Donnerstag, 15. August 2013

Midnight in Paris - Der Film der Liebe

(2011) / US; ES / OT: Midnight in Paris / Laufzeit: ca. 94 Minuten / FSK: 0 / Fantasy, Komödie
von Woody Allen - mit Owen Wilson, Rachel McAdams, Marion Cotillard, Adrien Brody, Tom Hiddleston, Corey Stoll
Eine Ode an Paris, die Liebe, die Nostalgie, an die Schönheit selbst. Woody Allen liefert zwar kitschig, aber grandios liebevoll ab, er erfüllt das Herz des Zuschauers mit genau den Emotionen, die er auch beim Dreh gefühlt haben muss. Owen Wilson (= der Mann kann schauspielern!) der die Ehre hat, Allens Liebe zu dem Thema darzustellen, funktioniert auch gleichzeitig als Spiegel eines Selbst. Er reagiert sympathisch, hinterfragt die magischen Geschehnisse nicht, erfreut sich einfach daran und genießt die Zeit mit den Menschen, die er schon immer treffen wollte. 

Der Clou, dass Wilson Mitternachts in Paris mit einem alten Peugeot Landaulet abgeholt wird, und so durch die Zeit in die vergangenen 20er reist um die große Epoche seiner Künstlerlieblinge mitzuerleben, ist schön schlicht eingefädelt und familiär in Szene gesetzt. Was dann folgt sind Gespräche mit Hemingway, Dali, Picasso, Fitzgerald. Es gibt keinen Höhepunkt in diesem Film, kein Moment der sagen soll "DAS ist das Highlight", der Film an sich ist der Höhepunkt und man möchte sich nie auf etwas besonderes festlegen, man bleibt fair und gibt jeder Person die Chance sich zu entfalten und ihren Charme durch den Bildschirm weiterzugeben.

"The best way to find out if you can trust somebody is to trust them" - Hemingway, eine der wichtigsten Personen wenn es um Literatur geht, wurde hier wohl mit am besten verkauft. Der philosophisch trinkende Autor, welcher stehts die wahren Worte findet. Besser kann man solche Persönlichkeiten heutzutage nicht mehr an die Jugend bringen. Und das ist besonders an MIDNIGHT IN PARIS, man beschäftigt sich teilweise gar nicht mal so oberflächlich mit den Künstlern, es wird über jeden gesprochen und den Rest kann man leicht zwischen den Zeilen lesen, Bilder und andere Werke werden besprochen. Und das nicht so langweilig, wie mancher es aus Klassenausflügen in Museen kennt.



MIDNIGHT IN PARIS ist Fernweh in seiner schlimmsten Form, man sehnt sich, natürlich auch dank der Aufhübschung dieser Epoche, in diese Zeit und in diese Stadt. Das Paris die Stadt der Liebe ist und auch sonst in Europa hochgelobt wird, ist Alltag und könnte deswegen den ein oder anderen nerven - wenn es denn nicht stimmen würde. Allen verfilmt aber nur das, was eben so ist, wie die Schönheit dieser Stadt eingefangen gehört.

Der Film ist nicht mehr als ein Spaziergang. Schlichtheit überwiegt, jedes einzelne Bild hat Zeit zu wirken. Wenn man Lust auf solch eine Entdeckungstour hat, wenn man tourimäßig nichts dagegen hat, sich langsame Bilder der Stadt anzuschauen, dann kann MIDNIGHT IN PARIS für jeden eine nette Erfahrung sein.

Zwar wird hier nur geträumt, doch es wird auch dazu aufgefordert es nicht dabei zu belassen. So wie Adriana Modligiani (= "I'm from the '20s, and I'm telling you the golden age is 'la Belle Epoque'") vorführt, dass es sowieso nie die perfekte Zeit geben wird, wird so auch dem Zuschauer der Rat mitgegeben, nicht all zu sehr in der Vergangenheit zu schwelgen, und einfach dass zu tun, von dem er jetzt träumt.

Woody Allen inszeniert die Liebe an sich und das ohne grenzwertige Liebesbeziehungen. So kitschig es auch sein mag, anders kann man Paris nicht in Szene setzen und genauso sollte man die Stadt auch vermitteln. Wie Allen mal sagte: "Ich hasse die Wirklichkeit, aber es ist der einzige Ort, wo man ein gutes Steak bekommt", sollte man auch selber einfach das Beste daraus machen, was man hat. Und das bitte mit genug Humor.

"You can fool me, but you cannot fool Ernest Hemingway!"


8.0/10


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