Montag, 26. September 2016

Einmal Kindheit und zurück - "Findet Dorie" von Pixar!


Dorie ganz verpeilt aber soooo lieb.
AB 29. SEPTEMBER IM KINO! ©Pixar














Filme schaffen es wie fast kein anderes künstlerisches Medium, Gefühle zu vermitteln, sie in uns zu wecken und mit ihnen zu spielen. Wer sich mit Gleichgesinnten in den Kinosaal setzt, begibt sich auf eine Reise ins Ungewisse. Selten weiß der Zuschauer vorher, was ihn erwartet. Hass? Liebe? Gleichgültigkeit? Alles ist möglich, denn unsere Klaviatur der Gefühle ist bereit instrumentalisiert zu werden. Pixar ist einer dieser Filmriesen, der das verstanden hat. Groß wie Klein blickt gebannt auf die Leinwand, die Augen füllen sich mit Tränen, mal aus Freude, mal aus Mitleid mit dem Schicksal der knuffigen Figuren. Egal ob Roboter, Ratte oder Fisch – Pixar lacht über unsere Verteidigungsmechanismen und spielt mit unseren Gefühlen virtuoser als David Garrett auf seiner Geige.

Mit „Findet Dorie“ setzt Pixar einen seiner größten Hits der letzten 15 Jahre fort. Die Kinder, die damals mit leuchtenden Kinderaugen aus dem Kino kamen, sind inzwischen erwachsen geworden. Die Story setzt jedoch fast unmittelbar nach „Findet Nemo“ an, was überhaupt nichts ausmacht. Die Unterwasserwelt präsentiert sich so fantasievoll wie eh und je und es dauert keine Sekunde bis der Zuschauer wieder ganz von Nemo und seinen Begleitern eingenommen ist. Dummerweise heißt das aber auch: wenig Neues!

Der Dude mal wieder richtig high.
©Pixar

Vor allem in Hälfte eins wissen die Macher wenig dem altbekannten Material hinzuzufügen. „Findet Dorie“ klappert die Stellen des Vorgängers fast 1zu1 ab ohne groß zu variieren. Das ist zwar unterhaltsam und spaßig, aber nicht begeisterungswürdig. Erst mit weiterem Fortlauf der Story entspinnt sich die ersehnte Eigenständigkeit. Neue Figuren ersetzen Cameos, frische Gags sorgen für gute Laune und Pixar trumpft dort auf, wo sie schon immer zu Hause waren. Das Schicksal der Figuren nimmt mit und die neuen Charaktere sind schnell ins Herz geschlossen.

Filme wie „Findet Dorie“ wirken wie ein Pflaster für das Gemüt, das durch alltägliche Schreckensnachrichten wund geschlagen ist. Für einen Moment vergisst man die Ungewissheit, die traurigen Newsbilder und lässt sich von liebevoll designten Figuren vom Kinosessel aus abholen. Einmal kurz durchatmen, die Welt Welt sein lassen und sich freuen, lachen, Spaß haben und mitfiebern. Das reicht manchmal schon.

 

Fazit

Gerade im Vergleich zum ungefähr zeitgleich gestarteten „Pets“ vom Konkurrenten Illumination Entertainment fällt auf, wie viel besser Pixar mit seiner Geschichte umzugehen weiß. Natürlich ist „Findet Dorie“ nicht minder rasant, doch schafft es der Film seine Figuren stets an erster Stelle zu positionieren. Kein Tohuwabohu dieser Welt rettet unausgereifte Charaktere und sinnlose Hektik im Sinne eines bloßen Lückenfüllers. Pixar hat das schon immer gewusst. Alle anderen müssen weiter die Schulbank drücken. 

Neue Figur: Oktopus!
©Pixar
BEWERTUNG: 7,5/10
Titel: Findet Dorie
FSK: ab 0 freigegeben
Laufzeit: 97 Minuten
Drehbuch: Andrew Stanton, Victoria Strouse
Regisseur: Andrew Stanton, Angus McLane
Sprecher: Anke Engelke, Christian Tramitz, 
US-Sprecher: Ellen DeGeneres, Ed O'Neill, Idris Elba, Sigourney Weaver, Diane Keaton, Ty Burrell, Eugene Levy, Willem Dafoe






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