Samstag, 6. September 2014

Revolutionär. Künstler. Genie. Wahnsinniger. - Yves Saint Laurent!






©Universum
YSL. Diese drei Buchstaben sind zum Sinnbild für elegante Mode geworden. Sie haben Tabus gebrochen, die Emanzipation der Frau vorangebracht und sind die Initialen eines ebenso schwierigen, wie faszinierenden Künstlers. Yves Saint Laurent. 

Der gleichnamige Film versucht nun, den schwierigen Lebensweg des Modegenies zu beleuchten. Aus der Sicht seines Lebensgefährten Pierre Berge erzählt, widmet sich „Yves Saint Laurent“ der Zeit seines Aufstiegs im Modebusiness und lässt den Rest außen vor. Vergangenes, wie Kindheit oder sein Verhältnis zur Familie wird nur durch Dialoge erklärt. Regisseur Jalil Lespert  beleuchtet den einzigartigen Charakter Sain-Laurents auf besondere Art und Weise. So besitzt der Film keinen wirklichen Höhepunkt, oder folgt typischen Regeln. Viel mehr fließt er seine 104 Minuten ruhig dahin, was aber keineswegs langweilt oder überfordert. Viel mehr verströmt der Film pure Eleganz, ist wunderschön gefilmt, die Ausstattung versetzt den Zuschauer in die verschiedenen Jahrzehnte und sogar der Soundtrack ist stets passend gewählt. „Yves Saint Laurent“ atmet den Geist der 60er und 70er, strotzt nur so vor Schauwerten, die Saint-Laurents Mode, aber auch die Menschen dahinter ins rechte Bild rücken. Selbst Menschen, die mit der Mode-Welt nichts anfangen können, werden dem Film eine gewisse Faszination nicht absprechen können. 

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Dazu gesellen sich großartige Darsteller, allen voran natürlich Pierre Niney, der seinem Alter Ego Yves Saint Laurent zudem erschreckend ähnlich sieht. Er vermag es die vielen Widersprüche dieser Person in sich zu vereinen und gekonnt zum Ausdruck zu bringen. Auch sein Filmpartner Guillaume Gallienne als Pierre Berge – die sichere Bank im Leben Saint-Laurents – weiß mit dezentem Spiel zu gefallen. Regisseur Lespert schöpft also aus dem Vollen, wenn er seine Vollblutschauspieler in schicken Requisiten und Sets gegeneinander und auch miteinander antreten lässt. 

Einige Wegpunkte Saint-Laurents bleiben zwecks begrenzter Laufzeit auf der Strecke. Seine langjährige Drogensucht, resultierend aus harter Behandlung mit Elektroschocks in der Psychatrie, fällt ebenso unter den Tisch, wie die (freundschaftliche) Trennung Saint-Laurents und Berge. Im Film scheint es, als wären sie ihr Leben lang Liebende gewesen. Das sind allerdings nur Kleinigkeiten. Natürlich sollte mit Vorsicht genossen werden, dass der Film komplett auf Berges Erinnerungen basiert. Was er verschönt oder auslässt, kann nicht beurteilt werden. Nichtsdestotrotz ist „Yves Saint Laurent“ ein unterhaltsamer Film, der dem Publikum einen innerlich zerrissenen Geist näherbringt und spüren lässt, was es heißt, ein Genie zu sein. Sinnlich, eine Spur elegisch und elegant – das ist „Yves Saint-Laurent“.

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BEWERTUNG: 07/10
Titel: Yves Saint Laurent
FSK: ab 12 freigegeben
Genre: Drama, Biopic
Erscheinungsjahr: 2014
Laufzeit: 104 Minuten
Regisseur: Jalil Lespert
Darsteller: Pierre Niney, Guillaume Gallienne, Nikolai Kinski, Charlotte Le Bon, Patrice Thibaud







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