Donnerstag, 26. November 2015

Der Doctor im Kampf mit sich selbst - "Doctor Who Classics - Sechster Doktor Volume 1"


AUF DVD IM HANDEL! ©Pandastorm


Kaum eine britische Serie feiert derzeit (und die fünfzig Jahre zuvor) so große Erfolge wie „Doctor Who“. Der Doctor und sein Companion, die gemeinsam durch Zeit und Raum reisen, sind Kult und aus der Popkultur nicht mehr wegzudenken. Dank dem DVD-Label Pandastorm erscheinen Stück für Stück die „Doctor Who“-Classics – also die Folgen von vor dem Reboot 2005 – auch in Deutschland. Erstmals können deutsche Whovians die Abenteuer des sechsten Doctors mitverfolgen.

Die Besonderheit dieser Staffel ist die Laufzeit der Folgen. Waren die Staffeln zuvor auf Mehrteiler á 20 Minuten pro Folge ausgelegt, so ging man 1984 auf amerikanische Sehgewohnheiten ein. Die Folgenanzahl wurde vermindert, die Laufzeit allerdings auf 45 Minuten hochgeschraubt. Das erlaubt den Autoren eine völlig andere Dynamik in Bezug auf Storyaufbau und Entwicklung. Kein Hinarbeiten auf Cliffhanger mehr, stattdessen eine sorgfältige Inszenierung, die den Charakteren dient. 

Der Doctor selbst ist nach seiner Regeneration kaum wiederzuerkennen. Er wirkt launisch, ist leicht reizbar und scheint manchmal nicht zu wissen, wer oder wo er ist. Das macht es für seine Begleiterin Peri schwierig mit der Situation klarzukommen. Kann dem Doctor noch vertraut werden? Den Verantwortlichen war bewusst, dass diese radikale Neuauslegung des Doctors einige Fans verprellen wird. Deshalb darf Colin Baker als Doctor gegen allerlei Lieblingsfeinde kämpfen. So muss er sich den Cybermen erwehren, genauso wie seinem Erzfeind – dem Master. Trotzdem schwankt die Qualität der Mehrteiler ein wenig. 

©Pandastorm

Die Einstiegsfolge „Zweimal Einstein“ schafft es nur bedingt, dem neuen Doctor einen gelungenen Einstieg zu bieten. Kein Wunder also, dass diese Folge auf dem letzten Rang der beliebtesten „Doctor Who“-Folgen ist. Glücklicherweise steigert sich das Niveau stetig und findet seinen Höhepunkt im Mehrteiler „Revolte auf Varos“, die als beißende Mediensatire hervorragend funktioniert. Hier zeigt sich die größte Stärke des sechsten Doctors: Seine mentalen Aussetzer sorgen für eine bislang selten gesehene Düsternis, die sich durch die gesamte Laufzeit zieht. 

Alles in allem ist die Einstiegsstaffel des sechsten Doctors solide. Bis auf „Revolte auf Varos“ sind zwar keine Meisterwerke der Seriengeschichte dabei, doch wirklich schlimme Ausschläge nach unten gibt es nicht. Für Fans ist die Box also Pflicht – massig Bonusmaterial gibt es nämlich auch. Nur eines muss angeprangert werden: Bei Peri liegt der Fokus in der gesamten Staffel (!) wohl eher auf ihrem – zugegeben nett anzusehenden – Dekolleté, anstatt auf ihrer Charakterentwicklung. Das untergräbt ihre Figur völlig, sie ernst zunehmen fällt schwer. 

©Pandastorm
BEWERTUNG: 07/10
Titel: Doctor Who Classics - Sechster Doktor 
FSK: ab 12 freigegeben
Genre: Science Fiction
Laufzeit: 4 Folgen à 25 Min. & 6 Folgen à 45 Min. 
Produktionsjahr:  1984-1985
Darsteller:  Colin Baker, Nicola Bryant, Maurice Denham, Edwin Richfield, Kevin McNally, Maurice Colbourne, Brian Glover, Terry Molloy
Regisseure:  Peter Moffatt, Matthew Robinson, Ron Jones, Sarah Hellings
Autoren:  Anthony Steven, Paula Moore, Philip Martin, Pip und Jane Baker



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