Freitag, 4. Dezember 2015

Vom Bond zum Bombenbauer: London-Marathon heißt jetzt "Survivor"

Lässt sich jetzt im Handel herausfinden: Ob der gute Bond a.D. jetzt Werbung für Parship macht...©Universum Film
London ist 'ne dufte Stadt. Es gibt viel zu sehen und viel zu entdecken. Schön also, dass uns Milla Jovovich und Pierce Brosnan mitnehmen auf einen kleinen Stadt-Rundkurs. Zu Fuß. Die Waffe immer im Anschlag. Brosnan baut nämlich jetzt Bomben und tötet Menschen gegen Geld; Milla fährt Motorrad und ist das beste Pferd im Stall von Homeland Security und derzeit im Dienste der US-Botschaft tätig. Und Milla muss vor Pierce fliehen, vom Café, wo sie ihre Arbeitskollegen durch einen Brosnanschen Bombenanschlag verliert, über Parks und U-Bahn-Stationen. Durch den Untergrund, durch Wohnungen und Hotelzimmer.

   
....oder für einen Bombenbauer... ©Universum Film
Sie rennt, er folgt und schießt auf sie. Trifft aber nie. Er wird nur als der Uhrmacher bezeichnet, einer der größten Auftragskiller weltweit. Unerkannt nur durch – welch Ironie – unzählige äußere Veränderungen, sprich plastischer Chirurgie. Milla ist erst frisch in London, sie heißt Kate. Und Kate ist cool, verdammt cool. Und gut ist sie auch. Sie war vorher in Washington, da war sie schon gut, hat ein paar Mal die Welt gerettet. Und jetzt tut sie das wieder. Wenn sie nicht vorher von Brosnan erschossen wird.

...oder doch für einen Waffenhersteller? ©Universum Film
  „Survivor“ heißt diese Hetzjagd durch London.
 Regie führt James McTeigue (V wie Vendetta), das macht er eigentlich ganz gut. Konsequent und stringent inszeniert, souverän sieht das aus, der Streifen kommt auch ohne jeglichen Längen aus. Keine Frage, das gibt durchaus was her. Doch der Haken: Wirklich aufregend ist das nicht.
Da gibt’s eine Heldin, die plötzlich zur Zielscheibe wird und ihre Unschuld beweisen muss. Von allen Seiten wird sie gesucht. Einmal die Terroristen, die es auf sie abgesehen haben und ein ganz großes Ding planen.


Aber sie steht deren Plänen im Weg – warum auch immer. Oder die Londoner Behörden, die der Abgesandten der geheiligten Staaten von Amerika ebenfalls nach ihrer Freiheit trachten. Trotz Immunität. Plötzlich hat Millas Kate nur noch wenige Freunde in London. Ihre engsten Vertrauten bei Homeland. Eine gegen alle. Milla gegen den Rest den Welt. Für deren Rettung.

Das ist Kino, wie man es so oder so ähnlich dreihundert Mal gesehen hat. Mindestens. Dementsprechend liefert auch das Ensemble, zu dem auch Angela Bassett aus „Green Lantern“ oder Dylan McDermott ("Olympia has fallen“) gehören, Dienst nach Vorschrift ab. Politisch möchte der Film wohl auch so etwas sagen wie: Guckt mal hier her, wir sind die USA und wir retten uns und allen anderen oft den Arsch. Das zeigt zumindest die Texttafel ganz zu Schluss.
Während Pierce seiner Rolle als Bösewicht nachgeht, telefoniert sich Milla durch ihre ganze Kontaktliste und bittet um Hilfe! ©Universum Film 

Nee. Das hätte der Streifen gar nicht gebraucht, so eine politische Meta-Ebene. Ein wenig mehr Abwechslung als die üblichen Zutaten samt ewigem Gerenne von einen Punkt zum nächsten auch. Ist denn heute schon wieder London-Marathon? 

©Universum Film

BEWERTUNG: 4,0/10
Titel: Survivor
FSK: ab 16
Laufzeit: ca. 93
Genre: Thriller, Actionfilm
Erscheinungsjahr: USA 2015, auf DVD & Blu-Ray erhältlich
Regisseur: James McTeigue
Darsteller: u.a. Milla Jovovich, Pierce Brosnan, Dylan McDermott, Angela Bassett

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