Sonntag, 2. September 2012

Die 5te Season von "LOST" lässt dich durch gefühlvolle Zeitebenen fallen


Ich kündige gleich vorweg an das hier SPOILER am fliessenden Band kommen werden. Also bitte ignorieren, falls man die Serie noch sehen möchte.

Nachdem eine handvoll der Gestrandeten nun 'gerettet' wurden, läuft nicht alles so wie es sich die meisten erhofft hatten. Ironischerweise leben sogar die, die auf der Insel zurückgeblieben sind, um einiger besser und friedvoller als diejenigen die zurück 'nach Hause' gekommen sind. 3 Jahre haben sie es ausgehalten bis ihre Vergangenheit sie eingeholt hat. Sie müssen zurück zur Insel. Es ist ihre Bestimmung.

Doch am Anfang geht es Jack, Kate, Sayid, Hurley und dem Rest der gerettet wurde, noch gut, sie versuchen sich wieder einzuleben, haben von der Oceanic-Airline eine große Abfindung bekommen. Zu dieser Zeit, in der es ihnen noch gut geht, kämpfen diejenigen, die auf der Insel geblieben sind, mit den massiven Zeitsprüngen. Das bleibt nicht ohne gesundheitliche Folgen - es entsteht ein Wettlauf gegen die Zeit und das Leben.


Aber ich möchte ja nicht die ganze Geschichte nacherzählen, die meisten die das hier lesen dürften sie ja sowieso schon kennen. Vielmehr möchte ich natürlich meinen Senf zu der nun jetzt schon 5ten Season abgeben. Im Gegensatz zu der allgemeinen Meute finde ich die Staffel weiterhin hervorragend und absolut passend zu dem Prinzip der Serie. Man hat sich weiterentwickelt, geht es zwar nicht mehr so behäbig wie in den ersten Staffeln an, doch weiss mit neuer Technik zu begeistern. Für viele war die Sache mit der "Zeit" wohl einfach too much. Was ich jedoch unverständlich finde. Ich wüsste nicht warum man durchgehend auf einem Thema herumreiten sollte wenn so viel Potenzial in eben der Zeitreise steckt. Dabei bleibt auch stehts alles logisch, wenn man sich mal damit beschäftigt wird man merken, dass die Produzenten dass so hingebogen  haben, dass es alles in sich schlüssig ist.

Die Staffel beschäftigt sich schwer mit der Frage "Was wäre wenn..?", jeder hat sich wohl schonmal gewünscht in die Vergangenheit zu reisen um etwas schlechtes zu ändern. Doch wie Daniel Faraday schon gesagt hat: "Was passiert ist, ist passiert." Das müssen auch die Inselbewohner desöfteren auf eine schmerzliche Weise spüren. Außerdem kommt wegen der Reise in die Vergangenheit sehr viel über die "Dharma Initiative" ans Licht, allein deswegen ist diese Staffel für mich höchst interessant. Man kriegt auch keine billigen Antworten, man wird nicht mit 0815-Sachen abgespeist, es gibt im Folgentakt Überraschungen mit denen man kaum gerechnet hätte. Auch hier wieder: Die Zeitreisen machen das um einiges spannender.


Zwar hat diese Staffel ein paar mehr Durchhänger als man es sich erhofft hat, doch vergisst man diese spätestens in den letzten 3 Folgen. Die richtige Einführung von "Jacob", über den in den vergangenen Folgen nur gerätselt wurde, und das höchst aufregende Finale, haben etwas absolut bombastisches an sich und verpassten mir wirklich noch einen offenen Mund. So viel Mindfuck, so viele Offenbarungen. Verdammt, ich war begeistert. Doch was auch diese Staffel am meisten geprägt hat, waren die mal wieder unvergleichen Psychoprofile der einzelnen Charaktere. Es ist unglaublich wie man innerhalb einer Staffel eine Person, die man eigentlich schon relativ lange kennt, nochmal völlig neu erleben kann.

Zum Schluss will ich euch nur noch mit meiner persönlichen Top 5 beglücken:

Platz 5: Juliet Burke (Elizabeth Mitchell) (neu)
Ich konnte sie und ihr falsches Lächeln noch nie wirklich leiden. Doch durch den emotionalen Twist den sie hier erleiden musste, ist sie mir viel verständlicher vorgekommen. Der härteste Punkte war wohl erreicht, als ich mit ihr mitgeleidet hatte. Und das muss man erstmal schaffen.


Platz 4: Miles Straume (Ken Leung) (neu)
Miles kam in der 4ten Staffel, in der er eingeführt wurde, noch als gefühlsloser Klotz rüber der nur seinen Job beenden möchte. Nuja, das ändert sich nicht unbedingt, doch die Geschichte mit ihm und seinem Vater hat mich doch mehr gefangen als ich gedacht hätte. Das liegt wohl daran das man so eine Wiedervereinigung nicht oft sieht und dass das schon ziemlich ans Herz ging - obwohl es nichtmal  auf Herzschmerz inszeniert wurde.


Platz 3: Benjamin Linus (Michael Emerson) (1)
Diese Season hat den Mythos "Benjamin Linus" etwas zerstört. Aber auch nur anscheinend. Er wird nun als gebrochener Mann dargestellt der alles verloren hat was er je hatte. Verdrängt von John Locke muss er mit dieser Situation erstmal klar kommen. Deswegen liegt der Fokus in dieser Staffel leider relativ selten auf ihm, so das man wirklich nur erahnen kann was er denkt (noch weniger als üblich). Faszinierend bleibt er. Durch und durch.


Platz 2: Jacob (Mark Pellegrino) (neu)
Zwar hat er wirklich nur wenige Auftritte, und kommen diese erst zum Ende, doch sind das mit die imposantesten der ganzen Staffel. Ich war schwer beeindruckt davon, wie er das alles eingefädelt hat, wie er das getan hat was er getan hat. Neben Ben hat mich sein Wesen am meisten in den Bann gezogen und ich will unbedingt mehr über ihn wissen.


Platz 1: James Sawyer (Josh Holloway) (neu)
Erfrischend frech war seine Art in der Season 1-2, doch dann flachte er etwas ab, geriet viel zu sehr in den Hintergrund. Aber nicht hier. Hier kriegt er sein großes "Comeback" und beweist das er der bessere Anführer ist und war. Seine Liebesgeschichte mit Juliet verfeinert die auch sonst absolut stimmige Geschichte rundum den Mann, der sich ein neues Leben aufgebaut hat.


Hier hat sich ein Fan besonders kreativ ausgetobt, wie ich finde ein wirklich tolles Opening:


Wertung: 8.0/10

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