Sonntag, 20. März 2016

Call of Duty in Baton Rouge: "Navy Seals vs. Zombies"

Call of Duty? Nein! Navy Seals! Echte! Die es mit Zombies zu tun bekommen. Jetzt auch für zuhause zu haben...
Ich war ja nie so wirklich der größte Zocker. Im Gegenteil: Mein Spitzname lautet auch hier und da schonmal „Konsolen-Legastheniker“. Früher, als sich Carsten Jancker noch mit seiner Glatze in die Herzen der Bayern-Fans spielte und Frauke Petry noch nirgendwo Interviews verschlief, ja, in diesen guten alten Zeiten da hing ich vorm Computer – ein guter alter Desktop-PC! -, habe in Rollercoaster die irrsinnigsten Achterbahnen gebaut, Moorhuhn gesuchtet, ja, sogar Anno 1602 habe ich mitgenommen. Schön war die Zeit.

Neben zahlreichen weiteren Fußballspielen (Fifa, Fußball Manager) und Nicht-Fußballspielen (Radsport Manager wird überall wahnsinnig unterschätzt!) habe ich mich ebenfalls erfolglos daran versucht, „Call of Duty“ zu verstehen und lieben zu lernen. Hat nie funktioniert. Ich habe mich eher so gefühlt wie der Security-Heini des amerikanischen Vize-Präsidenten im Kult-Kracher „Navy Seals vs. Zombies“. (mit echten Navy Seals wohlgemerkt!) „Ich habe auf sie geschossen, doch sie fielen nicht um“, eröffnet der Bodyguard den Navy Seals, die gekommen sind, um die Vize-Präsidenten-Delegation aus dem Kapitol in Baton Rouge zu retten.

Baton Rouge? Bevor ihr hier euch verzweifelt an euren Geographie-Grundkurs zurückerinnert, kläre ich euch mal auf. Baton Rouge ist die Hauptstadt des US-Staates Louisiana. Wikipedia spricht von knapp 230.000 Einwohnern. Und joar, Baton Rouge hat plötzlich eine ganz große Bedeutung in der nationalen Berichterstattung. Zombies machen sich in der Stadt breit. Und das ausgerechnet just zu dem Zeitpunkt, wenn der US-Vize-Präsident in der Stadt ist. Zehntausende Zombies laufen durch die Stadt, beißen sich fröhlich durch die Gegend, „da ist die Kacke so richtig am Dampfen!“, muss dann auch der Kommandant der US-Navy-Seals erkennen.
Voll laser, wie du abgehs...okay, nein, hier geht nichts ab.

Er wird zusammen mit seiner Truppe damit beauftragt, den Vize-Präsidenten aus der misslichen Lage zu befreien. Dort angekommen, merken sie: Wer gebissen wird, der muss dort bleiben. Für die Stadt wird der „Code Red“ ausgerufen. Nur ein Schuss in den Kopf killt die Zombies. Also: Rein ins gottverlassene Kapitol, auf alles schießen, was sich bewegt, den Vize-Präsi da rausholen, zurück in den Hubschrauber und bloß weg aus Baton Rouge....

Ja, klingt das nicht nach einem wahnsinnig aufregenden Blockbuster? Kinners, ich sage euch: Das klingt nicht nur so. „Sie sind überall!“ Ja, die Straßen von Baton Rouge sind voll. Also zumindest in den fiktiven Fernseh-Aufnahmen zum Filmbeginn. Ansonsten sieht man im Streifen von Regisseur Stanton Barrett für die angekündigte übermäßige Zombie-Invasion hin und wieder ein paar billig aussehende Zombies, die sich mal schneller, mal weniger schnell durch die Straßen beißen. Der ausgerufene Ausnahmezustand bleibt bloß Fassade.

Nein, so richtig langweilig ist der Streifen nicht. Das sind relativ kurzweilige anderthalb Stunden, aber in denen passiert nichts von Belang. Unsere Hauptprotagonisten wandern durch eine verlassene Stadt, ballern ab und an mal in die Prärie, hier brennt ein Gebäude, dort kommt ein Zombie, den man erledigt. Nööö, das ist absolut kein Nervenkitzel, da steckt in jeder "Call of Duty"-Mission mehr Action. Nervig sind ein paar Charaktere, denen man mit dem Vorschlaghammer eine Geschichte unterzujubeln versucht. Genauso nervig ist die Fernseh-Reporterin, die geil ist auf die große Geschichte und sich mit den Seals durch die Zombie-Stadt kämpft. „Ich habe Eltern und einen Hund – dem würde es hier das Herz brechen!“, sagt sie.
Eine Hubschrauber-Fahrt durch Baton Rouge, die ist lustig.

Ja ja, einer der Seals hat dann auch noch Handy-Empfang. Mitten in der abgeriegelten toten Zombie-City. Welchen Vertrag und Anbieter hat er? Ich will den auch. Irre! Seine Liebste nimmt sogar ab, am Ende nimmt dann noch der Schmalz-Faktor zu, als sich die verbliebenen Seals – es sterben natürlich ausgewählte Charaktere zwischendurch weg. Müßig zu erwähnen, oder? -, die Treue schwören. Schluchz.

Dazu spielen sich dann eine Menge von Szenen in der Kommandozentrale des Militärs ab, war vermutlich billiger beim Dreh. Barretts Budgets schien sowieso nicht besonders hoch zu sein, so liegt technisch und optisch ebenfalls so einiges im Argen.

Der Streifen ist letztlich daher so wie meine ersten und einzigen Gehversuche als Ego-Shooter-Spieler: Ein Desaster. Nicht langweilig, allerdings einfach nicht gut. Ich konnte damals nur die allererste „Call of Duty“-Version spielen, größere Ansprüche hat mein PC – Gott, hab ihn selig! - nicht vertragen. Ich bin froh drum. Und ich wäre auch nicht wirklich weniger froh gewesen, wenn mein BluRay-Player „Navy Seals vs. Zombies“ auch abgestoßen hätte.

„Ich habe nichts, nur eine Bindehautentzündung!“ Die hätte ich auch gerne gehabt beim Sehen.

BEWERTUNG: 2,0/10
Titel: Navy Seals vs. Zombies (2015), jetzt auf DVD, BluRay & Co. erhältlich
FSK; ab 16
Laufzeit: 92 Minuten
Genre: Action, Horror
Regisseur: Stanton Barrett
Darsteller: Stephanie Honoré. Jerome Andries uvm.

Bilder: Ascot Elite Home Entertainment

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