Mittwoch, 8. Februar 2012

American Psycho



Was könnte entspannender sein als nach dem Feierabend ein schön kühles Bier zu trinken? Patrick Bateman(Christian Bale) hat da etwas gefunden, nicht unbedingt ein Hobby das die Runde machen sollte, doch er hat etwas gefunden. Seine (vorerst)unerklärbare Lust nach Blut die er aus seinen Opfern raushackt, sägt, beißt, stillt er in letzter Zeit immer öfter, Gewaltexzesse versüßen seinen Tag und lassen ihn sich lebendig fühlen. Patrick Bateman ist jedoch kein armer Verrückter, so wie man es sich nach der ersten Beschreibung vielleicht denken mag, er arbeitet an der Wall Street und behandelt seinen Körper nur mit den edelsten Hygienemitteln, bei ihm steht Schönheit und Reichtum im Vordergrund. Er und seine Freunde messen sich nicht in normalen Sachen wie Fußball, es werden Visitenkarten verglichen und wenn die eigene nicht so hochwertig wie die des anderen ist stürzt für Bateman eine Welt zusammen. 

Bateman ist ein gestörter und dennoch ruhiger Charakter, eine Persönlichkeit die ihre dunkle Seite lange Zeit gut verstecken kann, da weiß man das nicht jeder diese Figur verkörpern könnte. Doch Christian Bale kann es. Und wie, er schafft es das man seinen Charakter faszinierend und doch ekelhaft abstoßend findet, nicht umsonst hat er den Chlotrudis Award(nicht unbedingt ein bekannter Award, aber besser als nichts) als bester Hauptdarsteller bekommen.
Ich persönlich habe das gleichnamige Buch nicht gelesen, jedoch haben es viele andere und diejenigen fanden dass man das Buch aufgrund der expliziten Gewalt und der ausufernden Erotik nur schlecht bis gar nicht verfilmen kann. Ich kann also auch keinen Vergleich ziehen, dennoch war „American Psycho“ in den Gewaltszenen sehr an die Nieren gehend, man hat zwar nicht alles gesehen, aber was sich im Kopf abspielt ist meist viel entscheidender. Bei den Sexszenen hat man sich dezent zurückgehalten(nicht umsonst sieht man da ein FSK 16), diese Sequenzen sind teilweise sogar eher zum Schmunzeln.
Was dem sonst gut durchdachten Film einen Abbruch tut ist der schleppende Anfang  in dem man Patrick Bateman näher kennenlernt und ihn die erste halbe Stunde gar nicht versteht. Da man das aber mit zunehmender Laufzeit tut, lernt man den Anfang wohl auch erst mit weiteren Sichtungen zu schätzen(und das sage ich obwohl ich es größtenteils wirklich schwachsinnig finde wenn gesagt wird „Du musst den Film 3-4 mal öfters schauen damit er dir gefällt“).
„American Psycho“ ist mehr als ein netter Thriller, man fragt sich immer mehr was hier überhaupt los ist und wie man das nun verstehen soll. Eine klare Antwort kriegt man nicht, man wird mit einer großen Interpretationsfreiheit am Ende stehengelassen. Sehenswert ist der Film alleine schon wegen Bale, seine Performance des psychisch kaputten, emotional betäubten, könnte seine wohl beste Leistung überhaupt gewesen sein.

"Die Maske meiner Zurechnungsfähigkeit droht herunter zu rutschen"

7.5/10 


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