Sonntag, 26. Juli 2015

Heute sinkt für Sie...das Niveau: Beinahe-Softporno "Sexcoach - Vom Liebeskummer zur schnellen Nummer"

Ein Bild sagt mehr als tausend Worte über diesen, ab dem 4.8. im Handel erhältlichen Film...©Ascot Elite
Blu-Rays gucke ich stets über die Playstation 3. Und jetzt habe ich einen neuen Playstation-Controller, und zwar einen aus der so genannten „Limited Edition Hollywood“. In der Mitte des Bediengerätes lächelt mich eine spärlich bekleidete Dame an. Start und select liegen, welch Zufall, genau auf den beiden Erhöhungen im Brustbereich. Aus dem erkennbaren Wortfetzen vom Wörtchen „Hollywood“ liest man, vermutlich auch nur reiner Zufall, auf den ersten Blick blow heraus. Ein Schelm, der Böses dabei denkt.
Passenderweise hieß der erste Film, den ich mithilfe des Controllers sehen konnte, dann tatsächlich „Sexcoach – Vom Liebeskummer zur schnellen Nummer“. Der knapp 100-minütige beinahe-Softporno ist jetzt im Handel erhältlich. Und was schon billig klingt, entpuppt sich bei näherem Hinsehen wirklich als einzige Katastrophe. Für die miese Synchro – die so ziemlich schlimmste der letzten Zeit – kann der Film ja nicht einmal was, ansonsten eignet sich „Sexcoach“ bloß hervorragend für ein Trinkspiel. Wer auch immer das nüchtern ertragen möchte (oder muss), der sei hiermit offiziell vorgewarnt: Der Streifen von Regisseur Stuart Acher ist genauso wie seine Hauptfigur – beschädigte Ware.
"Du hast einen Dingbart, Bro!" Hätten wir das also auch geklärt. ©Ascot Elite

 Die Hauptfigur hört auf den Namen Spencer, gerne nur Spence genannt. Er wurde vor Kurzem von seiner Freundin verlassen, jetzt hockt er zuhause und hobelt sich die Sägespäne von seiner Gurke, ganze Taschentücher-Packungen hat er bereits verbraucht. So kann das doch nicht weiter gehen, denkt sich jedenfalls seine Mutter. Selbst deren Freundin aus dem Kanasterverein ist bei milf.com angemeldet und hat Erfolg bei den Männern, also was läuft bei ihrem Sohn schief? Er solle sich seine Eier zurückholen, beschließt sie – und ruft Coke auf den Plan, Spencers bester Freund und das komplette Gegenteil. Ein unglaublicher Stecher, der weiß, wie man Frauen in die Kiste kriegt...

Na, klingt das nicht schon geil? Bereits nach wenigen Minuten hat Spencers Mutter Sperma an den Fingern, hihihi, ja, Sperma, geiil. Später pinkeln sich zwei Protagonisten sogar gegenseitig an. Heute sinkt für Sie...das Niveau.
Spence ist ein Romantiker, ein hoffnungsloser Fall, denn romantisch sein ist wie Herpes – keiner braucht es und es ist schwer zu behandeln. Das hat der obercoole Macho Coke direkt erkannt, der in seiner Einführungs-Sequenz bei der Personenkontrolle auf dem Flughafen von der Sicherheitsbediensteten vernascht wird. Wir lernen: Er ist supergeil. Der Taschentuch-Verbraucher Spence dagegen ist eine Mischung aus Justin Bieber und Bigfoot, der was von Liebe faselt. Ja, von Liebe, diesem Unwort. Für Coke, dem Macker, der ein gigantisches Strandhaus besitzt, wo die beiden Kumpels Urlaub machen und Frauen rumkriegen wollen und werden, ist Liebe ein verbotenes Wort. Man sei ja nicht der Bachelor. Sein Plan: Spence soll innerhalb der kommenden Zeit durch seine selbst errechnete Männerformel so viele Frauen in die Kiste bekommen, wie nur eben möglich. Denn Sex, ja, das isses. Der Freitag heißt jetzt beispielsweise Fickeneinefettefreitag. Na dann: Herzlich Willkommen im Bräuteeinfachbumsen-Business!
Ein Kreuz für jede erfolgreich rumbekommene Frau...©Ascot Elite
Nein, der Hype um die Filme von „American Pie“ habe ich schon damals kein Stück verstanden. Was ist daran lustig, wenn man einen Apfelkuchen in der Küche durchnimmt? Ach ja, hat mit Sex zu tun, ist ja lustig. Muhaha. Nur wenn man den Verstand ausschaltet und den Biervorrat auffüllt, konnte man die Filmreihe damals wohl genießen – obwohl, selbst mit ein paar Promille intus hat es bei mir nicht funktioniert. Ein Film ohne Niveau – na ja, es soll auch Leute geben, die dem Youtube-Film Kartoffelsalat einen Besuch abstatten. Wohl bekomm's. Von Kartoffelsalat muss ich nur...ach, egal, lassen wir's.

Beim „Sexcoach“ ist derweil endgültig Hopfen und Malz verloren. Natürlich stimmt hier gar nichts, weder die Figuren noch die Schauspieler oder die Handlung. Letztere besteht aus nackten Damen, ein paar lustlos inszenierten Sex-Szenen, wo Frauen, die Miau machen, auf Männer mit Bob-Marley-Genitalien (heißt: unrasiert!...ja, wieder was gerlernt) abfahren. Das nennt man dann auch Dingbart. Hmm. Alkohol darf natürlich nie fehlen, und nach dem Sex kann es auch schonmal zu POD kommen: Post-orgasmische-Depressionen. Das soll alles wohl genau jene Zielgruppe ansprechen, die daran scheitert, das Alphabet ordnungsgemäß aufzusagen. Garniert ist das Ganze zwar mit einem netten Indie-Soundtrack, der aber auch nichts mehr retten kann. Denn es geschieht nichts und wieder nichts außer eben: Sex, aber in der harmlosen Variante, ist ja FSK 16. Andererseits: Wenn man bei jeder Bettszene einen trinkt, dann könnte das durchaus Spaß machen.

©Ascot Elite
Was bleibt also übrig? Die coolsten Clubs der Stadt betreiben Transen, Liebe ist überbewertet, nur Sex macht aber auch irgendwie nicht glücklich und es soll sogar Frauen mit Wadenimplantaten geben.
Ich bleib dann lieber bei meinem Hollywood-Controller. Start, select und so...

BEWERTUNG: 0/10
Titel: Sexcoach - Vom Liebeskummer zur schnellen Nummer
FSK: ab 16
Laufzeit: ca 100 Minuten
Genre: Komödie
Erscheinungsjahr: USA 2014, auf DVD, Blu-Ray & VoD erhältlich ab 04.08.2015
Regisseur: Stuart Acher 
Darsteller: u.a. Travis Van Winkle, Chloe Bridges, Nick Roux, Randy Wayne


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