Freitag, 30. August 2013

IM AUFTRAG DES TEUFELS - Auch der König der Unterwelt geht arbeiten

(1997) / US / OT: The Devil's Advocate / Laufzeit: ca. 140 Minuten / FSK: 16 / Thriller
von Taylor Hackford - mit Keanu Reeves, Al Pacino



Wenn alles gut läuft, wenn du alles in deinem Job richtig machst, wenn wirklich kein Anzeichen einer schlechten Fügung aufkommt, ja dann würde ich mir mal Gedanken darüber machen ob da nichts Übernatürliches seine Finger im Spiel hat. Doch wenn es genauso läuft das man keine Sorgen hat, das man wie Anwalt Kevin Lomax (Keanu Reaves) ein Fall nach dem anderen gewinnt, egal wie auswegslos es scheint, und dann sogar nach New York eingeladen wird um einen höllisch guten Job zu ergattern, ja dann macht man sich anfangs auch gar keine Gedanken darüber, sondern man freut sich über das 'Glück'. Doch dieser Anwaltsthriller entwickelt sich zu mehr als nur fragwürdigen Verteidigungen von fragwürdigen Mandanten, das alles nimmt mystische Züge an, das alles ist doch nicht ganz so normal wie Lomax es sich gedacht hat.

Darf man hier eigentlich sagen das Al Pacino hier absolut göttlich war? Das wäre doch irgendwie eine Beleidigung in dem Sinne. Bleiben wir einfach dabei das er saugut war, Al Pacino eben wie er leibt und lebt. Doch sollte man ihn hier absolut nicht als einzigen hervorheben, Keanu Reaves hat mir selten so gefallen wie hier, als teils schmieriger, teils sympathischer Anwalt meistert er seine Rolle perfekt, wenn man bedenkt das er Seite an Seite mit Pacino spielt und nicht untergeht, nein ich würde sogar soweit gehen und sagen das die hier in der gleichen Liga gespielt haben, dann muss man ihm schon etwas Anerkennung zollen.

"Eitelkeit, eindeutig meine Lieblingssünde."

Was "Im Auftrag des Teufels" jedoch etwas trist erscheinen lässt, ist zu einem die etwas übertriebene Laufzeit. Ich habe nichts gegen lange Laufzeiten, doch müssen diese dann auch genutzt werden, hier habe ich vieles gehört was ziemlich uninterissant ist, überflüssig kann man sagen, hätte man diese Szenen weggelassen würde der Film noch packender erscheinen, der Spannungsaufbau geht dann nicht verloren, der Nervenkitzel würde erhalten bleiben. Deswegen kommt einem der Mittelteil eben etwas einschläfernd vor. 

Zum Ende kann man aber absolut keine schlechten Worte verlieren, ich saß mit großen Augen da und verfolgte den wohl aufregendsten Teil des Filmes, das Wortgefecht zwischen Pacino und Reaves ist absolut begeisternt, absolut grandios. Und wenn dann alles vorbei ist, wenn man jedenfalls denkt das alles vorbei ist, kriegt man nochmal einen Grund die Kinnlade fallen zu lassen und man fängt an das Finale zu interpretieren.

7.5/10


Keine Kommentare:

Kommentar posten