Montag, 16. September 2013

R.I.P.D - Bridges, Reynolds und ein riesiger Haufen Quatsch


Officer Walker, welcome to the afterlife.“

Das Leben nach dem Tod, bzw. die Frage wie es nach dem Ableben weitergeht ist wohl eine der größten Fragezeichen unserer Zeit. Genau diese Frage wird oftmals in Filmen aufgegriffen und thematisiert. Auch R.I.P.D ist so ein Projekt. Hier wird auf abstruse Art und Weise das Leben nach dem Tod dargestellt und auf den Zuschauer losgelassen. Somit entsteht ein trashig wirkender Film, der mit Sicherheit gute Einfälle und Ansätze hat, aber letztlich seinen absoluten Bonuspunkt, nämlich die Lockerheit und Ungezwungenheit, durch zwanghafte Gefühlsduselei in einigen Sequenzen vollends zerstört.

Nick Walker hat im Endeffekt alles was er sich immer gewünscht hat. Eine Frau die er liebt, ein eigenes Haus und einen Job bei der Bostoner Polizei den er sehr gut ausübt. Urplötzlich jedoch wird er all diesen Dingen, die er so liebt entrissen. Nick Walker wird von seinem Partner bei einem Einsatz eiskalt ermordet und stirbt. Nach seinem Tod wendet sich das R.I.P.D (Rest in Peace Department) an ihn. Fortan geht er mit seinem neuen Partner Roy Pulsipher auf Deados-Jagd. Deados sind Geister die in menschlichen Körpern auf der Erde leben. Als plötzlich Goldtücke des mysteriösen Stabes von Jericho geklaut werden, die eine Apokalypse auslösen können, herrscht im R.I.P.D Alarmstufe Rot. Im entscheidenden Endkampf trifft Nick unvorbereitet auf einen alten Bekannten.

Der Plot ist um es gelinde auszudrücken ein einzigartiger Schwachsinn, das steht fest. Jedoch ist bei dieser Art von Film immer die Frage wie die Macher eben diesen Blödsinn auf die Leinwand bringen. Es ist eine enorme Kunst solche Werke zu kreieren. ´The Big Lebowski´ist wohl ein Paradebeispiel, wie man Inhaltsarmut in einen herausragenden Klassiker umwandeln kann. Eine Parallele die man zu diesem angesprochenen Meisterwerk ziehen kann ist Jeff Bridges. Hier spielt er zwar nicht den legendären Dude, dafür aber den launischen Sheriff Roy Pulshiper. Selbstverständlich wird diese Figur nicht mal im Ansatz so stark in das Gedächtnis des Zuschauers verankert werden, dennoch stellt Pulshiper das wohl größte Ereignis in R.I.P.D dar. Zusammen mit seinem Schauspielkollegen Ryan Reynolds versprüht Bridges zumindest den Hauch von Spaß und Humor. Es lässt sich erahnen, dass die zwei Hollywood-Stars eine Menge Spaß hatten. Außerdem an Bord ist Kevin Bacon. In seiner Rolle des Antagonisten, muss er sich wenig zeigen was eine Leistung zum Resultat hat, die uninteressant und bedeutungslos ist. Der Rest vom Cast stellt sich schön artig dem Hauptdarsteller-Duo unter und setzt keinerlei Akzente. Eine schwache Leistung.



Es besteht keinerlei Zweifel das Regisseur Robert Schwentke das Potenzial hat eben diese Art von Filmen zu wahren Blockbustern zu machen, doch in R.I.P.D war dieser schmale Grat der gegangen werden muss um dieses Ziel zu erreichen wohl ein wenig zu schmal. Positiv anzumerken sind hier die rasanten Kamerafahrten. Gerade in den Verfolgungsjagden kann Schwentke punkten und seine Protagonisten auf einige rasante Ausflüge schicken.
Verwunderlich jedoch ist, dass trotz des hohen Budgets welches zur Verfügung stand ein letztlich so trashig wirkendes Werk entsprungen ist. Gerade an den lieblos gestalteten und billig erscheinenden Deados kann man diesen Aspekt wunderbar festmachen. Es ist wahrhaftig ein Mysterium wo diese 130 Millionen Euro hingeschafft wurden. Wer so sinnlos mit Geld um sich her schleudert braucht sich nicht wundern wenn die Kritiken und Einspielergebnisse schlecht ausfallen.

Seine Tiefpunkte erreicht REST IN PEACE DEPARTMENT allerdings in den ´gefühlvollen´ Momenten. So eine abstruse Geschichte, so eine lächerliche Story wie sie R.I.P.D bietet, unterschreibt mit emotionalen Sequenzen garantiert sein Todesurteil. Die Krone der Lächerlichkeit setzt sich der Streifen jedoch auf, indem er in seinem unnötigen Tiefgang den Realismus und die Ernsthaftigkeit der Geschichte zelebriert. Sekunden zum Wegschauen, zum Fremdschämen.

Was R.I.P.D am Ende verkörpert ist eine abstruse Science-Fiction-Actionkomödie, die sich trotz der ordentlich aufgelegten Hauptdarsteller zu keinem Zeitpunkt selbst findet, zahlreiche Kehrwendungen einlegt und das Publikum schon nach wenigen Minuten nicht mehr bei Laune halten kann. Der Mensch lässt sich häufig und gerne verschaukeln. Blauäugig genug um R.I.P.D auch nur irgendeine Daseinsberechtigung zu attestieren ist aber selbst der Mensch nicht. Der finanzielle Misserfolg sollte den Machern eine Lehre sein. Punkte gibt es für Bridges & Reynolds und für einige gute Actionpassagen. Der Rest ist schlicht und ergreifend ganz ganz großer Mist.



If the dead take over, that’s it for the living world.“


Bewertung: 03/10


Genre: Action, Komödie
Originaltitel: R.I.P.D.
Regisseur: Robert Schwentke
Darsteller: Jeff Bridges, Ryan Reynolds, Kevin Bacon, Mary-Louise Parker
Erscheinungsjahr: 2013
Produktionsland: USA
Laufzeit: 96 Minuten
Originalsprache: Englisch
Altersfreigabe: FSK 12

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