Samstag, 14. April 2012

Das Leben. Mit Uns. Mit "Life in a Day".




 Schlafen. Aufstehen. Ins Bad gehen. Anziehen. Frühstücken. Den Tag überstehen. 80 000 Beiträge. 197 Ländern. So viele Kulturen. So viele Menschen. So viele Geschichten.Was ist daran besonders, wenn man in einem Film Leute dabei beobachten kann wie sie sich zum ersten Mal rasieren, wie sie ihre Schwangerschaft durchleben, wie sie an ihre verstorbene Mutter und Frau gedenken, wie sie mit ihrem Rad einfach losradeln, wie sie erzählen was sie fürchten, was sie lieben und was sie zum Lachen bringt? Eigentlich gar nichts. Eigentlich. Auch wenn es nur Ausschnitte aus dem Leben anderer sind, auch wenn es nur Schreie nach Aufmerksamkeit sind. Es ist irgendwie doch nicht „nur“ das. Es ist mehr. Wir denken immer dass wir alle so verschieden sind. Aber das sind wir nicht. Jeder will das Gleiche. Jeder will dass man sich an ihn erinnert, ihn mag. Man will nicht umsonst leben. Man will etwas erreichen. Man will sich selbst lieben. Man will glücklich sein. Selbst ein gut gewürztes, glasiertes Hähnchen aus dem Ofen kann dieses Glücksgefühl bescheren. 

 Der 24 Juli. 2010. Für einen selber vielleicht ein ganz normaler Tag. Für andere einer der Besten. Für andere einer der schlimmsten. Ehegelübde Erneuerung. Ein geplatztes Date. Mit 9 anderen Menschen in einer kleinen Hütte leben. Ein seltenes Treffen mit seinem Dad. Das Wunder der Geburt. Der Kampf gegen den Krebs. Freude. Trauer. Das alles passiert jeden Tag. Es ist einfach faszinierend zu sehen, dass der Mensch doch nicht so verkommen ist wie man immer denkt, es gibt auch noch eine Menge ‚normaler‘ Menschen, Menschen die nicht für Kriege verantwortlich sind, Menschen die einfach leben wollen. Ohne Komplikationen. Das wird hier mehr als perfekt festgehalten. Wir leben um uns zu zeigen. Wir leben um gewertschätzt zu werden. Diese Doku faszieniert, erschreckt, macht einen glücklich, macht einen traurig. Ich kann nicht wirklich erklären wieso ich diese Doku liebe. Ich kann es nicht. Es ist einfach dieses Gefühl da, dieses unbeschreibliche Gefühl, dieses Gefühl das auftaucht und man sich beim Schauen nicht bewegen will, bei dem einfach so eine Träne über die Wange läuft, bei dem man sich inspiriert und erfüllt fühlt. Herzergreifendes Drama. Fröhliche Komödie. Aufregendes Abenteuer. Und das alles ohne Schauspieler.

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