbeitet er fortan an einem Traum, der eine ungeheure Symbolik für die gesamte Welt besitzt.

Um einen Traum in die Tat umzusetzen braucht es einige von Attributen die man mitbringen muss. Beispiele wären Dinge wie Glaube, Geduld, Disziplin und Herzblut. LACHSFISCHEN IM JEMEN schafft es auf ruhige und beschauliche Art und Weise dieses Vorhaben in eine gefühlvolle und kecke Geschichte zu verpacken, die den Zuschauer aufhorchen lässt und zum Nachdenken anregt.

Mit sinnvoll eingestreutem Humor und einem romantischen Flair schafft es dieser britische Streifen seinen eigenen Weg zu gehen und sich von dem grauen Mainstream abzugrenzen. Eine nahezu zauberhafte Geschichte, der man leicht folgen kann, ein simples Konzept welchem der Zuschauer wie gebannt folgt, machen LACHSFISCHEN IM JEMEN zu einer Art Feel-Good-Reise an die man sich gerne zurück erinnert. Sanfte Farben, eine positive Aura und eine geschliffene und bedachte Wortwahl sind hier Faktoren, die zu Gefallen wissen. Schöne Landschaften, die vor allem die idyllischen Bachläufe und Gewässer in den Vordergrund stellen und so die Thematik und den Film an sich zu unterstreichen in der Lage sind. Abseits dieser herrlichen Settings, werden die unterschiedlichen Wahrnehmungen der Bürolandschaft gekonnt in Szene gesetzt. Grau und trist trifft hier auf farbig und fröhlich, was den Film über noch in einen komplexeren Kontext gesetzt wird.

Die Romanze an sich wird hervorragend von den beiden Hauptdarstellern Emily Blunt und Ewan McGregor getragen. Während Emily Blunt der zerbrechlichen und gefühlvollen Sekretärin mit dem Zungenbrecher Harriet Chetwode-Talbot ein liebenswertes und glaubwürdiges Gesicht verleiht, schafft es Ewan McGregor mit routiniertem Spiel dem von der Vergangenheit und seinen Lebensumständen geprägten Angelexperten Dr. Alfred Jones wieder Träume und Leben in seinen gebeutelten Leib einzuhauchen. Zusammen ergibt sich ein harmonisches Schauspiel-, wie auch Charakterpaar, dass den Zuschauer mit auf eine Reise in eine Region nimmt, indem Menschenrecht mit Füßen getreten werden, aber immer noch genügend Personen vorhanden sind, die an ihre Träume glauben, diese zu schätzen wissen und anschließend in die Tat umsetzen. Britischer Humor, Gefühl und Ehrlichkeit sind die Eigenschaften die LACHSFISCHEN IM JEMEN zu einem bedeutenden Film der letzten Jahre machen.

Das Verwirklichen eines Traums ist mühselig und schwer. Das wird auf schöne und traumhafte Art und Weise gezeigt. Sollte man die Mittel und Wege kennen die einen zum Erfolg führen, sollte man dieses Wissen nutzen. In manchen Fällen bleibt nur zu sagen: Scheich müsste man sein.

Guter Film!


Bewertung: 07/10


Genre: Komödie, Romanze
Originaltitel: Salmon Fishing In The Yemen
Regisseur: Lasse Hallström
Darsteller: Ewan McGregor, Emily Blunt, Amr Waked
Erscheinungsjahr: 2011
Produktionsland:  UK
Laufzeit: 108 Minuten
Originalsprache: Englisch
Altersfreigabe: FSK 6

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