Dienstag, 13. August 2013

Slumdog Millionär - Boyle in Höchstform


This is our destiny.“

Jamal Malik steht vor der alles entscheidenden 20 Millionen Rupien Frage bei Wer wird Millionär. Er ist ein Slumdog. Auf den Straßen Mumbais groß geworden, ein Straßenjunge. Er ist ein Betrüger, er muss es sein. Sein Erfolg bei der TV-Show macht die Behörden stutzig, sodass sie ihn verhören, ihn foltern. Unter physischem, sowie psychischem Druck erzählt Jamal eine Geschichte. Eine Geschichte, die eindrucksvoller nicht sein könnte. Seine Geschichte...

SLUMDOG MILLIONÄR handelt von einer Reise. Einer Reise voller Neid, Missgunst, Egoismus und Gewalt. Einer Reise voll Feinden, Verbrechern und abstoßenden Wesen. Einer Reise voller Gefahren und Intrigen. Es ist eine traurige Reise. SLUMDOG MILLIONÄR ist jedoch genauso eine Reise voller Licht, Hoffnung und Glück. Eine Reise voll Freunden, Liebenden und Geliebten. Eine Reise voller Leidenschaft und Erfolgen. Es ist eine wunderschöne Reise.

SLUMDOG MILLIONÄR schafft im Endeffekt genau das was unzählige Filme versuchen zu erreichen um Mal zu Mal kläglich daran zu scheitern. Danny Boyles oscargekröntes Meistewerk schafft es eine bittersüße Geschichte zu erzählen, die ohne Kitsch oder nervigen Klischees daherkommt, sondern einen ehrlichen und aufrichtigen Eindruck erweckt, die den Zuschauer komplett von sich zu überzeugen weiß. Eine Geschichte, die von Anfang bis Ende zu fesseln weiß, eine interessante Geschichte, eine zauberhafte Geschichte. Ein wahres Märchen.


Money and women. The reasons for make most mistakes in life.“

Was Danny Boyle hier für eine Regiearbeit hingelegt hat, grenzt an Perfektion und Zauberei. Seine Blicke auf das unpolierte Mumbai wirken authentisch, glaubwürdig und genau das sind sie auch. Die schnelle und wackelige Kameraführung reiht sich perfekt in das Gesamtbild des Streifens ein. Sie unterstreicht die Gefahr, welche das Leben in dieser Gegend mit sich bringt und sorgt somit für eine sinnvolle visuelle Umsetzung.
Ein weiteres großes Plus des Filmes ist sein sensationeller Soundtrack. Die Musik gliedert sich ebenso stimmig in das Projekt ein und beweist Boyles geniales Gespür für solche elementaren Aspekte des Mediums Film. Ein leicht hoppiger Sound trifft hier auf traditionelle orientalische Klänge, wie man sie aus Bollywood kennt.

SLUMDOG MILLIONÄR ist ein Film über Freundschaft, Liebe und Familie. Die Geschichte spiegelt das Leben jedes Einzelnen irgendwo wieder. Der Streifen ist ein einziger Kontrast. Um es etwas abgedroschen zu formulieren ist SLUMDOG MILLIONÄE ein wahres Wechselbad der Gefühle. Auf der einen Seite grausam und schonungslos, auf der anderen Seite einfühlsam und magisch. Der Zuschauer geht diese Reise mit. Er darf sie mitgehen, er will sie mitgehen. Boyle möchte, dass er sie mitgeht. Von dieser Intention getrieben eröffnet er dem Publikum einen ungewöhnlichen und detaillierten Einblick in das Leben, die Zustände einer scheinbar anderen Welt.

Dev Patel, Freida Quinto und Madhur Mittal geben ein fokussiertes und funktionierendes Dreiergespann ab. Herausragendes Schauspiel jedoch ist hier nicht erkennbar. Alle beteiligten Darsteller geben eine konzentrierte und solide Leistung ab, ohne jedoch Lichtblicke oder Höhepunkte zu kreieren. Der Star des Streifens ist somit nicht der Hauptdarsteller oder der Nebendarsteller. Nein, es ist ganz klar der Regissuer Danny Boyle und seine perfekte Inszenierung eines orientalischen Traums.

Der Ablauf und die Erzählweise der Geschichte sind sehr interessant und spannend gestaltet. Die Rückblenden in die Vergangenheit der drei Hauptfiguren, der Schwenk zurück ins Studio der TV-Show, der Abstecher in das Polizeirevier. Es ist perfekt. Danny Boyle hat eine perfekte Arbeit geleistet. Wann immer das der Fall ist, entsteht etwas ganz großes. Das ist Schicksal.



I will never forgive you!“ 


Bewertung: 08/10


Genre: Drama
Originaltitel: Slumdog Millionaire
Regisseur: Danny Boyle
Darsteller: Dev Patel (Jamal), Freida Pinto (Latika), Madhur Mittal (Salim)
Erscheinungsjahr: 2008
Produktionsland: UK
Laufzeit: 120 Minuten
Originalsprache: Englisch
Altersfreigabe: FSK 12

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