Montag, 4. August 2014

Fünf gegen den Rest des Universums - illustre Truppe im Marvel-Kosmos: Guardians of the Galaxy!

AB 28. AUGUST IM KINO! ©Disney





2014 ist nun offiziell für Marvel abgeschlossen. Und – wie viele schon erwartet haben – verabschiedet sich das Studio mit einem Knall. „Guardians of the Galaxy“ ist von Sekunde eins an ein einziger großer Spaß, der sämtlichen Beteiligten zu jederzeit anzusehen ist. Indie-Regisseur James Gunn, der sich vorher mit dem famosen „Super – Shut up Crime“ einen Namen gemacht hat, verzichtet zwar auf jede Menge Blut und schockierende Szenen, weiß allerdings auch ohne das seinen Sinn für Skurriles einzubringen. Seine Helden könnten nicht besser zu ihm passen, sind es doch ein überheblicher Möchtegern-Outlaw, eine grüne Killer-Amazone, ein tätowierter Muskelprotz mit Depressionen, ein umherlaufender Baum („I am GROOT!“) und ein… Waschbär. Wer, wenn nicht James Gunn, könnte diese Truppe zu einem funktionierenden und unterhaltsamen Film zusammenschweißen? 

Von Anfang an dreht Gunn die Zeiger auf „Vorwärts“, lässt keine Gelegenheit für einen gelungenen Gag aus und feuert aus allen Rohren. Visuell ist „Guardians of the Galaxy“ ohne Zweifel ein bestechendes Meisterwerk. Die fremden Planeten, die Weite der Galaxie, das Design der Aliens und Raumschiffe – hier wurde sehr liebevoll gearbeitet. Gepaart mit dem – bei einem Marvelfilm – erstmals zeitweilig imposanten 3D-Effekt werden dem Zuschauer wunderschöne Panoramen als auch fiebrige Actionszenen geboten. Letztere sind übersichtlich gestaltet und lassen gehörig Selbstironie nicht missen. Schade nur, dass sich das Finale in dem üblichen Tohuwabohu wiederfindet, dass man aus den bisherigen Marvelfilmen gewöhnt ist. Es scheint, als ob jeder Film der Phase 2 mit einem abstürzenden Raumschiff/Helicarrier einhergehen muss. Außerdem schleichen sich noch ein paar Ungereimtheiten mit ein, die das Gesamtbild aber nur wenig trüben. Immerhin gibt es ja diesen wahnsinnig gelungenen Soundtrack, der perfekt ausgewählt das Geschehen auf die Schippe nimmt. Science Fiction und Weltraumschlachten mit 60er bis 80er Jahre Popmusik. So etwas hat es vorher auch noch nicht gegeben.

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Dementsprechend ist die gesamte Aufmachung stimmig und spaßig. Die Dialoge fliegen wie Feuerwerk von einem Darsteller zum Nächsten, ohne das die Pointe auf der Strecke bleibt. Viel Tiefe ist da allerdings nicht, obwohl immer wieder die bewegenden Hintergrundstorys der Crew angesprochen werden. Hier hätte „Guardians of the Galaxy“ locker noch 15 bis 20 Minuten gebrauchen können, um den Teammitgliedern Ecken und Kanten zu verleihen. So konzentriert sich der Film eben mehr auf seine Gags, was auf der einen Seite schade ist, auf der anderen Seite aber verdammt gut funktioniert. Auch der Antagonist Ronan hat darunter zu leiden, wobei es ihm noch besser ergeht als Malekith in „Thor 2“. Dank der Performance von Lee Pace (Thranduil in „Der Hobbit“, kaum wiederzuerkennen) umgibt ihn trotzdem eine angsteinflößende Aura, die im Gedächtnis bleibt. Fast noch interessanter ist die Verwandlung Karen Gillans in die furchtlose Attentäterin Nebula. Wer sie noch als quirligen Rotschopf in „Dr. Who“ in Erinnerung hatte, wird wohl eine halbe Stunde benötigen, um sie überhaupt zu erkennen. 

Der Hauptcast selbst ist perfekt gewählt. Für Hauptdarsteller Chris Pratt als überambitionierter Starlord dürfte „Guardians of the Galaxy“ der endgültige Durchbruch sein. Selbstironisch, witzig, knallhart und ein wenig vertrottelt – so müssen Helden wider Willen sein. Der Rest der Truppe fügt sich da nahtlos ein, wobei sich Bradley Cooper alias Rocket Raccoon`s Stimme für weitere Synchronisationsjobs empfiehlt. 

„Guardians of the Galaxy“ ist mit Sicherheit nicht perfekt. Die Story bewegt sich vor allem im letzten Drittel arg im 08/15-Bereich, zu viele Figuren bekommen zu wenig Tiefe und vor allem Benicio Del Toro als der Kollektor wird verheizt. Das ändert nichts daran, dass der Film eine Space Opera vom Feinsten ist, die gefällt, Spaß macht und seltsamerweise die Vorfreude auf „Star Wars Episode 7“ weiter entfacht. Außerdem gibt es mit Rocket Raccoon und Groot die schönste Liebesgeschichte zwischen Baum und Tier seit das Zelluloid erfunden wurde. Für ausgefeilte Charaktere und mehr Hintergrundwissen gibt es ja immerhin in ein paar Jahren Teil zwei. Mit James Gunn an Bord. Was soll da also schon schief gehen? 



©Disney
 BEWERTUNG: 7,5/10
Titel: Guardians of the Galaxy
FSK: ab 12 freigegeben
Laufzeit: 122 Minuten
Erscheinungsjahr: 2014
Genre: Science Fiction, Komödie
Regisseur/Autor: James Gunn
Darsteller: Chris Pratt, Zoe Saldana, Lee Pace, Bradley Cooper, Vin Diesel, Dave Bautista, Karen Gillan, Glenn Close, Josh Brolin, John C. Reilly, Djimon Honsou, Benicio Del Toro, Michael Rooker, Sean Gunn, Christopher Fairbank, Enzo Cilenti

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