Mittwoch, 12. August 2015

Das 1x1 des Indiedramas - "Coconut Hero" kann es dir vorrechnen!




AB 13. AUGUST IM KINO! ©20th Century Fox
Das Leben kann doch so gemein sein. Die Eltern geschieden, keine Freunde, in der Schule das Mobbing-Opfer. Ist doch nur logisch, dass sich Mike umbringen will. Funktioniert leider nicht so wie gewünscht, weshalb er weiterhin auf Gottes Erden sein Dasein fristen darf. Wäre da nicht ein kleiner Umstand, der Mike seinem Ziel näher bringt, als er bislang zu träumen gewagt hat. 

„Coconut Hero“ ist ein seltsamer Film. Eine deutsche Produktion im Stile eines amerikanischen Indie-Films, gefilmt in Kanada. Die Hauptfigur ist ein träumerischer Junge, der sterben möchte. Regisseur Florian Cossen und Autorin Elena Von Saucken unterlegen diese im Grunde tragische Geschichte mit allerhand skurriler und morbider Komik. Der Stil des Films macht es dem Zuschauer anfangs nicht leicht. Seine Einstellung gegenüber Mikes Todeswunsch ist gewöhnungsbedürftig und schwankt zwischen Situationskomik, Drama und Roadmovie. Stellt sich der Zuschauer darauf ein, wird er mit einigen schön eingefangenen Momenten belohnt, die hoffen lassen. 
©20th Century Fox

















In seinen besten Momenten ist „Coconut Hero“ ehrliches Kino, das berührt. Genau dann, wenn er seine Figuren schweigen lässt, entfaltet sich eine Chemie zwischen ihnen. So gehören die gemeinsamen Szenen zwischen Alex Ozerov (Mike) und seiner heimlichen Liebe Bea Santos (Miranda) zu den schönsten Momenten. Hier wirkt das Drehbuch nicht aufgesetzt und präsentiert dem Zuschauer eine zarte Liebe, die eigentlich unmöglich erscheint. 

Dummerweise zieht „Coconut Hero“ sein Ding nicht durch. Gegen Ende verfällt der Film in alte Wohlfühlmuster und zerstört die Hoffnung, etwas zu wagen. So unterscheidet er sich nicht von all den anderen Vertretern ähnlicher Machart. Er bietet angenehm klingende Indie-Mucke, einen verträumten Einzelgänger und bettet sich tief ein in das Feel-Good-Kissen, das die Kinos seit Jahren flauschig macht. Das ist nicht sonderlich verwerflich, macht „Coconut Hero“ aber nur für diejenigen zu einem Meisterstück, die noch nie einen Indiefilm gesehen haben. 


©20th Century Fox
BEWERTUNG: 5,5/10
Titel: Coconut Hero
FSK: ab 12 freigegeben
Laufzeit: 101 Minuten
Genre: Drama
Autorin: Elena Von Saucken
Regisseur: Florian Cossen
Darsteller: Alex Ozerov, Bea Santos, Krista Bridges, Sebastian Schipper, Udo Kier, Jim Annan











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