Montag, 7. Mai 2012

Krebs vs. Leben. Chancen: "50/50"



Nach was für einer Zeit ist es angemessen, den Mund wieder zu schließen, die Taschentücher wieder wegzustecken, wann ist es angemessen einen Film zu vergessen, der einen so zwiegespalten zurücklässt?


Nein, ich meine nicht das er einen bitteren Nachgeschmack hinterlassen hat, es sind diese zwei Augen die nach dem Abspann noch da sind, das weinende und das lachende. Wie ein Schlag in die Fresse, und danach kriegt man von der gleichen Hand eine Rose angeboten, ein ewiges Zusammenspiel einer Trauermine, und eines Lächelns. Um auf die Ursprungsfrage zurückzukommen: Garnicht. "50/50" ist so ein Film, der mir persönlich sehr viel mitgegeben hat, damit meine ich kein "Was wäre wenn ich Krebs hätte"-Szenario(der Film will nichtmal zeigen wie man genau mit Krebs umgehen sollte, man kann damit nämlich nicht vernünftig umgehen, man kann damit lediglich so mit umgehen, wie man es selbst für richtig hält), ich meine vielmehr Situationen, die jedem Menschen begegnen werden: Eine verzweifelnde Beziehung zur Freundin, Familienkonflikte, das Verhältniss zu Freunden, es ist so viel was der Film in sich vereint, was der Film sagen möchte. Für diesen Moment ist "50/50" dein Therapeut, derjenige der dir etwas klar machen möchte. Doch zum Glück ist er nicht wie ein normaler Therapeut, er bringt dich auch zum lachen, zum weinen, geht emotional an die Sache ran. 


Es ist simpel, eine Geschichte über Krebs zu einem Film zu formen, vor allem weiß man als Produzent das es leicht verdientes Geld ist, das Thema ist eben rührend, ist mitreißend. Doch man hat mehr als eine seichte Dramenkomödie um eine ernstes Thema gestrickt, man hat sich Gedanken gemacht, Gedanken darüber wie es in einem Krebspatienten wirklich aussieht(Autor Will Reiser hatte ein persönliches Erlebnis mit Krebs) und ich habe gemerkt das man mir mehr als eine Filmerfahrung mitgeben wollte. Durch Leute wie Seth Rogen und Joseph Gordon-Levitt konnte die Botschaft und das Gefühl des Filmes nicht besser vermittelt werden, mit einer unglaublichen Gewandheit springt man vom Witz zur Tragödie, und zurück. Eine einzige lebensfrohe Emotionsbombe in die man sich nur zu gerne stürzt.


"Wie sind die Chancen, wie sehn die aus?"

-"Keine Ahnung, ich meine, da stand was von Fifty-Fifty, aber das war nur im Internet, also..."

"Ist doch nichtmal schlecht! Besser als ich dachte, dann wirst du wieder gesund. Viele junge Leute kriegen Krebs und die Promis schaffen's alle."

Keine Kommentare:

Kommentar posten