Freitag, 6. November 2015

Die Wespenplage des Sommers verlagert sich nun ins Kino! - "Stung"






IM KINO! ©Splendid
Horror made in Germany…gibt’s das? Wenn es nach dem deutschen Regisseur Benni Dietz geht, ja! Nach Jahren der Vorproduktionshölle hat er nun das gemacht, womit der deutsche Genrefilm nicht gerechnet hat. Creature Horror der alten Schule, mit echten Ekeleffekten, viel Schleim und Blut. „Stung“ heißt der Film und der Name ist Programm. Gemeinsam mit Drehbuchautor Adam Aresty lässt er mutierte Killerwespen auf eine unbedarfte Partygesellschaft auf dem Lande los – mit fatalen Folgen. 

Der Clou der Ratpack-Produktion („Der Wixxer“) ist folgender: Gedreht und finanziert in Deutschland, wurde „Stung“ komplett in englischer Sprache gedreht. Das minimiert zum einen das Risiko der Verleiher, da der internationale Markt erreichbar ist und führt zum anderen die Zuschauer hinters Licht, die sich von einem deutschen Film abschrecken lassen würden. Denn „Stung“ hat wenig gemein mit dem biederen deutschen Film oder aufgrund mangelndem Budgets schlecht gemachten Horrors. Dietz geht völlig kompromisslos vor, fährt allerlei skurrile Ideen auf und weiß seine Insekten wirkungsvoll einzusetzen. Denn die haben es wirklich in sich. Munter zitiert er sich durch Genrevorbilder und lässt sie in ekelhaften Bildern auferstehen. Die per Animatronik zum Leben erweckten Wespen-Puppen sehen klasse aus, die Mischung aus CGI und handgemachten Monstern funktioniert nahezu perfekt. 

Immer schön dem Macho nach! ©Splendid
So gesehen ist „Stung“ ein voller Erfolg für den Genrefilm. Doch leider, leider stellt sich der Film ein ums andere Mal selbst das Bein. Sobald die Wespen einmal aus dem Bild sind, die Darsteller die Verschnaufpausen also mit Dialogen füllen müssen, wird es erst richtig gruselig. Das wäre noch gar nicht schlimm, wenn wenigstens die Figuren sympathisch wären. Doch schon der Held ist ein wahnsinnig selbstverliebter Nerd, der ständig seine Chefin belästigt und dumme Sprüche vom Stapel lässt. Mit diesem Möchtegern mitzufiebern fällt schwer, besonders dann, wenn beinahe jede Nebenfigur nur existiert, um festzustellen, was für ein toller Hecht er ist. Von Realismus keine Spur. 

So schwankt „Stung“ ständig zwischen den Extremen. Er ist auf der einen Seite handwerklich wunderschön umgesetzt, suhlt sich im Schleim der Wespen und im Blut ihrer Opfer, doch kann das Drehbuch kein bisschen mithalten. Dietz versteht viel von Timing und hat ein Gespür für stilvolle Bilder, doch sollte er für sein nächstes Projekt dringend mehr Wert auf gelungene Dialoge legen. Und wer weiß, vielleicht meldet sich bald Hollywood bei ihm. Talent hat er jedenfalls. 


©Splendid
BEWERTUNG: 5,5/10
Titel: Stung
FSK: ab 16 freigegeben
Laufzeit: 87 Minuten
Genre: Horror, Trash
Erscheinungsjahr: 2015
Autor: Adam Aresty
Regisseur: Benni Dietz
Darsteller: Matt O'Leary, Lance Henriksen, Cilfton Collins Jr.,  Jessica Cook, Daniele Rizzo








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