Sonntag, 30. September 2012

Die "Five Minutes of Heaven" die er sich sein Leben lang gewünscht hat


von Oliver Hirschbiegel, mit Liam Neeson und James Nesbitt
Liam Neeson. Wird er bald auch zu einer Filmfigur verkommen die wie Al Pacino oder Robert De Niro aussieht? Wird er demnächst absolut jede Rolle annehmen, die ihm vor die Füße gelegt wird? Man könnte das irgendwie vermuten, das liegt wohl daran dass er derzeit sehr viele Projekte am laufen hat. Im Gegensatz zu Al Pacino und Co. sind das jedoch meistens hochwertige Projekte: "The Grey", "Taken 2" oder auch "Battleship" kann man dazu zählen. Auf der anderen Seite stehen Filme wie "Unknown Identity", da wo man nicht so recht weiss was man davon halten soll. "Five Minutes of Heaven" dürften die meisten auch nicht kennen. Kein Wunder, um den Film von Hirschbiegel ("Der Untergang") gab's auch kaum Promo.
Auch sonst denke ich das der Film eher gefloppt wäre, wenn man ihn denn groß angekündigt hätte, das liegt einfach an dieser ganz eigenen Art des Films, man könnte und muss ihn in die Indie-Ecke stellen. Wenn man den Film dann mal entdeckt hat, was eher durch Zufall sein wird, und ihn sich anschaut, kriegt man etwas ganz ruhiges geliefert, ein Stück Film das alleine mit seiner Anwesenheit wirken möchte. Aber um was geht es eigentlich?

Der 17-jährige Alistair (Liam Neeson), der Mitglied bei der protestantischen UVF ist, erschießt einen Katholiken. Das soll als Warnung an die IRA gelten. Zeuge des Mordes: Der kleine Bruder des Katholiken. 33 Jahre später treten sie sich gegenüber. Jedenfalls wollen sie das. Grund dafür: Eine TV-Show die die Aussöhnung aufnehmen will, alles für die Friedensprozesse in Irland.
Liam Neeson passt nicht so Recht in die Rolle des Arschlochs, das stimmt, deswegen wird sein 33 Jahre älteres Ich auch neu umgekrempelt, nach seiner Haftstrafe wurde er ein angesehener Mann. Alleine der Mord von damals beschäftigt ihn immer noch. Genauso wie Joe (James Nesbitt), dem immer wieder die Schuld zugeschoben wurde. Alistair will eine Versöhnung, Joe seine fünf Minuten im Himmel. 


„Ich will meine fünf Minuten Himmel!“


Der Film wirkt angespannt. Genauso wie die Personen. Genauso wie die Zuschauer. Es ist ein unangenehmes, ziehendes Gefühl das einfach nicht vergehen mag. Man möchte die zwei sehen wie sie sich die Hände schütteln, wie sie sich umarmen und wie am Ende alles gut ist. Doch wird es dazu kommen? Sieht so die Realität aus? Stellenweise, ja, jedoch nicht immer. Man weiss nicht was passiert, deswegen ist man beunruhigt. Und wenn dann was passiert, geht es auf einmal ganz schnell.
Die (teilweise) wahre Geschichte war beeindruckend inszeniert, das kann man nicht leugnen, jedoch gefiel mir der all zu ruhige Grundton nicht, man muss zu lange warten bis es auf ein Aufeinandertreffen von Neeson und Nesbitt zu läuft. Die zwei an sich haben jedoch alles richtig gemacht, sie nehmen sich nichts und liefern ganz großes Niveau, da hab ich nicht schlecht gestaunt.
6.0/10


Kommentare:

  1. Na vielen Dank auch... schon wieder was für die Wunschliste, dabei komme ich jetzt schon nicht hinterher ;-). Wieder ein lesenswertes und interessantes Review. Ich hoffe nur, dass du nicht Recht mit der "Pacino-Befürchtung" hast, noch sehe ich Neeson nämlich sehr gerne.

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    1. Für einen 5er+Porto würde ich dir die DVD schicken :)
      Und ich hoffe es auch nicht, bin wirklich ein riesen Neeson Fan und hoffe er wählt seine Rollen so gut aus wie er es derzeit macht. Solche Pflaumen wie "Battleship" sind ab und zu ja schon vertretbar.

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