Montag, 12. November 2012

"James Bond 007 - Skyfall". Egal ob geschüttelt oder gerührt, hauptsache es knallt

(2012) / GB, US / ca. 143 Minuten / FSK: 12 / Action, Thriller, Abenteuerfilm
Ein großer James Bond-Fan war und bin ich nicht. Um ehrlich zu sein habe ich wohl grade mal die neuen Craig-Filme gesehen, ich habe es aber auch nicht wirklich eilig die restlichen Brosnans und wie sie nicht alle heißen nachzuholen. Warum ich so denke ist einfach, ich denke, ich habe mit Daniel Craig bereits meinen perfekten Bond gefunden. Kann man natürlich als dumme Behauptung darstellen da ich ja keine wirkliche Vergleichsmöglichkeit besitze, jedoch reichen mir die kleinen Trailer und Bilder die ich von den restlichen Bonds gesehen habe. Ist mir alles zu schmierig und zu unecht, wirkt viel zu gekünstelt und gewollt. Daniel Craig dagegen liegt hier im Dreck und noch viel tiefer.

Nachdem er bei einem Auftrag für vermeintlich tot erklärt wird, setzt sich Bond erstmal ab und genießt seine 'freie Zeit'. Als er erfährt, dass jemand seinen alten Arbeitgeber MI6 gehackt und einen Anschlag inszeniert hat bei dem Kollegen gestorben sind, beschließt er zurückzukehren. Jedoch ist er nicht mehr so in Form, wie er es gerne hätte.

Die "Skyfall"-Besichtigung ist mein erster Kinobesuch seit langem. Die Freude auf den gemütlichen Kinosessel hat der allgemeinen guten Laune da natürlich noch zugetragen. Und dann sitzt man da: Popcorn auf dem Schoß, Werbung vorbei, das Bond-Intro läuft. Wow! Netter Song! Skyfall ist aber auch ein schönes Wort. Naja, Bondtypisch dauert das Intro etwas länger, aber was soll's, der Song von Adele haut ja alles raus. Nach einer knappen halben Stunde senkte sich die Freude aber etwas. Das lag nicht wirklich am Film, naja gut, bis dahin ist er auch nur vor sich hin geplätschert, ist zwar schönes Agentenactionkino, aber nur weil's Bond ist, ist's nicht gleich was so besonderes, nein, es lag vielmehr daran dass die Beinfreiheit absolut schrecklich war und ich nach eben genannten 30 Minuten bereits dachte dass sich eine Thrombose in meinen Beinen versammelt hat. Irgendwie freut man sich da nicht dass das noch knappe 2 Stunden weitergeht. Hiermit wollte ich nur mal kurz darauf hinweisen, dass man wirklich gute Architekten für Kinos beauftragen sollte. Genug Platz sollte sowieso vorhanden sein. Aber genug von dem Rumgeheule (ich war kurz vor dem Abspann kurz vorm durchdrehen), weiter geht's mit dem Film. 

Ja. Bond. Nein, mal ganz kurz nicht Bond. Silva! Besser gesagt Javier Bardem der ihn verkörperte. Genau so sollte ein Bösewicht aussehen! Irgendwie charmant, total krank im Kopf und unberechenbar. Hat mich stellenweise an den Joker erinnert (was für die Darstellung Bardems spricht). Schauspieltechnisch hat "Skyfall" mit Craig, Bardem und Co. also extrem aufgedreht, da kann man doch gar nicht groß meckern. Storymäßig jedoch bleibt man meiner Meinung nach auf einem Level, das nicht das der Schauspieler erreicht. Ist ja alles ganz nett und sicherlich auch überdurchschnittlich, aber Momente die zum Staunen eingeladen haben, blieben leider aus. Selbst als es zu Bonds altem zu Hause ging, dem 'Skyfall'-Anwesen, wo die eigentliche Action ja erst recht losging, blieb ich leicht angeödet in meinem Sessel zurück. Um ehrlich zu sein war ich dort die ganze Zeit in einer dösenden Schlafphase und bin beinahe komplett weggenickt. Ja, ich war etwas müde, aber gute Actionszenen hätten einen da doch wieder aufwecken müssen, oder nicht? Damit möchte ich aber nicht sagen das sie schlecht waren, dass was ich gesehen habe, war ziemlich schön inszeniert. Das Set dort war sowieso traumhaft.

Wie gesagt, die Bewertung hier erfolgt von einem nicht so großem James Bond-Fan, deshalb auch die wohl gedrückte Betrachtung. Anhänger des Agenten dürften dem Film sowieso einen Bonus geben und auch sonst damit zufrieden sein. Für mich ist "Skyfall" jedoch wie "Ein Quantum Trost" oder auch "Casino Royale" ein netter Agentenactionthriller für einen DVD-Abend, den man nicht lange im Gedächtnis haben muss.



6.0/10

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