Montag, 4. Mai 2015

Lass bloß die Hosen oben - "The Mule"






AUF DVD UND BLU-RAY! ©Ascot Elite
Oft schreibt das Leben die interessantesten Geschichten. Oder zumindest die beschissensten. Manchmal aber auch Beides zugleich, wie im Falle von „The Mule“. Ein australischer Film rund um den Loser Ray Jenkins, der von Freunden zu einer dummen Tat angestiftet wird und dafür die Konsequenzen tragen muss. Prekär daran ist: In seinem Darm führt er ein Kilo Drogen mit sich herum, die Polizei darf ihn jedoch eine Woche lang in einem Hotel festhalten. Ray muss seine Arschbacken zusammenkneifen, sonst droht das Gefängnis. 

Eine ungewöhnliche Ausgangslage, die „The Mule“ – übrigens die szeneninterne Bezeichnung für solch einen Drogenkurier – für allerhand skurrile Szenen nutzt. Regisseur, Co-Autor und Hauptdarsteller in Personalunion Angus Sampson findet einfallsreiche Bilder, um Rays Kampf mit dem Darm zu visualisieren. Besonders spannend/schräg/witzig wird „The Mule“, sobald Hugo Weaving („Herr der Ringe“) als drangsalierender Cop aufkreuzt. Dann nämlich, wenn Weaving sämtliche Verhörtricks anwendet, um ihn nicht zum Reden, sondern zum großen Geschäft zu verleiten. 

©Ascot Elite

„The Mule“ wagt den Spagat zwischen ernsthaftem Drogenthriller und schwarzer Komödie. Gangster geben sich ein Stelldichein, während Ray einfach sämtliche Willenskraft in seinen Schließmuskel umleitet. Ein Kabarett der Merkwürdigen, gewürzt mit witzigen Einlagen und der einen oder anderen Ekel-Szene. Da wundert es nicht, dass „Saw“-Drehbuchautor Leigh Wannell seine Finger mit im Spiel hatte und sogar eine Nebenrolle spielt. 

Im stilvollen 80er Ambiente verfolgt der Zuschauer Rays Magenbeschwerden mit Interesse. Mag „The Mule“ nicht die Ambitionen großer Klassiker haben, allein die Ausgangslage garantiert einen ungewöhnlichen und gelungenen Filmabend. 

©Ascot Elite
BEWERTUNG: 6,5/10
Titel: The Mule
FSK: ab 16 freigegeben
Laufzeit: 103 Minuten
Genre: Thriller, Komödie, Groteske
Erscheinungsjahr: 2015
Regisseur/Autor: Angus Sampson
Darsteller: Angus Sampson, Leigh Wannell, Hugo Weaving, John Noble, Ewen Leslie, Georgina Haig






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