Samstag, 31. Mai 2014

Iron Man 3 - Der Tiefpunkt des Superhelden


Es ist noch nicht allzu viel Zeit vergangen als Iron Man Ivan Vanko die Stirn bot oder New York bei der Bedrohung durch Aliens zu Hilfen wusste, da stürzt auch schon die Nächste Gefahr ins Haus. Der Wissenschaftler Aldrich Killian entwickelt ein Verfahren das ihm ermöglicht die menschliche DNS beliebig zu verändern. Mit Hilfe dieses Experimentes sorgt eine Figur Namens ´der Mandarin´ für Angst und Terror in der USA. Immer wieder ereignen sich neue Anschläge und Explosionen. Als Stark den Mandarin zu einem Zweikampf auffordert, wird seine Existenz bedroht und nicht zuletzt seine Freundin Pepper. Doch irgendetwas stimmt nicht an der ganzen Geschichte. Stark muss sich zuerst einmal klarmachen wer sein Gegner ist, bevor es zum finalen Showdown kommt.

Es gibt immer wieder Filme, die einen den Glauben in die Menschheit und noch viel mehr den Glauben in das Auge der Menschen verlieren lassen. IRON MAN 3 ist entspricht dem Typus solcher Werke zu 100 Prozent. Wenn man sich vor Augen führt, dass dieser Streifen der 5. erfolgreichste Film in der Filmgeschichte ist, da wird einem schon einmal schwummrig vor Augen. Während der erste Teil noch ein ernst zu nehmender und unterhaltsamer Blockbuster war, der zwar seichte Kost bot, aber letztlich dennoch durch Charme und Witz zu gefallen wusste, leidet das Franchise seit dem zweiten Ableger unter einem immensen Qualitätsverlust. In Teil 2 litt das Produkt unter einem viel zu schwachen Gegenspieler und der Tatsache, das der Film eher einem schwach abgekupferten Zwilling glich, denn einem würdigen Nachfolger. Mit Teil 3 erleidet das Trauerspiel nun seinen Höhepunkt und zwingt den Zuschauer in seinen schwächsten Momenten zu Fremdscham und Stirnklatschern.
Das Produkt Marvel mag sicherlich so gut Laufen wie nie. Und nach dem der Konkurrent D.C. Bis auf seine Batman-Nolan-Trilogie und MAN OF STEEL nichts kommerziell ebenbürtiges auf die Beine stellen konnte, führt Marvel den Kinomarkt der Comic-Adaptionen zweifelsohne an. Doch scheint in dieser Offensive oftmals die Quantität über die Qualität gestellt zu werden. Mit Iron Man und der Verpflichtung von Robert Downey Jr. hat man dennoch ganz klar eine Goldgrube gefunden, die man rücksichtslos ausschlachten kann.


Fangen wir einmal mit den positiven Aspekten des Filmes an. IRON MAN 3 ist mit Sicherheit ebenso wie seine Vorgänger ein Film, der moderner nicht sein könnte. Es ist natürlich optisch ansprechend, wenn Tony Stark mit seiner Künstlichen Intelligenz JARVIS sprechend, durch den Raum marschiert und sich durch virtuelle Zeitungsberichte fuchtelt. Wenn Mr. Downey Jr. in seinen neuen Karossen durch die Gegend fährt oder wenn man die Iron Man – Anzüge durch die Lüfte fegen sieht. Diese Tatsache kann man den Streifen nicht absprechen, da wurde sich zumindest ins Zeug gelegt. Dazu kommt selbstverständlich Robert Downey Jr., der unangefochten das absolute Aushängeschild der Reihe darstellt, wenngleich seine Ausstrahlung und sein Witz von Mal zu Mal mehr abschwächt. All diese Elemente, die den ersten Teil auch noch zu einem lockeren und aufregenden Filmerlebnis gemacht haben, sind zwar in irgendeiner Weise noch vertreten aber lang nicht mehr so stark ausgearbeitet wie es einst der Fall war.
Ansonsten lässt Regisseur Shane Black wohl alles schleifen was man so schleifen lassen kann. Der Gegenspieler, generell jede Figur außer Stark entwickelt sich in dermaßen schnellen Schritten zurück, dass die Verfolger des Franchises überhaupt nicht mehr hinterher kommen. Es ist ein Witz was uns Marvel für eine Anzahl an schablonenhaften Schattenfiguren vor die Augen knallt. Keinerlei Wiedererkennungswert, keinerlei Authentizität, alles in allem schrecklich lieblos. Eine Osacrpreisträgerin wie Gwyneth Paltrow wird hier lächerlich gemacht, Guy Pierce kann keinerlei Akzente setzten. Marvel will seine One – Man – Show und Marvel produziert eine One-Man-Show.


Kommen wir zu den Gegenspieler, der Handlung, der Idee hinter IRON MAN 3. Ja, nein, lieber nicht. Ohne Worte zum größten Teil. IRON MAN 3 wirkt was Kreativität anbelangt wie eine Asylum-Produktion, der man endlich mal ein einigermaßen funktionstüchtiges Kamera-Equipment gesponsert hat. Das Finale ist zum Fremdschämen. Bis auf einzelne Szenen im Finale, in denen die Kampfanzüge sich selbstständig machen, ist die Action so schlecht choreographiert, dass einem der Würgreiz kommt. Ein Armutszeugnis, welches Shane Black hier abliefert. Überladene Action durch und durch. Kein Genuss, keine Coolness, einfach nur ein anstrengender Blockbuster-Reinfall. Zwei Punkte weil Downey Jr. einfach wirklich sympathisch ist und man irgendwo sicherlich noch einen größeren Bullshit gesehen hat. Ansonsten verdränge ich den Gedanken an IRON MAN 4 bis 2016.  


Bewertung: 02/10



Genre: Sci-Fi, Action
Originaltitel: Iron Man 3
Regisseur: Shane Black
Darsteller: Robert Downey Jr., Gwyneth Paltrow, Ben Kingsley, Guy Pearce, Rebecca Hall
Erscheinungsjahr: 2013
Produktionsland: US, Kanada
Laufzeit: 131 Minuten  
Originalsprache: Englisch
Altersfreigabe: FSK 12



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