Montag, 26. August 2013

Invictus - Eastwood´s nächster Streich?


Times change, we need to change as well.“

Nach Regie-Erfolgen wie beispielsweise ´Million Dollar Baby´ und ´Gran Torino´, bahnte sich mit INVICTUS ein weiterer sehr aussichtsreicher Kandidat auf einen weiteren Clint Eastwood – Kracher an. Mit der Geschichte Mandela´s hatte er eine zu ihm durchaus passende Thematik an Land gezogen und verfilmt. Mit Morgan Freeman und Matt Damon zog er ein Schauspiel-Duo hinzu, welches die vielversprechende These eines weiteren Erfolges unterstützte. Herausgekommen ist eine ehrliche und berührende Geschichte, die jedoch in ihren schwächsten Momenten doch etwas langatmig erscheint.

Nelson Rolihlahla Mandela heißt der legendäre Bekämpfer der Apartheid und frisch gewählte Präsident Südafrikas. Doch auch nach dem Ende der Rassentrennung halten sich weiter Vorurteile und Abneigung im ganzen Land. Mandela hat ein schweres Los gezogen und doch ist er überzeugt seine Aufgabe zu lösen. Er muss die Rassen zusammen bringen um einen produktiven Staat zu schaffen. Hilfe findet er in der Rugby-Nationalmannschaft und deren Kapitän Francois Pienaar. Die Springboks jedoch scheinen bei der Weltmeisterschaft 1995 im eigenen Land chancenlos zu sein. Mandela macht die WM zu einem persönlichen Anliegen und setzt alles daran das Unmögliche möglich zu machen. Ein geeintes Südafrika.

Eastwood´s Regie besticht vor durch ihre Klarheit und Aussagekraft. Kein Geschnörkel, keine Effekte, sondern auf den Punkt gebracht. Jedes Bild erreicht den Zuschauer, jedes Bild wird verstanden, jedes Bild ist auf simple Art und Weise eine Aussage. Diese geniale Eigenschaft spielt auch in INVICTUS eine tragende und entscheidende Rolle. Gerade bei dieser brisanten Thematik entwickelt Eastwood ein feines Gespür für Timing, Settings und Dialoge. Häufig versucht er den Zuschauer zu manipulieren, ihm Gänsehaut aufzuzwingen, ihm Gefühlsregungen zu entlocken. Genau diese Versuche jedoch sind es die im Falle von INVICTUS einen Tick zu häufig misslingen. Sie sind der Grund warum der Film die Voraussetzungen nicht komplett umsetzen kann. Dennoch hat INVICTUS diese Momente in denen die Gänsehaut urplötzlich auftaucht, diese Momente in denen Bilder das Herz berühren. Eastwood zeigt in diesem Film, dass er zwar die Gabe eben diese Momente zu kreieren besitzt, jedoch nicht gezielt genug einsetzen zu vermag. In einigen Situationen hätte er die Gefühle und die Atmosphäre, die Bilder an sich einfach weiter überziehen müssen. Es ist doch auch die Kultur dieses Volkes. Laut, bunt, außergewöhnlich, übertrieben eben. Mit seiner ruhigen, beschaulichen Art, kann Eastwood zwar seine Schauspieler und seine Aussagen wunderbar zum Ausdruck bringen und somit einen künstlerisch wertvollen Streifen entwickeln, jedoch nicht das volle Potential und dieses Potential war riesig, ausschöpfen.


I may break my arm, my leg, my neck, but I will not let that freaking guy go.“

Neben der eigentlichen Aussage und Geschichte des Filmes, besticht INVICTUS zusätzlich noch mit sehenswerten Rugby-Szenen, die dem Streifen ein zusätzliches Bonbon verleihen. Gerade das Finale gegen Neuseeland entwickelt sich zu einem wahren Highlight und rundet den Film ordentlich ab. Gerade Matt Damon kann hier mit seinen neu erlernten Fähigkeiten aufwarten und gibt eine gute Figur in diesem harten Sport ab. Generell sind die Eigenschaften die sich Freeman und Damon einverleiben mussten um in diesem Film spielen zu können unheimlich beeindruckend. Wahrscheinlich imposanter als das Schauspiel an sich. Gerade der südafrikanische Akzent macht den Film ein gutes Stück lebendiger. Freeman verwandelt sich vor den Augen des Zuschauers wahrlich zu Nelson Mandela. Die Besetzung ist wahnsinnig glaubwürdig und gut gewählt.

Clint Eastwood nimmt uns in INVICTUS mit auf eine Reise quer durch ein von Vorurteilen überflutetes Land und zeigt uns mit ruhiger Hand eine Entwicklung die beeindruckend und erfreulich zugleich ist. Der Film ist ein Beweis von Entschlossenheit und Glaube. Ein Abbild einer bemerkenswerten Geschichte und einer noch bemerkenswerteren Persönlichkeit.



I thank whatever gods may be / For my unconquerable soul. / I am the master of my fate / I am the captain of my soul."


Bewertung: 07/10


Genre: Drama
Originaltitel: Invictus
Regisseur: Clint Eastwood
Darsteller: Morgan Freeman (Nelson Mandela), Matt Damon (Francois)
Erscheinungsjahr: 2009
Produktionsland: USA
Laufzeit: 134 Minutenn
Originalsprache: Englisch, Afrikaans
Altersfreigabe: FSK 6

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