Donnerstag, 14. Juni 2012

Begleite die "Natural Born Killers" auf ihrer blutigen Reise durchs Land.

von Oliver Stone, mit Woody Harrelson(als Mickey), Juliette Lewis(als Mallory), Tom Sizemore(als Jack), Robert Downey Jr.(als Wayne), Tommy Lee Jones(als Dwight)

Was gibt es bitteschön romantischeres, als durchs Land zu ziehen, die Umwelt zu bewundern, die verschiedenen Menschen die man unterwegs trifft abzuschlachten...Ja, richtig gehört! Öde 0815-Pärchenlovestorys sind von vorgestern, Woody Harrelson und Juliette Lewis als Mickey und Mallory Knox zeigen dir was wahre Liebe ist.

"Natural Born Killers" ist anders. In jeder Hinsicht kriegt man nichts mainstreamartiges geboten. Da verwundert es nicht, wenn man "Quentin Tarantino" im Zusammenhang mit dem Wort "Drehbuch" liest. Seine Vorlage wird von Oliver Stone sehr gut umgewandelt. Man merkt dem Film aber an, dass er Stone's Note trägt, von Tarantinos Einfluss spürt man an sich relativ wenig. Tarantino ist ja vor allem für seine einzigartigen Dialoge weltweit beliebt und bekannt, doch hier steht klar das Geschehen an sich im Fokus. Unvergessliche Dialoge gibt es kaum. Und doch gibt es sie, Woody Harrelson hatte, als er "in die Kamera geschaut hat" einen sehr heftigen Gänsehautmoment. Diejenigen die den Film kennen, dürften wissen was ich meine, der Rest wird es beim schauen sofort merken.


Ich weiss nicht ob Stone in Sachen Cast Empfehlungen vom Geschichtenerfinder bekommen hat, doch Tatsache ist, dass man (vor allem) mit Woody Harrelson und Juliette Lewis die absolut perfekte Besetzung gefunden hat. Auf die schnelle würde mir kein anderes psychopathisches Pärchen einfallen, das so authentisch wirken würde. Harrelson und Lewis sind wie gesagt der absolute Mittelpunkt, da erstaunt es umso mehr, dass man von ihrer Präsenz kein bisschen gelangweilt oder angewidert wird. Sie haben sogar die Macht, ein eigentlich abstoßendes Liebespärchen, zu sympathisch wirkenden Menschen umzugestalten.


Man ist es von Tarantino gewohnt, dass Storymäßig nicht sehr viel passiert. So ist es auch hier, der Film läuft knappe zwei Stunden, zwei Stunden in denen kaum Anlaufstellen durchfahren werden. Doch das ödet nichtmal ohne die genialen Dialoge an, Stone hat als eigenständiger Regisseur ja auch was auf dem Kasten, und zeigt das dementsprechend.




Künstlerisch wertvoll ist "Natural Born Killers" für den einen, bizarres Wirr-Warr für den anderen. Ich geselle mich zur 1ten Gruppe. Alleine die Rückblenden der geschändeten Mallory im Sitcom-Stil sind unglaublich faszinierend und einnehmend. Und eben absolut kreativ, denn in diesem Geschichtenabschnitt verbindet man Humor mit einer zerstörten Jugend - und das mehr als gekonnt. Ebenfalls gefallen haben mir die Film-im-Film-Sequenzen. Atmosphärisch war das eine super Sache.




Weitere Pluspunkte sind die später erscheinenden Figuren Wayne Gayle (Robert Downey Jr.) und Dwight McClusky (Tommy Lee Jones). Zuerst genannte ist mir sehr ans Herz gewachsen, dass war mit Abstand die beste Performance die ich bis dato von Downey Jr. gesehen habe (dabei mag ich auch sein Auftreten in z.B. "Iron Man" und "Sherlock Holmes"). Hiermit hat er sich in mein Herz gespielt. Doch leider muss ich zum Schluss noch einen Negativausbruch loslassen: "Natural Born Killers" wird nach dem tollem Start relativ schleppend und wird erst nach einem gewissen Wendepunkte zum Knaller. Doch so gut der Rest auch ist, man vergisst den Mittelteil nicht, das sorgt für einen faden Nachgeschmack.

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Empfehlung: Alleine wegen dem Ende sollte man sich diesen Film besorgen, schauspielerisch kriegt man Oscarleistungen. "Natural Born Killers" hat außerdem einen hohen Wiederschauwert, eine Eigenschaft die zeigt, dass Tarantino seine Finger mit im Spiel hatte. 

Kommentare:

  1. Tollem Start?:p Ich wollte mich anfangs noch bei Stones medial-plakativer Verteufelung mit der unterirdischen LSD-Dröhnung fast die Kugel geben, der zweite Teil war da noch das bessere an dem Ding. ;)
    Tommy und Downey wie auch Sizemore und Woody sind aber top, die Lewis nicht, die nervt nur.

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    1. Nene, das war toll gemacht, wundert mich jedoch das es dir kaum gefallen hat, bist in der Hinsicht doch eigentlich auch auf dem Geschmackslevel :P Lewis mag ich an sich auch nicht so, doch schauspielerisch war das sehr gut. Hübsch ist auch was anderes aber ja, anderes Thema..

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  2. Ein guter und auch heute noch verstördender Film. Würde ihn wohl etwas besser bewerten, aber im Grund stimmt deine Kritik.

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    1. Ich denke, der Film ist auch so einer, der mit der Zeit reift. Bin da positiv gestimmt, ich kann ihm sehr viel abgewinnen.

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