Donnerstag, 4. Juni 2015

Weck das Monster in dir: Jedes Schultheater ist authentischer - "Battle for SkyArk"

„Ich sehe das so: Morgen werden wir von den Monstern gefressen, also müssen wir das heute genießen.“
Das da oben ist SkyArk. Was es damit auf sich hat, ist ab dem 9.6. auf DVD & Blu-Ray zu erfahren. ©Ascot Elite
Mit dem Genießen ist das so eine Sache bei „Battle for SkyArk“, mit den Monstern ebenfalls.
Denn der Film wirkt so wie ein Resozialisierungsprojekt für schwer erziehbare Jugendliche, die nichts auf die Kette bekommen haben und deswegen nun schauspielern sollen. Leider haben sie alle samt kein Talent. Ich würde sogar behaupten, jedes Schultheater-Projekt wirkt authentischer als das Team der jungen Schauspieler in dieser Science-Fiction-Abenteuer-Apokalypse-Monster-Lowerthanlow-Budget-Produktion. Dabei hat Regisseur Simun Hung eigentlich ein paar nette Ideen auf Lager. Doch die Umsetzung ist, gelinde gesagt, nicht das Gelbe vom Ei. Aber der Reihe nach.

„Battle for SkyArk“ spielt irgendwann in der Zukunft. Die Erde existiert nicht mehr, die Menschen sind geflüchtet auf die SkyArk, eine künstliche Stadt mitten in der Erdumlaufbahn. Auf der Erde treiben Monster ihr Unwesen, die alles fressen, was ihnen vor die Beine kommt. Besonders gerne haben sie Kinder. Deshalb werden reihenweise Kinder auf die Erde verbannt, um die Monster bei Laune zu halten. Auch Rag landet eines Tages dort. Er ist der Auserwählte, denn er hat 13 Schandmale. Und die Prophezeiung unter den Kindern besagt: Eines Tages kommt der Erlöser mit den 13 Schandmalen, der sie alle rettet. Heidewitzka, welch Jubel da ausbricht bei den Verbannten!
Jetzt müssen sie nur noch in den Bienenkorb gelangen, ein paar Monster erledigen und den blauen Tropfen finden. Wenn sie diesen sagenumwobenen Trank gefunden haben, werden sie zurückkehren auf die SkyArk und der grausame Spuk auf der Erde hat endlich ein Ende. Noch Fragen?
Gestatten: Rag, der Auserwählte mit den 13 Schandmalen. ©Ascot Elite

Eigentlich ist Hungs Zukunftsszenario grundsätzlich nichtmal allzu doof. Die Reichen und Starken machen es sich im Weltall gemütlich, während die Kinder unten auf der Erde um ihr Leben kämpfen und fürchten müssen. Mit einem richtigen monetären Einsatz wäre hier sogar wirklich eine relativ vernünftige Sci-Fi-Kiste drin gewesen. Leider sind die Mittel bei „Battle for SkyArk“ ziemlich begrenzt. Und so machen die knapp 90 Minuten eher den Eindruck der miesen Generalprobe eines Laien-Stückes.

Kinder, die auf Schrottplätzen leben und gegen Monster kämpfen


Einiges wirkt unfreiwilligerweise ziemlich komisch. Beginnend beim Szenenbild. Die Kinder leben auf einem Schrottplatz und haben seltsame Helme mit plattgedrückten Cola-Dosen auf dem Kopf. Normalerweise hätte man mit Menschen, insbesondere Kindern, die auf Schrottplätzen hausen, Mitleid - aber nicht so in „Battle for SkyArk“. Dank der untalentierten Darsteller, die furchtbare Dialoge aufsagen müssen, hat man nur Mitleid mit sich selbst, dass man gerade wirklich diesen Film im Player liegen hat. Lebenszeitverschwendung ist ja eine bekannte Phrase bei Filmbewertungen – hier passt sie ausnahmsweise echt. Aber auch die Monster – sofern man sie denn wirklich als Monster bezeichnen kann – sind dann doch eher ungewollt lustig geraten.

Die Kostüme sind billig und sehen aus wie die Reste der letzten „Mittelerde“-Motto-Party. Dabei versprühen sie so viel Angst und Schrecken wie eine Barbie-Puppe. Selten hat man ein so seltsam billiges Kostümbild gesehen. Und was das genau für Monster – welch übertrieben einfallsreiche Bezeichnung! - nun sind und wieso sie so sind wie sie sind, weiß man auch am Ende nicht so wirklich. Aber das interessiert auch nur am Rande. Man weiß nur, dass man am besten an Neumond in den Bienenkorb, deren Hauptquartier, einmarschieren kann. Und das tut unsere Kinder-Armee dann auch irgendwann. Ist dann aber auch irgendwie nicht so der Knaller. Und überhaupt:
Wie die Mitglieder des Kinderhorts heißen? Eigentlich total unnötig, sich die zu merken. Die Hauptperson heißt Rag, eine weitere Rusty – warum musste ich die ganze Zeit an den Simpsons-Clown denken? -, außerdem Lilly, Skunk und Ember. Ihre Schicksale? Egal. Rusty lehrt uns bloß, dass man ein Monster sein muss, um ein Monster zu töten. Und, das sagt er ebenfalls, jeder hat ein Monster in sich – man muss es nur rauslassen. Ich hab's probiert, hat leider nicht geklappt. Schade.

©Ascot Elite
Hung hat mit seinem Film auch etwas probiert. Hat leider auch nicht geklappt. Ihm zugute halten muss man aber den liebevoll gestalteten Beginn, der zwar so aussieht wie die Zeichnung eines Kindergartenkindes, aber irgendwie trotzdem Charme besitzt. Dennoch kann man sich schlussendlich getrost einem der Protagonisten anschließen: „Kinder, lasst den Unsinn. Das ist nicht mehr lustig.“  

BEWERTUNG: 2,0/10
Titel: Battle for SkyArk
FSK: ab 12
Laufzeit: 89 Minuten
Genre: Science-Fiction
Erscheinungsjahr: 2014, auf DVD & Blu-Ray erhältlich ab 09.06.2015
Regisseur: Simon Hung
Darsteller: u.a. Caon Mortensen, Garrett Coffey, Taylor Coliee, Riley Jane

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