Donnerstag, 25. Juni 2015

Noch besser als der Vorgänger - Die Hatz nach dem Virus in "Utopia - Staffel 2"!


IM HANDEL ©Polyband

Serien haben momentan die Möglichkeit, Grenzen neu zu setzen, sie zu überschreiten und nach Lust und Laune umzustülpen. Alles ist erlaubt, scheint das Motto vieler Produzenten zu sein und was dabei herauskommt, ist oftmals großartige Unterhaltung. Die Serie „Utopia“ ging manchen wohl zu weit, anders kann man sich die Absetzung nach Staffel zwei nicht erklären. 

„Utopia“ treibt die Abgründigkeit seiner Figuren auf die Spitze. Wer Gewalt im Fernsehen verabscheut, wird sich schockiert die Augen reiben. Schon Staffel eins verblüffte mit einem Amoklauf in einer Schule, dem vor allem Kinder zum Opfer fielen. Manche werfen der Serie bloße Provokation vor, doch ist das nicht der Fall. Sämtliche Gewaltakte sind aus der Handlung heraus motiviert und verdeutlichen die Skrupellosigkeit, mit der die geheime Organisation gegen ihre Widersacher vorgeht. 

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Zudem ist die Serie extrem stilvoll in Szene gesetzt und wirkt wie ein Kind der Regisseure Wes Anderson und David Lynch. Jede Kameraeinstellung ist genau geplant, die Farbenwelt von „Utopia“ ist umwerfend schön, die Sets und Kostüme perfekt aufeinander abgestimmt. Aussehen, Soundtrack und Gewalt geben ein funktionierendes Miteinander, das völlig im Konzept der Serie aufgeht. Der Verschwörungsthriller in Serienform bleibt auch in Staffel zwei so mysteriös wie zuvor. Allerdings verleiht er seinen Protagonisten viel mehr Tiefe, sie werden ambivalenter, Fronten verhärten sich. Opfer werden zu Jägern, Jäger werden zu Opfern. Die Hatz nach dem Virus reißt neue Wunden, physisch und psychisch. 

Zuschauer sollten vom plötzlichen Ende der Serie nicht abgeschreckt sein. Im Grunde bietet die letzte Folge einen adäquaten Storyabschluss, auch wenn sich „Utopia“ mehrere Hintertürchen für eine Fortsetzung offenlässt. Das tut der Unterhaltung jedoch gar keinen Abbruch, denn schon lange nicht mehr kam eine Produktion daher, die so spannend, witzig und abgründig zugleich war. Vielleicht führt der amerikanische Regisseur David Fincher die Story zu Ende. Gerade plant er ein Remake der Serie, wie vor einigen Jahren mit „House of Cards“. Ob sie genauso schonungslos und mutig vorangeht, wie das Original, ist fraglich. Zu wünschen wäre es aber, denn der Stoff hat einen offiziellen Abschluss allemal verdient. 
 
Hier geht's zur Kritik von Staffel 1.

©Polyband
BEWERTUNG: 8,5/10
Titel: Utopia - Staffel 2
FSK: ab 16 freigegeben
Laufzeit: 6 Folgen a 50 Minuten
Genre: Verschwörungsthriller
Erscheinungsjahr: 2015
 




 
 

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