Donnerstag, 29. August 2013

Abraham Lincoln Vampirjäger - Geschichte mal anders´


„Die Geschichte zieht Legenden den Menschen vor, sie zieht den Adel der Brutalität vor, pathetische Regeln den uneigennützigen Taten. Die Geschichte gedenkt der Schlachten jedoch nicht des Blutvergießens. Was auch immer die Geschichte hinsichtlich meiner gedenkt, falls sie das überhaupt tut, so wird dies nur ein Bruchteil der Wahrheit sein.“

Im Jahre 1818 leben die Lincolns auf der Plantage des Jack Barts. Dort müssen sie ihre Schulden abarbeiten und die Lebensumstände sehen alles andere als rosig aus. Als Lincolns Freund Will (Anthony Mackie) eines Tages misshandelt wird geht Abraham ( Benjamin Walker) dazwischen und zieht somit den Ärger von Jack Barts auf seine Familie. Noch in derselben Nacht erkrankt seine Mutter an einer unbekannten Krankheit, die sie aus einer Begegnung mit Barts davongetragen hat. Fortan lebt Abraham für die Rache an dem Mörder seiner Mutter. Jahre später, erfährt Lincoln beim Versuch Barts zu erschießen, dass der Mensch nicht die einzige Spezies auf diesem Planeten ist. Barts ist ein Vampir. Mit der Hilfe von Henry Sturges (Dominic Cooper) lässt sich Abraham zum Vampirjäger ausbilden um seinen Traum von Vergeltung endlich in ein wahrhaftiges Ereignis umzumünzen.

Das Gefühl, dass einen beschleicht, wenn Familienangehörige sterben ist wohl eines, dem man so lang wie möglich entgehen möchte. Als Kinder und Jugendliche werden wir langsam aber sicher an die Thematik herangeführt, indem entferntere Verwandte sich von ihrer irdischen Hülle befreien, doch das Gefühl wenn einem in jungen Jahren, der wichtigste Teil seiner Existenz wegbricht, dürfte wohl eines sein, dass in Worte nicht auszudrücken ist. Diese Thematik ist Grundlage von ABRAHAM LINCOLN – VAMPIRJÄGER, jedoch schlägt der Film eine ganz andere Richtung ein. Eine viel actionreichere und erschreckendere Richtung, die an sich natürlich nicht schlechter ist, jedoch in Anbetracht dessen, dass sich der Film ungemein ernst nimmt womöglich die falsche war.
Der Film besticht vor allem durch seine glorreiche optische Darstellung, seinen erschütternden Score und durch Zeitlupensequenzen, die aller erste Sahne sind. Erstaunlich wie düster und bedrückend man die Ländereien in Ilinois einfangen konnte und neben alldem sind auch die Kostüme und die Settings absolut meisterhaft. Hier hat man keinerlei Kosten und Mühen gescheut um dem Zuschauer zumindest etwas für die Augen bieten zu können.
Vor den fabelhaften Settings steht eine Riege von Schauspielern, die zwar alle relativ unbekannt sind, aber dennoch ordentliche Leistungen abliefern. Gerade Hauptdarsteller Benjamin Walker, der den amerikanischen Präsidenten Abraham Lincoln mimt, kann vor allem gegen Ende mehr und mehr von sich überzeugen und eine ernst zu nehmende Schauspielarbeit hinterlässt.



Die auf den ersten Blick ziemlich abstrus erscheinende Geschichte, ist gar nicht mal so schlecht anzusehen wie man das wohl im Vorfeld denken mag. Das heißt nicht, dass sie dem Zuschauer im fortgeschrittenen Stadium weniger abwegig vorkommt, aber dass man sehr gut mit dem Plot zurechtkommt. Die Produzenten und Drehbuchautoren haben sich zumindest ein wenig Mühe gegeben, die Handlung in einen historischen Rahmen einzumeißeln, auch wenn man hier noch wesentlich mehr Möglichkeiten gehabt hätte, den Zuschauer zu verblüffen, denn die Kriegsszenen waren doch sehr ansprechend, sie waren etwas neues und erfrischendes, dass sehr zu gefallen wusste. Generell die Choreografien der Kampfszenen, können sich erst im Laufe des Filmes zu etwas besonderem entwickeln. Zu Beginn wirken sie simpel, unkreativ und langweilig auf den Zuschauer.
Das größte Problem von ABRAHAM LINCOLN – VAMPIRJÄGER ist wohl tatsächlich der fehlende Tiefgang, der angesichts der Tatsache, dass der Aufhänger des Films der Tod einer Mutter ist, absolut notwendig gewesen wäre. Die zahlreichen Versuche, die man unternommen hat um diese Emotionen darzustellen, gingen gründlich schief und so kann man den Streifen auf keinen Fall so ernst nehmen wie er es selbst teilweise dann doch tut.
Ein weiteres Manko sind die Horror – Elemente, die den Zuschauer nicht zu schocken wissen. Gruselspaß ist hier demnach Fehlanzeige, eignet sich ABRAHAM LINCOLN – VAMPIRJÄGER doch viel eher um den eigenen Blutdurst zu stellen, denn Blut gibt es hier allerhand.

Unterm Strich kommt hier ein sehenswerter, kurzweiliger Vampir-Horrofilm heraus, der seinem Namen nicht immer gerecht werden kann, aber mit einer Gänsehautatmosphäre zumindest andeutet, was für ein Potenzial hier vorhanden ist. Ein Film mit vielen gut aufgebauten Charakteren, die auch ohne die zugehörige Charakterzeichnung auskommen. Ein Film voll mit guter Action. Ein Film zum Kopf abschalten.   

Bewertung: 06/10


Genre: Action, Horror
Originaltitel: Abraham Lincoln: Vampire Hunter
Regisseur: Timut Bekmambetow
Darsteller: Benjamin Walker (Lincoln), Dominic Cooper (Henry), Anthony Mackie (Will)
Erscheinungsjahr: 2012
Produktionsland: USA
Laufzeit: 105 Minuten
Originalsprache: Englisch
Altersfreigabe: FSK 16

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