Samstag, 4. Juni 2016

"Top Gear Staffel 23“ – Die erste Episode nach der Ära Clarkson/Hammond/May

© BBC Two

Voller Spannung erwarteten die Automobilenthusiasten den Beginn der 23. Top Gear Staffel. Das diese Staffel ohne das bekannte Moderatorenteam auskommen muss war lange bekannt, denn noch vor Ende von Staffel 22 kam es zum Eklat zwischen Moderator Jeremy Clarkson und den Produzenten. Sein Rauswurf bedeutete auch für James May und Richard Hammond eine Abkehr von der BBC- eigenen Kultsendung.

Die drei fanden beim Streamingdienst Amazon-Prime jedoch schnell ein neues Zuhause. Dort erwartet die Zuschauer ab Herbst mit „The Grand Tour“ eine Automobilsendung, die bereits mit ihren Moderatoren und einem riesigen Budget punkten kann.
Das neue Top Gear -Team um Radiomoderator Chris Evans und Schauspieler Matt Le Blanc hat also die Konkurrenz im Nacken und muss sich den skeptischen Fans beweisen. Das Konzept ist das altbekannte: Livepublikum, Stargäste und Videobeiträge aus aller Welt. Die Umsetzung jedoch weiß mich nicht zu überzeugen. Matt Le Blanc, der vielen als Joey aus Friends bekannt sein dürfte, ist passionierter Autofan und weiß diese Leidenschaft auch zu transportieren. Er versteht etwas von der Thematik und in seinem Beitrag zum Offroad-Talent Ariel Nomad merkt man ihm den Fahrspaß an. Chris Evans konnte sich in der ersten Episode leider nicht positiv in Szene setzen. Zu aufgeregt und schrill war sein Auftritt vor dem Live-publikum. In seinen Beiträgen konnte er weder Sympathien für die Fahrzeuge noch seine Person erzeugen.

Hinterlassen große Fußstapfen - Richard Hammond, Jeremy Clarkson und James May (v.l.n.r.)   © BBC Two
Die Herzstücke von Top Gear sind alle dabei. The Stig, der „tame racing driver“ ohne Stimme, ist mit von der Partie und auch das Format „star in a reasonably priced car“ hat es wieder in die Sendung geschafft. In diesem werden prominente Gäste dem Livepublikum vorgestellt und müssen sich auf der Rennstrecke in einem preiswerten Kleinwagen behaupten. Hier gibt es mit Schauspieler Jesse Eisenberg und Fernsehkoch Gordon Ramsay bereits zwei hochkarätige Gäste, doch der Kern des Beitrags, das Rennen, enttäuscht leider. Der Reiz des preiswerten Kleinwagens wird zugunsten eines Mini Crossover aufgegeben und die Strecke um wenig interessante Offroadpartien ergänzt.
Es ist jedoch nicht alles schlecht. Die Videobeiträge sind fantastisch gefilmt und der Unterhaltungsfaktor ist solide. Leider fehlen mir überzeugende neue Ideen. Ob Le Blanc und Evans noch als Moderatorenteam zusammenwachsen bleibt abzuwarten. Es scheint jedoch jetzt schon sicher, dass beim bisherigen Kurs „Top Gear“ seinen Kultstatus verlieren wird. Eingefleischte Fans des Formats sollten einen vorsichtigen Blick riskieren, der Rest muss noch bis Herbst auf „The Grand Tour“ warten.

                                                         4.0/10 

 

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