Sonntag, 28. September 2014

"All men must die" in der 4. Staffel von GAME OF THRONES

Vor einem knappen Jahr, nach Abschluss der 3. Staffel, wusste ich wirklich nicht, wie die Macher sich noch steigern wollen. Es grenzte schon an Dummheit überhaupt daran zu glauben, dass dies möglich sei. Doch Schreiberling George R. R. Martin und das Team, welches seine Worte in Bilder formt, schaffen das Unmögliche und begeistern mich auf einer noch höheren Stufe. Ich meine, "The Red Wedding" war eine Episode, die untopbar schien. Solche schockierenden Folgen kommen mittlerweile vielleicht auch in anderen Serien vor, aber GAME OF THRONES hat hier etwas gewagt, was sich in dieser Form noch nie jemand auf der großen Bildfläche getraut hat.

Es geht nun weiter, die Rebellion des Nordens gegen König Joffrey und den Thron sind mit dem Tod von Robb Stark zerschlagen worden und die nervtötendste Serienfigur ever wiegt sich in Sicherheit. So ganz entspannt ist die Lage aber (zum Glück) nicht, Stannis ist nämlich wieder auf den Beinen und auf dem Vormarsch. Während sich Daenerys in euren neu eroberten Gebieten erstmal niederlässt, läuft in Kings Landing eine etwas abstraktere Version von "Gute Zeiten, Schlechte Zeiten". Jaime kehrt nach Hause zurück, wird aber ziemlich kühl von seiner geliebten Schwester empfangen, Tyrion wird mit der grade-mal-so reifen Sansa Stark (wir erinnern uns: die Tochter, welche mit ansehen musste, wie ihr Vater von Joffrey hingerichtet wird) verheiratet. Das hier mehr schlechte als gute Zeiten erwartet werden dürften, sollte jedem klar sein. Dazu gesellt sich ein Neuling: Prinz Oberyn Martell, welcher in einen der Top-3 Momente der Staffel involviert ist.



Es fällt mir schwer Worte für etwas zu finden, was einem den Atem raubt. Ernsthaft, so kitschig das auch klingt, hier wurde etwas erschaffen dass einfach noch nie dagewesen ist. Es gibt eine Menge guter Serien, doch in dieser Art und Weise ist GAME OF THRONES ein Erlebnis, welches man nirgend anders auch nur annäherend so miterleben kann.

Staffel 4 stellt eine weitere Steigerung dar und ich würde meine Hand dafür ins Feuer legen, dass die nächste einfach nicht besser sein kann - wenn ich das nicht schon vor einem Jahr getan hätte. Es wird in jeder Folge mindestens ein kleiner What-the-Fuck-Moment eingebaut, wobei es, wenn man dann intensiver darüber nachdenkt, schon ziemlich große sind. Was hier im Kampf von Prinz Oberyn gegen 'Den Berg' passiert, ist wohl das teuflischte was sich ein Mensch nur ausdenken kann, wie Tyrions unvergleichbare Rede inszeniert wird, sucht man in großen Blockbustern vergeblich. Nicht zu vergessen die Schlacht an der Mauer der Nachtwache! BÄM, das ist Mittelalteraction wie ich sie zuletzt in DER HERR DER RINGE gesehen habe. Und das ist ein verdammt großes Kompliment.

Sprachlos warte ich nun bis Frühjahr 2015 um diese unfassbare Reise fortzuführen. Zum Abschluss noch eine Aktualisierung meiner Top-5-Charaktere:


Platz 5: Jaime Lannister (Nikolaj Coster-Waldau) (↓4)
Der Kerl wächst einem wirklich immer mehr an's Herz. Man musste ihm zwar erst ein Körperteil nehmen bis es dazu kommen sollte, aber was solls. Tolle Bruderaktionen, die den angekratzten Edelritter endlich mal scheinen lassen.




Platz 4: Prinz Oberyn Martell (Pedro Pascal) (neu)
Egal wie lange die Serie noch geht: Oberyn hat sich in das Hirn jedes Fans gebrannt. Imposante Auftritte von einem Mann, der weiß wie man kämpft - es aber nicht rechtzeitig zu Ende bringt.




Platz 3: John Snow (Kit Harrington) (neu)
Die erste Staffel, in der mich John Snow mal wirklich begeistert hat. Davor hatte er keinen scheinbaren Charakter, doch als es hier auf den Showdown an der Mauer zugeht beweist er, was für ein Anführer er sein kann.





Platz 2: Daenerys Targaryen (Emilia Clarke) (↓1)
Und wieder mal tauschen die beiden Platz 1 und 2. Daenerys wirkt das erste Mal angreifbar, die heile Welt die man ihr zu verdanken hat, wirkt doch nicht so heil. Dazu gesellen sich weitere Probleme mit der die aufstrebende Herrscherin aber doch hoffentlich klar kommen sollte. Ich traue ihr alles zu, tolle Frau.




Platz 1: Tyrion Lannister (Peter Dinklage) (↑2)
And the speech of the year goes tooooo: Peter Dinklage! Falls es einen Instant-Oscar geben würde, er hätte ihn verdient. Die wohl gänsehauterregendste Szene 2014. Egal was da noch kommen mag. Dazu die Erkenntnis schlechtin: Selbst George R.R. Martin kann ihn nicht umbringen.




“All my life you’ve wanted me dead.” - “Yes, but you refused to die. I respect that. Even admire it. You fight for what’s yours.”

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