Dienstag, 8. Januar 2013

"7 Psychos" - Und ein kleiner Shih Tzu

(2012) / GB, US / ca. 110 Minuten / FSK: 16 / Genre: Krimi, Komödie

"7 Psychos" heißt also das Werk von dem Regisseur, der mit "Brügge sehen...und sterben?" vor 4 Jahren seinen ersten, richtigen Film in die Kinos gebracht hat. "Six Shooters" ist zwar schon sein Debüt-, doch mit 27 Minuten sicherlich kein Spielfilm. Der Mann hat im Grunde also erst 2 1/2 Filme gedreht, und doch feiern ihn so viele Menschen. Grund genug dafür war "Brügge sehen...und sterben?", denn dort hat er in Zusammenarbeit mit Colin Farrell einen der wohl außergewöhnlichsten 'Gangsterfilme' überhaupt abgeliefert. "Ist Brügge vielleicht schon die persönliche Hölle?" wurde dort gefragt, und in seinem neuen Film "7 Psychos" spielen wohl die Typen mit, die vielleicht genau dort hingehören. Darunter auch wieder Colin Farrell.

Nachdem ich mit "7 Psychos" fertig war, stand eines sofort fest: Die Martin McDonagh/Colin Farrell-Kombination funktioniert. Zum zweiten Mal. Doch ist Farrell nicht derjenige, der schauspielerisch hier am größten auftrumpft. Denn das ist auf jeden Fall Sam Rockwell als der Psycho schlechthin. Atemberaubend was er hier abgeliefert hat, von verrückt hin zu lustig bis zu angsteinflössend, einfach verdammt genial dieser Mann. Die zwei Jungs würden ja schon reichen um einen Cast mit dem Prädikat "sehr gut" auszuzeichnen, doch Woody Harrelson (ganz viele Herzchen für ihn!) und Christopher Walken sind auch noch mit von der Party und spielen in genau der gleichen Liga.

"Friends don't let Friends get killed." - "Psychofriends do."

McDonagh hat schon in "Brügge sehen...und sterben?" gezeigt, dass er einen Stil hat, der sich schwer einordnen lässt. Ich persönlich merke bei mir selber oft, wie ich, wenn ich einen Film sehe, ihn auch einordnen möchte. "Mhmm. Der Film hätte auch von Cameron sein können, von der Machart wirklich ziemlich ähnlich." Genauso erging es mir hier. Und obwohl "7 Psychos", wie sein Vorgängerfilm, sehr eigen wirkt, erkennt man teils Tarantinoeske Züge. Nicht durchgängig, aber doch gut erkennbar. Hatte auf jeden Fall einen sympathischen Touch, und von der Qualität her gibt es da auch nur Pluspunkte.

Die Geschichte ist absolut abgedreht und ausführlich von ihr zu erzählen wäre ein Verbrechen an diejenigen, die den Film noch nicht gesehen haben. Denn wenn die Story ehrlich gesagt nicht sehr weit geht, hat sie doch einige besondere Schichten. Es reicht zu wissen, dass ein kleiner Hund, besser gesagt ein Shih Tzu (toller Name!), verdammt viele Schwierigkeiten auslösen kann. Er kann aber auch dazu antreiben, ein Buch zu schreiben. Über 7 Psychopathen nämlich. 

Wie "Brügge sehen...und sterben?" (ja, ich verweise hier wirklich sehr gerne und sehr oft auf diesen Film) wirkt auch "7 Psychos" sicher immer mehr, umso öfters man ihn schaut. Aber alleine bei der ersten Sichtung erlebt man ein kleines aber feines, und vor allem verrücktes und durchgedrehtes Abenteuer. Ein Abenteuer über Menschen, deren Psyche so weit reicht, wie man hier nur erahnen kann. Jedem, der skurrilen Geschichten nicht abgeneigt ist, und wer gerne mehr über Psychokiller-killer erfahren möchte, ist "7 Psychos" mehr als ans Herz gelegt.

7.0/10

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