Freitag, 9. August 2013

EINE Explosion in Michael Bays neuem Film - "Pain & Gain"

(2013) / US / OT: Pain&Gain / Laufzeit: ca. 130 Minuten / FSK: 16 / Komödie, Action, Thriller
Umsonst haben sich Mark Wahlberg, Anthony Mackie und Dwayne 'The Rock' Johnson für Michael Bay und seine Vision von einem "kleinen, intimen" Film aus Hollywood aufgepumpt, ein Reinfall war seltener so erwartend und doch enttäuschend, wie bei "Pain & Gain". Die Ansage war groß, man sollte einen Bay-Film der Marke "Anders" zu sehen bekommen, doch war es im Endeffekt der gleiche Einheitsbrei von ihm - mit dem einzigem Unterschied, dass es Explosionstechnisch nicht in die hohen Zahlen geht. Doch verarscht wird man schon, während man den Schriftzug "Nach einer wahren Begebenheit" auf dem Plakat liest. Denn das ist wirklich nur frech. Warum genau? Wir fassen die Story kurz zusammen: 3 Männer haben genug von ihrem Alltagstrott und entschließen sich dazu, einen reichen Menschen zu entführen und ihn dazu zu zwingen, ihnen sein gesamtes Eigentum überschreiben zu lassen. Ich korrigiere: 3 bullige Männer. Habt ihr so etwas verrücktes schon mal gehört? Solche Storys schreibt eben nur das echte Leben und sind kaum öfters zu finden.

"I believe in fitness."

Immerhin wird man am Anfang noch mit warmen Bildern zu einem angenehmen Filmabend eingeladen, Daniel Lugo, verkörpert von Wahlberg, stellt kurz sein Leben vor, welches auf den ersten Blick gar nicht so schlecht aussieht, und fängt dann an zu meckern. Es sei ihm besseres bestimmt, quängelt er, in eine höhere Liga möchte er. Dann beginnt auch schon der Quatsch, den man Story nennen mag. Doch wieso musste man qualitätsmäßig so in die Kacke abdriften? Als der Herr noch über Fitness philosophiert hat, war es noch in sich stimmig, dass hier mit den fetten Muskelprotzen geworben wird, doch verfliegt dieses interessante und in Blockbusterfilmen viel zu selten angegangene Thema binnen gefühlten Minuten.

Der erwartete Witz blieb dann auch aus, weil sich der Film im Endeffekt ernster nimmt, als ihm gut tut. Bay war nie ein komischer Mensch, jedenfalls nicht im humoristischen Bereich, deswegen weiss ich gar nicht, was ich erwartet hatte. Die satirischen Züge, die den amerikanischen Traum auf die Schippe nehmen sollen, wirken bei genauerer Überlegung auch eher wie eine Hommage an den Langweilermöchtegerngangsterfilm. Dwayne Johnson setzt sich jedoch etwas von diesem Muster ab. Bei ihm und wirklich nur bei ihm kommt seine Art, er spielt einen gläubigen, äußerst ängstlichen Menschen, extrem positiv rüber und man merkt anhand seiner Person, dass die Bodybuilderklischees doch auf eine gute Weise auf den Arm genommen werden können. Das liegt aber vor allem an Johnsons grandioser Art, sich übertrieben in solche Charaktere hineinversetzen zu können, und sicherlich nicht an Bays Intention. 

Gewisse Ansätze stimmen bei diesem Regisseur aber immer. So wie hier der Versuch, relativ harte Gewaltszenen mit einem Hauch Humor zu verbinden. Vergeigen tut es der Herr Bay aber auch meistens und so ensteht hier nichts Ganzes und viel Müll, der einige Überarbeitungen gebraucht hätte. 


Erwartungsvolle Fans sollten ihre Hoffnungen ganz schnell auf ein Minimum runterschrauben, nicht mal auf der primitiven Art gelingt "Pain & Gain" eine zufriedenstellende Leistung. Das Muskeltrio dient lediglich als Kassenmagnet, ebenso wie die völlig unnötige Erläuterung, dass das Gesehene wahren Geschehnissen entstammt. Wo Michael Bay mit "The Rock", "Bad Boys" und "Armageddon" eine hoffnungsvolle Karriere ankündigte, begräbt er eben diese spätestens jetzt mit seinem schwachsinnigem Selbstverwirklichungsversuch  eines kleinen, bodenständigem Filmes.

3.5/10

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