Donnerstag, 1. August 2013

Harry Potter und die Heiligtümer des Todes - Part 1 - Teil 7.1


I have seen your heart, and it is mine.“

Mit HARRY POTTER UND DIE HEILIGTÜMER DES TODES – PART 1 gelingt David Yates der erhoffte spannende Auftakt in ein großes Saga-Finale. Ein großer Druck, der auf den Produzenten liegt, dennoch entsteht ein Streifen, der sich ohne Probleme in die starke Reihe eingliedert.

Das letzte Jahr der drei Freunde bricht an, doch statt die Schulbank zu drücken, begeben sich Harry, Ron und Hermine auf die gefährliche Jagd nach den Horkruxen. Schnell jedoch bemerken sie, dass Dumbledore ihnen viele Fragen offengelassen hat, die beantwortet werden müssen. Eine Geduldsprobe, die auch an dem Verhältnis der Dreien rüttelt. Unterwegs mit einem magischen Zelt, einer Menge Bücher und dem Willen das Leben Voldemorts zu beenden, stellt sich das Trio weiter einem Abenteuer, welches einmal mehr ihre Freundschaft gewaltig auf die Probe stellt.

Es ist schon gewaltig was die Harry Potter – Reihe ihren Zuschauern bereit ist abzuverlangen. Mit dem bevorstehenden emotionalen Abschluss der Saga vor Augen, gönnt Yates seinem Publikum keine Ruhepause, sondern schickt sie weiter auf eine gefühlsgeladene Reise, die wunderschöner nicht sein könnte.
Der unfassbare Anfang, die große Auftritt Hermione´s. Der siebte Teil, setzt schon zu Beginn Tränen frei, beschert schon Gänsehaut bevor die eigentliche Handlung überhaupt einsetzt. Schonungsloser und Kompromissloser als jeder andere Teil zuvor. Zwischen Liebe und Hass, zwei vermeintlichen Gegensätzen, gibt sich der Zuschauer dem Finale endgültig hin.

Radcliffe, Watson und Grint haben in Teil 7.1 die wahrscheinlich größte Aufgabe zu lösen. Nahezu alleine, ist es an ihnen den Film zu tragen, ihn zu prägen und ihn zu leben. Keine Hilfe von Nebendarstellern oder sonstigem, zumindest keine erwähnenswerte. Ihre Gestik, Ihre Mimik, Ihre Sprache war noch nie zuvor so wichtig.
Genau unter diesen Voraussetzungen, erbringt Rupert Grint als Ron Weasley seine beste Leistung in einem Harry Potter – Film. Der oft als schwächstes Glied des Trios verschrieene Brite, kann in diesem Film seine Kritker wohl eines Besseren belehren. Die Wandlung, die seine Figur in diesem Teil durchlebt ist eine sehr intensive Änderung, die sich zwar nicht langfristig auf seinen Charakter auswirkt, aber kurzfristig die Handlung und die Beziehungen zu seinen Freunden stark ins Wanken bringt. In diesen Momenten ist Rupert Grint Herr der Lage und mit überzeugendem Auftreten zur Stelle.


The longer we stay here, the stronger he gets.“

Was die Bilder und Kamera anbelangt, hat sich in HARRY POTTER UND DIE HEILIGTÜMER DES TODES – PART 1 einiges getan. Mit dem fehlenden Setting der Hogwarts-Schule hat man einen gewaltigen Bruch zu erleiden. Hogwarts war schon seit dem ersten Film fester Bestandteil der Faszination rund um Harry Potter. Dieser fehlende Schauplatz wird durch sehr viele verschiedene Locations ersetzt. Durch diese Vielfalt an Orten entsteht ein sehr abwechslungsreiches Bild, welches optisch einiges hermacht. Vorallem die Settings Godric´s Hollow und Forest of Dean wissen zu überzeugen. Beide Schauplätze erstrahlen in winterlichem Glanz und wirken trügerisch beruhigend auf den Zuschauer.

Dieses Motto scheint in Teil 7.1 an aller erster Stelle zu stehen. Sehr Häufig breitet sich eine trügerische Ruhe im Zuschauer aus, die dann durch eine überraschende Wendung oder eine Actionsequenz die nicht vorherzusehen war zerstört. So entsteht eine sanfte Achterbahnfahrt, die den Film nie in hohe Ebenen, wie es beispielsweise der fünfte Teil getan hat, katapultiert, ihn aber auch nie in sehr tiefgründige Gefilde abflauen lässt, wie es der sechste Teil tat.
So entsteht ein beschaulicher Harry Potter – Film, der einen sehr bedrohlichen Unterton mit sich bringt, jedoch nicht viel wagt und so die letzten Prozent in den entscheidenden Phasen verliert.

Sehr erfreulich jedoch ist die Entwicklung David Yates´, die sich in HARRY POTTER UN DER HALBBLUPRINZ schon angedeutet hatte. Während seine Kamera in Teil 5 noch oftmals sehr statisch wirkte, entsteht an dieser Stelle nun eine angenehme Verspieltheit, die sich häufig auch in Verfolgungs- und Actionsequenzen zeigt. Gerade in Fällen, in denen sich Bücher-Fans gefragt haben, wie diese Sachen jetzt inszeniert werden könnten, zeigt David Yates eine gehörige Kreativität, die dem Zuschauer ins Auge sticht und ihn diese Fähigkeit anerkennen lässt.

Unterm Strich bietet HARRY POTTER UND DIE HEILIGTÜMER DES TODES – PART 1 einen gelungen Auftakt in das Grande Finale. Die starken Hauptdarsteller und die auffällig gute Kameraarbeit sind die klaren Aushängeschilder dieses Filmes, der zum Einen einen sehr guten eigenständigen Streifen abgibt, zum anderen aber auch die Vorfreude auf den endgültigen Schluss der Saga ins unendliche steigen lässt.


What a beautiful place... to be with friends.“

Bewertung: 08/10


Genre: Fantasy
Originaltitel: Harry Potter and the Deathly Hallows: Part 1
Regisseur: David Yates
Darsteller: Daniel Radcliffe (Harry), Rupert Grint (Ron), Emma Watson (Hermine)
Erscheinungsjahr: 2010
Produktionsland: USA, UK
Laufzeit: 146 Minuten
Originalsprache: Englisch
Altersfreigabe: FSK 12

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