Sonntag, 20. September 2015

Auf einen Burger am Strand: "Fack Ju Göhte 2" in Thailand

Ein Herz und eine Seele (Herfurth, M'Barek)  ©Constantin Film
Einen Stromausfall im Kino erlebt man nicht alle Tage, doch glücklicherweise ereignetete sich dieses einmalige Erlebnis erst kurz vorm Abspann. Vorher war jedoch alles andere als Stromausfall angesagt. „Fack Ju Göhte“ ging in die zweite Runde, und Regisseur Bora Dagtekin sorgt mit seinem Ensemble auch diesmal wieder für gute Laune en masse.

Der Plot ist schnell erzählt. Eine Auslands-Klassenfahrt ins schöne Thailand steht an für die 10b um Herrn Müller (wie auch im ersten Teil schon großartig: Elyas M'Barek), aber auch das verhasste Schillergymnasium mit Lehrer Hauke Wölki (Volker Bruch) macht sich auf den Weg dorthin. Es beginnt eine chaotische Reise...

Ja, das war die Kurzfassung der wieder einmal ziemlich überzeichneten Schulgemeinde der Goethe-Gesamtschule. Danger (herrlich dumm: Max von der Groeben) fand in den vergangenen knapp zwei Jahren nicht zu Intelligenz, genauso wie Chantal (Jella Haase) oder auch Burak (netter Name: Aram Arami). Die Goethe-Schüler gehören weiterhin zur Generation Selfie, die sich nicht benehmen können. Mal ist auch im zweiten Teil alles wieder vortreffliche Satire, an mancher Stelle wirkt das Gesehene aber ähnlich wie im Vorgänger brutal überzeichnet. Doch das nervt nie, nein, „Fack Ju Göhte 2“ bleibt auch trotz Abrutschens in furchtbaren Klamauk feines Schauspieler-Kino. Egal, ob Bruch, Herfurth als Elisabeth Schnabelstedt und Müllers Anvertraute oder auch Katja Riemann als Schulleiterin Gudrun Gerster: Die Darsteller haben Spaß.
©Constantin Film

Die Geschichte sorgt wieder für übertriebene Momente, und zum Ende hin wird’s dann leider etwas zu ernst. Der am Asperger-Syndrom leidende Etienne (Lucas Reiber) wird integriert, der Konkurrenz-Lehrer vom Schillergymnasium ist eigentlich gar kein so guter Mensch und joar...die Story ist wie im ersten Teil auch schon ziemlich leicht vorauszuahnen, was dem Unterhaltungswert dann und wann wehtut und zum Ende auch etwas erlähmen lässt. Trotz feiert „Fack Ju Göhte 2“ seine Protagonisten wieder nicht, sondern zieht deren Dummheit abermals fein durch den Kako. Zudem erzählt die Komödie noch was von Waisenkindern am Thailänder Strand – erst passt die Chemie zwischen diesen und den Goethe-Schülern natürlich nicht, was sich aber ändert und in einem gemeinsam Besuch eines McDonald's am Strand mündet. Na ja.

Am Rande fällt jedoch auf, dass sich Telekom mit der Bewerbung des Filmes einen großen Gefallen getan hat. Der Erfolg ist grenzenlos, mal wieder rekordverdächtige Einspielergebnisse, und die dauerhaften Selfies der Hauptfiguren nerven zusehends. Dazu gibt’s hier und da sogar Bemalungen im Telekom-Magenta. Ein Schelm, der Böses dabei denkt.
Alles in allem ist auch „Fack Ju Göhte 2“ wieder nette Unterhaltung zum Hirn-Ausschalten, der allerdings nicht viel Neues zu sagen hat. Einen dritten Teil wird’s vermutlich trotzdem geben, wäre aber unnötig. Vielleicht fällt dann ja direkt der Strom aus, mal schauen.

BEWERTUNG: 07/10
Titel: Fack Ju Göhte
Genre: Komödie
FSK: ab 12 freigegeben
Regisseur: Bora Dagtekin
Darsteller: Elyas M'Barek, Karoline Herfurth, Katja Riemann u.v.m.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen