Donnerstag, 1. März 2012

Rasende Action mit Drive



Drive ist ein Versuch die Moderne mit der Altmodischen Art zu kombinieren, wenn man sich zurückerinnert gab es früher kaum einen Actionstar der mehr als 1 Seite Dialog auswendig lernen musste, das war nicht nervig, das war sympathisch. Denn oft kann man sich jegliches Wort sparen. Das wurde früher mit den (explosiven) Bildern ausgeglichen, und auch heute, bei Drive, passt das einfach perfekt, die Bildsprache die Refn anwendet ist durchgehend einnehmend und zieht einen regelrecht in den Bann, wenn ich dann auch noch an diese absolut geniale Musik denken muss(wo zum Teufel ist Oscarnominierung Nr.1) die mit dieser wunderbaren Schnitttechnik(wo zum Teufel ist Oscarnominierung Nr.2) harmoniert und einen visuellen und akustischen Orgasmus einleitet, ja dann hat man schonmal ein paar Filmgelüste auf sehr schöne Weise befriedigt. Das ist auch der Schriftzug der ganz klar mit einem Edding von Refn gezeichnet wurde. Das Drive ein Erlebnis geworden ist, kann man größtenteils Herrn Gosling danken, nein, nicht in erster Linie weil er den (wirklich gut) gespielten Driver präsentiert, sondern weil er aussuchen durfte welcher Regisseur für den Film hinter der Kamera stehen durfte. Nicolas Wending Refn sollte es werden, er und nur er. Herr Gosling, Sie haben eine Menge Sympathiepunkte dazugewonnen. Drive wurde zwar nicht zum geplanten Blockbuster, doch kann man die Mainstreamingartigen Züge die der Film trägt nicht abstreiten, schlimms ist´s jedoch nicht, denn in Verbindung mit den Independentelementen ergibt das ziemlich interessantes, aufregendes Kino, das man eher selten zu sehen bekommt. Hier kann man auch mit einem sehr sympathischen Protagonisten punkten, klar, man mag Ryan Gosling einfach, das ist seine Art wie er wirkt, und schlecht schauspielern tut er auch auf keinen Fall, doch was hätte ihm die Oscarnominierung gebracht wenn er eh gegen Dujardin verloren hätte, seine Zeit wird noch kommen, die Zeit in der er noch mehr zeigen kann. Im Gegensatz zu anderen Actionfilmen und deren Stars gibt es einen wortkargen Typen der einem trotzdem tiefgründig vorkommt, das könnte aber auch daran liegen das man sich viele Gedanken darüber macht was er denn eigentlich für eine Persönlichkeit hat, denn allzu viel erfährt man nicht über ihn. Und da sind wir an dem Punkt an dem ich meckern muss. Drive ist zu kurz. Drive kratzt oftmals an der Oberfläche der Möglichkeiten. Der Kerl, der sich eine ganze Trilogie Zeit genommen hat um seine Charaktere zu beleuchten, fertigt eine so interessante, keine außergewöhnliche aber doch sehr interessante Geschichte, in knapp 100 Minuten ab. Schade. Da merkt man dann wieder das Drive zum Teil doch für die breite Masse gemacht wurde, ich jedoch, und ich denke viele andere auch, hätten sich über eine gründliche Beleuchtung des Drivers gefreut. 

So verbleibt Drive bei einem coolen Neo-Noir Thriller der etwas anderen Art mit vielen Glanzmomenten und kaum Schwachstellen, doch was fehlt ist eben der absolute Höhepunkt, diese Stelle die man bei einer facettenreicheren Geschichte gefunden hätte. Brutal und mitreißend war`s aber allemal, das Reifenquietschen(Refnquietschen, der Wortwitz wäre doch auch toll) umhüllt von der kühlen Atmosphäre pumpt Adrenalinschübe durch den Körper. 

7/10

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