Freitag, 18. März 2016

"The Night Before" zeigt Weihnachten wie es sein sollte - freundschaftlich und exzessiv


OT: The Night Before / US / Laufzeit: ca. 101 Minuten / FSK:16 / Genre: Komödie, Drama / Bild: © Sony Pictures




Die deutsche Übersetzung schießt einmal mehr den Vogel und mögliche Interessenten ab, die „Die Highligen Drei Könige“ vom Cast her eigentlich gar nicht so unansprechend fanden. Den gleichen Fehler hat man unter anderem schon einmal mit „Your Highness – Schwerter, Joints und scharfe Bräute“ gemacht und somit eine eigentlich absolut nicht 0815 wirkende amerikanische Komödie komplett unter Wert verkauft. Völlig absurd auch einfach aus dem Grund, weil es um Gras oder eben Drogen an sich überhaupt erst in dritter Reihe geht. Jonathan Levine, der bereits mit „50/50“ und „The Wackness“ seinen einzigartigen Stil untermauert hat, könnte sich wohl auch gar nicht auf ein dermaßen flaches Thema einlassen.

Wenn es aber zu Drogen kommt, dann richtig. Da darf Seth Rogen seine kompletten Fantasien und/oder Erfahrungen ausleben. Auch gar nicht schlimm, denn Levine packt in diesen vermeintlichen Weihnachtsfilm so viel mehr. Nicht so viel, dass es den Ottonormalbürger beim Denken schmerzen würde, doch genau so viel, dass es kein absoluter No-Brainer ist. Die Geschichte dreht sich um drei Freunde (Rogen, Gordon-Levitt, Mackie) die sich, wie das Leben eben so spielt, langsam aber sicher in andere Richtungen entwickeln. Der eine wird Sportsuperstar, der andere gründet eine Familie und einer sitzt dazwischen vor einem perspektivlosen Nichts. An Weihnachten einen so drauf zu machen, wie man es aus den guten Tagen der Jugend kennt, ist für ihn also Priorität Nummer eins.

Neben der typischen Weihnachtsfilm-Floskel („immer schön deine Liebsten schätzen“) gibt Levine noch etwas mehr zum grübeln. Lebe ich meinen Traum genauso wie meine Freunde? Sollte ich irgendetwas ändern, damit ich das nächste Weihnachten noch etwas glücklicher bin? Natürlich bewegt sich das Ganze auf keiner Ebene mit Aristoteles, doch wird hier eine stabile Brücke zwischen Quatschhumor und Moral geschlagen. Ansonsten gibt es für ein paar Minuten noch ein Miley Cyrus – Livekonzert. Ja, es wird "Wrecking Ball" gesungen.

6.0/10

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