Mittwoch, 8. April 2015

Wollen sie oder wollen sie nicht? - Hin und her in "The F-Word - Von wegen gute Freunde"!





AB 9. APRIL IM KINO! ©Senator

Was tun, wenn Männlein und Weiblein zusammengehören, es sich gegenseitig aber nicht eingestehen wollen? Das dürfte für so ziemlich jede zweite Indie-Liebeskomödie der Aufhänger sein. Warum also mit „What if“ (in Deutschland grausam „The F-Word“ genannt) einen weiteren Film dieser Art drehen? 

Zum einen dient „What if“ eindeutig als Vehikel des Hauptdarstellers Daniel Radcliffe. Wer seine Karriere nach „Harry Potter“ ein wenig verfolgte, weiß, dass er alles dafür tat, dem Image des Zauberlehrlings zu entkommen. Er ging auf die Bühne und zog sich in Liebe zu einem Pferd vor Publikum aus, er spielte einen Menschen, dem Hörner wachsen – all das nur, um „Harry Potter“ zu entfliehen. Nun ist sein neuester Wurf auch gleichfalls sein normalster Fluchtversuch. In der Rolle des hoffnungslos verliebten Zynikers Wallace darf Radcliffe seine romantisch-witzigen Fähigkeiten unter Beweis stellen. Eins sei gesagt: Er stellt sich gar nicht schlecht an. Im Zusammenspiel mit seiner Filmpartnerin Zoe Kazan („Ruby Sparks“) entfaltet „What if“ eine Menge Spaß, die Chemie der Beiden stimmt. 

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Zudem entzündet Regisseur Michael Dowse ein Dialogfeuerwerk, das dank des witzigen und manchmal recht derben Humors zündet. Generell ist „What if“ dann am Stärksten, wenn er seine Charaktere sprechen lässt. Die Geschichte selbst wurde in ähnlicher Art schon Dutzende Male erzählt und dürfte niemanden mehr überraschen. Das ist ziemlich schade, denn der Zuschauer gibt die Möglichkeit einer Wendung bis kurz vor Ende nicht auf. Doch Dowse und Drehbuchautor Elan Mastai trauen sich und dem Film wohl nicht mehr zu. Dafür trotzen die Nebencharaktere um Radcliffe und Kazan der Einfallslosigkeit der Verantwortlichen. Vor allem Adam Driver – Hauptdarsteller im kommenden „Star Wars Episode VII“ – darf als pervers-verrückter Freund Radcliffes zeigen, wie er mit wenigen Szenen einen ganzen Film aufwerten kann. 

„What if“ ist also kein schlechter Film. Er berührt hier und da, bietet komische Szenen dort, wie sie benötigt werden und hat sein Herz am rechten Fleck. Allerdings ertränkt Regisseur Dowse sein Werk am Ende im Kitsch und lässt es enden, wie jeden anderen Film dieser Art davor. Wirklich schade, denn genau das ist „What if“ bis dahin eigentlich nicht. Doch sollte nicht alles auf die Waagschale gelegt werden. Für einen harmonischen, reibungslosen Kinoabend ist er völlig geeignet. Ob sich der Zuschauer eine Woche später noch an ihn erinnern wird, ist die andere Frage.


©Senator
BEWERTUNG: 06/10
Titel: The F-Word - Von wegen gute Freunde
FSK: ab 6 freigegeben
Laufzeit: 98 Minuten
Erscheinungsjahr: 2015
Genre: Liebesfilm, Komödie
Regisseur: Michael Dowse
Autor: Elan Mastai
Darsteller: Daniel Radcliffe, Zoe Kazan, Adam Driver, Rafe Spall, Amanda Crew, Sarah Gadon, Mackenzie Davis






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